Bildung in Afghanistan: Begrenzter Zugang für Kinder
Millionen Kinder in Afghanistan können nicht zur Schule gehen. Die SOS-Kinderdörfer und Save the Children setzen sich in einem einzigartigen Projekt für den Zugang zu Bildung ein – besonders für zurückgekehrte Kinder, Mädchen und Kinder mit Behinderungen.
Katastrophale Lage für Kinder in Afghanistan
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 ist Afghanistan international isoliert, mit katastrophaler Menschenrechtslage. Viele Familien kämpfen mit Armut und Dürre und sehen sich schwierigen Lebensbedingungen gegenüber, wie sie beispielsweise Rückkehrer erleben. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Mädchen sind besonders betroffen, da ihnen aufgrund des derzeitigen Verbots durch die de-facto-Regierung der Zugang zu Bildung über die 6. Klasse hinaus verwehrt bleibt. Ohne Zugang zu Bildung und Schutz drohen Kinder, besonders Mädchen und Kinder mit Behinderungen, dauerhaft ausgeschlossen zu werden: Viele können weder lesen, schreiben noch rechnen. Schulabbrüche, Kinderarbeit und frühe Heirat nehmen zu.
Was die Lage zusätzlich verschärft: In den letzten Jahren wurden auf Anordnung der Regierungen Irans und Pakistans mehr als fünf Millionen Afghan:innen nach Afghanistan zurückgeschickt – mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder, viele von ihnen unbegleitet. Sie kommen ohne ausreichenden Schutz sowie ohne verlässlichen Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung in ein für sie fremdes Land, in dem sie nicht aufgewachsen sind.
Bildungsangebote in Afghanistan enorm eingeschränkt
- Das afghanische Schulsystem weist erhebliche Defizite auf: Über zwei Millionen Kinder im Grundschulalter haben keinen Zugang zu Unterricht.
- Viele Schulen in Afghanistan sind geschlossen aufgrund von Naturkatastrophen wie Erdbeben. Zahlreiche weitere sind beschädigt, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Heizungen.
- Aufgrund des aktuellen Verbots wurde mehr als 2,6 Millionen Mädchen im Land der Zugang zur weiterführenden Bildung verwehrt.
- Auch Kinder mit Behinderungen – also ca. 17 Prozent aller afghanischen Kinder – haben es in Afghanistan schwer: Schätzungsweise 75 bis 90 Prozent von ihnen können nicht zur Schule gehen.