Ukraine

Wie die SOS-Kinderdörfer in der Ukraine helfen

Seit Beginn des Konflikts in der Ostukraine im Jahr 2014, sind rund 1,8 Millionen Menschen intern vertrieben worden und 3,1 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Hunderttausende Kinder und Familien im gesamten Land sind davon schwer betroffen.

Das Leben der Familien und Kinder ist aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen schwer beeinträchtigt

SOS-Mutter und Sohn (Foto: M. Mägi)
SOS-Kinderdorf bietet Kindern, die die elterliche Fürsorge verloren haben, ein stabiles Zuhause (Foto: SOS-Archiv).
Die Ukraine ist das zweitgrößte Land Europas, die Bevölkerung beläuft sich auf 43 Millionen. Die Hauptstadt Kiew hat ca. 2,8 Millionen Einwohner (2015, Schätzung).

Der Großteil der Bevölkerung besteht aus Ukrainern, die größte Minderheit stellen die Russen mit 17 Prozent der Einwohner dar. Die offizielle Landessprache ist ukrainisch, in vielen Gebieten wird aber auch Russisch gesprochen, vor allem in den Grenzregionen zu Russland 

In den letzten Jahrzehnten gab es in der Ukraine viele politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen. Diese Instabilität hatte negative Auswirkungen auf das Leben der Familien und Kinder und nach dem Beginn der Kämpfe im Jahr 2014 hat sich die Situation insbesondere in den östlichen Gebieten verschlimmert.

Das ganze Land ist von diesem Konflikt betroffen: im Jahr 2015 sind sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Armut angestiegen. Die Preise für Nahrung, Basisgüter und grundlegende Versorgung (wie beispielsweise Gas und Strom) sind angestiegen und für viele Familie ist es schwer, ihren Lebensunterhalt mit den niedrigen Löhnen zu bestreiten.

Besonders schwer ist das Leben für diejenigen, die in den Konflikt mithineingezogen wurden: rund 1,8 Millionen Menschen mussten fliehen, ihr Zuhause und ihr Leben hinter sich lassen. Es ist schwer für sie wieder Arbeit und ein Zuhause zu finden und deshalb benötigen mehr als 3 Millionen Menschen Schutz, Nahrung und weitere humanitäre Hilfe.

Armut und der Mangel an medizinischer Versorgung betrifft viele Menschen

In den letzten Jahrzehnten sind viele Ukrainer auf der Suche nach einem besseren Leben ins Ausland abgewandert. Die Gelder, die sie in die Ukraine überweisen, sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Ein steigender Anteil des medizinischen Personals ist ausgewandert und dies hat schwere Folgen für das ukrainische Gesundheitssystem.

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern ist die Lebenserwartung im Jahr 2014 mit 69 Jahren sehr niedrig.  Zu den Hauptursachen zählen die Umweltverschmutzung, schlechte Ernährung, Rauchen und Alkohol und ein finanziell schlecht ausgestattetes Gesundheitssystem.

Die HIV/AIDS-Infektionsrate ist eine der höchste in ganz Europa und die Zahlen steigen weiter an. In vielen Fällen, in denen Eltern krank werden oder sterben sind die Verwandten nicht bereit, die Kinder aufzunehmen und sie kommen in Fremdbetreuung.

Armut beeinträchtigt das Leben der Kinder

Kinder in unserer Obhut wachsen mit ihren Brüdern und Schwestern in einem stabilen Zuhause auf. (Foto: M. Mägi)
In schwierigen Zeiten ermutigen wir die Kinder in unserer Obhut, starke, unterstützende Beziehungen untereinander aufzubauen (SOS-Archiv).

Nahezu 8 Millionen Kinder leben in der Ukraine. Eine immer größer werdende Anzahl von Kindern wächst in  alleinerziehenden Haushalten auf,  für die es sehr schwer ist, für ihre Kinder zu sorgen.

Insbesondere in ländlichen Gebieten werden junge Frauen mit unehelichen Kindern diskriminiert. Diese Kinder sind noch stärker von Verarmung bedroht und werden häufiger in Fremdbetreuung untergebracht.

Im Jahr 2015 ist die Anzahl der Kinder ohne elterliche Betreuung angestiegen. Die meisten dieser Kinder werden in großen Einrichtungen untergebracht, in denen ihren Bedürfnissen nicht gerecht wird.

Nach Angaben der Vereinten Nationen, sind 580.000 Kinder in den nichtstaatlich kontrollierten Gebieten der Ukraine von diesem Konflikt betroffen. 200.000 von ihnen benötigen psychosoziale Unterstützung. Darüber hinaus wurde jede fünfte Schule in den Konfliktgebieten beschädigt bzw. zerstört und die Kinder können deshalb ihre Schulausbildung nicht fortsetzen. 

SOS-Kinderdorf in der Ukraine

SOS-Kinderdorf wurde in den 1990er Jahren in der Ukraine tätig. SOS-Kinderdorf hilft derzeit in Brovary, Kiew und anderen Gebieten der Ostukraine, die von den Kämpfen betroffen sind.

Familien stärken: Seit 2003 unterstützen wir Familien, die Gefahr laufen, auseinanderzubrechen. Die Hilfe richtet sich nach den Bedürfnissen der Familien und beinhalten Beratung, soziale und materielle Unterstützung. Wir betreiben auch Workshops zu Themen wie Kinderschutz und Gesundheit.

Betreuung in Familien: Kinder ohne elterliche Betreuung finden in einer der SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Die Familien haben den gesetzlichen Status von „Pflegefamilien“ und erhalten von SOS-Kinderdorf die Unterstützung, die sie brauchen.

Nothilfe: Wir unterstützen sowohl Familien, die in den Konfliktgebieten leben, als auch jene die intern vertrieben wurden. Wir stellen medizinische, pädagogische und soziale Unterstützung zur Verfügung. Der Bedarf an Psychotherapie hat sich seit August 2015 verdreifacht. Im Jahr 2015 haben wir trotz gefährlicher Arbeitsbedingungen mehr als 300 intern vertriebene Kinder in der Region Kiew und mehr als 160 Kinder in der Region Lugansk erreicht.

Unterstützung für junge Menschen: Wir geben jungen Menschen Unterstützung und stehen ihnen beratend bei, bis sie in der Lage sind, selbständig zu leben.

Anwaltschaft: SOS-Kinderdorf arbeitet mit der Regierung und anderen Behörden zusammen, um Sozialreformen zu fördern, die die Rechte der Kinder im Land verbessern.

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