22. Mai 2026 |  NEWS

Klima- und Kinderschutz gemeinsam denken

Seit über zehn Jahren entfalten die Vaillant Group und die SOS-Kinderdörfer weltweit gemeinsam Wirkung für Kinder und Familien in Not

Wie lässt sich Klimaschutz so gestalten, dass er im Alltag von Kindern und Familien wirklich ankommt? In der Partnerschaft der Vaillant Group und SOS-Kinderdörfer weltweit treffen technische Kompetenz, lokales Engagement und langjährige Projektexpertise aufeinander. Frederik Lippert, der bei Vaillant die gruppenweite Verantwortung für die Partnerschaft trägt, spricht darüber, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt, welche wichtige Rolle Mitarbeitende und Fachhandwerkspartner dabei spielen und warum Klima- und Kinderschutz Hand in Hand gehen.

Gemeinsam Veränderung bewirken. Die Vaillant Group unterstützt die SOS-Kinderdörfer weltweit mit moderner Heiztechnik und vielfältigen sozialen Projekten. Weil jedes Kind ein warmes Zuhause braucht.

Herr Lippert, Klima- und Kinderschutz werden oft getrennt diskutiert. Warum gehört das für Sie in dieser Partnerschaft zusammen?

Als führender Heiztechnikhersteller bringen wir in diese Partnerschaft vor allem unser Kerngeschäft und unsere Expertise ein, um bei der Bewältigung einer sozialen Herausforderung zu unterstützen. Mit moderner, energieeffizienter Technik können wir dort helfen, wo Versorgung und Lebensbedingungen verlässlicher werden müssen – und das berührt Klima- und Umweltthemen ganz unmittelbar.

Zeitgleich liegen uns als Unternehmen, das seit über 150 Jahren in Familienbesitz ist, benachteiligte Kinder und Familien dabei besonders am Herzen. Deshalb gehört für uns beides zusammen: Wir übernehmen Verantwortung dort, wo wir mit unserer Expertise konkret Wirkung erzielen können.

Frederik Lippert im Interview
Frederik Lippert, Head of External Communication, Content & Corporate Citizenship, trägt bei der Vaillant Group die Verantwortung für die Partnerschaft mit den SOS-Kinderdörfern.

„An der Kooperation fasziniert mich bis heute, wie viel Energie entsteht, wenn man ohnehin motivierte Menschen wirklich aktiviert. Über die authentische Kommunikation wirksamer Projekte und den wertvollen Beitrag, den jeder einzelne auf beiden Seiten der Partnerschaft leistet.“

Wie sieht die Umsetzung konkret aus?

Wir arbeiten auf Basis zweier Säulen, die sich gegenseitig verstärken. Zum einen bringen wir unser Kerngeschäft ein: In den Ländern, in denen wir unternehmerisch tätig sind, unterstützen wir Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer mit moderner, energieeffizienter Heiztechnik. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der lokalen Mitgliedsvereine der SOS-Kinderdörfer identifizieren die Expert:innen in unseren Vertriebsgesellschaften die beste technische Lösung. Die Installation erfolgt über unsere Fachhandwerkspartner.

Zum anderen entstehen vielfältige soziale Projekte. Auch hier ist der enge Austausch zwischen den lokalen Vertreter:innen der SOS-Kinderdörfer und der Vaillant Group essenziell. Die SOS-Kinderdörfer benennen mit ihrer gesellschaftlichen Expertise einen konkreten Bedarf, wir entwickeln dann ein kreatives Projektsetup, um einen Mehrwert zu schaffen. Dieses Zusammenspiel ist für mich der Kern der Kooperation: keine Einzellösung von außen, sondern eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die Wirkung im Alltag möglich macht.

Wieso setzen Sie neben der Spende von Heiztechnik im Kerngeschäft auch soziale Projekte im Rahmen der Partnerschaft um?

Aus zwei Gründen. Würden wir uns ausschließlich auf Heiztechnik beschränken, wäre die Zusammenarbeit häufig recht punktuell und auf die Installation eines neuen Heizsystems in einem SOS-Kinderdorf beschränkt. Corporate Citizenship bedeutet für uns aber, Beziehungen langfristig aufzubauen und die Kompetenzen eines weltweit aktiven Technologieunternehmens so breit wie möglich einzusetzen.

Durch die Heiztechnikprojekte und die Zusammenarbeit vor Ort rücken wir sehr nah an die Lebensrealitäten von Kindern und Familien heran. Das verändert den Blick und eröffnet neue Gelegenheiten, sich als Unternehmenspartner einzubringen. Etwa durch Wissenstransfer, Kommunikationsarbeit oder Fundraising.

Sie sprechen von einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Woran merken Sie diese ganz praktisch?

Die Kooperation ist von einem Selbstverständnis getragen, dass beide Partner ihre jeweilige Expertise und ihre organisatorischen Stärken einbringen. Die Vaillant Group bringt technisches Know-how, Umsetzungskraft, kreative Ideen und ein starkes Netzwerk ein. Die SOS-Kinderdörfer Projekterfahrung, die Kinderschutzperspektive und ihre lokale gesellschaftliche Expertise. Das Ziel ist ein gemeinsames: Kindern und Jugendlichen im besten Wortsinn ein warmes Zuhause zu bieten.

Welche Rolle spielen die Vertriebsgesellschaften und Fachhandwerkspartner der Vaillant Group für den Erfolg?

Ohne unsere Teams und Partnerbetriebe vor Ort wäre diese Kooperation in der Form schlicht nicht möglich. Sie sind diejenigen, die unser Corporate-Citizenship-Verständnis in die Praxis übersetzen. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten, bringen eigene Ideen ein, koordinieren sich mit allen Beteiligten und sorgen dafür, dass aus einer Haltung und einer Absicht ein umsetzbares Projekt wird.

Was ich dabei besonders hervorheben möchte, ist die besondere Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: In allen Ländern treiben Kolleginnen und Kollegen Initiativen mit enormem persönlichem Einsatz voran. Dieses Herzblut ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Partnerschaft bereits seit 13 Jahren trägt und jedes Jahr neue kreative Projekte entstehen.

Was bedeutet "Corporate Citizenship" und wie zeigt sich das in dieser Partnerschaft?

Corporate Citizenship fußt auf dem Selbstverständnis, dass Unternehmen immer in einem gesellschaftlichen und ökologischen Kontext handeln und dafür Verantwortung tragen. Eine Verantwortung, die sich nicht nur in der eigenen Haltung, sondern auch ganz robust in Strukturen und Entscheidungen zeigt. Deshalb haben wir im Jahr 2011 eine weltweite Corporate-Citizenship-Guideline entwickelt. Sie definiert Zielgruppen, Handlungsfelder und Kriterien unseres Engagements und schafft so Verlässlichkeit, auch wenn sich Rahmenbedingungen verändern.

Als Familienunternehmen möchten wir mit unserem Kerngeschäft einen konkreten Beitrag für Kinder und Familien in vulnerablen Situationen leisten. Der Impuls kam aus einer kurzfristigen Unterstützung eines SOS-Kinderdorfs in Ungarn; daraus entstand die Idee einer langfristigen, weltweiten Partnerschaft.

Armband mit ukrainischen Farben wird umgebunden.
Im Rahmen der Partnerschaft unterstützt die Vaillant Group das SOS-Kinderdorf im ukrainischen Brovary mit moderner Heiztechnik.

Gibt es aus beiden Säulen der Kooperation Projekte, die Sie uns besonders nahebringen wollen?

Auf der Kerngeschäftsseite sind das zum Beispiel Wärmepumpen für den Neubau zweier SOS-Kinderdörfer in Frankreich und für den Wiederaufbau des SOS-Kinderdorfs in Brovary in der Ukraine. In Deutschland haben wir z. B. neue Heiztechnik auf dem SOS-Hof Bockum installiert. Das sind für mich sehr greifbare Beispiele dafür, wie wir mit technischer Expertise und Umsetzungskraft konkrete Beiträge leisten können.

Auf der sozialen Seite liegt mir besonders die Restcent-Spende in Deutschland am Herzen. Die Idee ist bewusst einfach: Kolleginnen und Kollegen spenden automatisch die Centbeträge hinter dem Komma ihres monatlichen Gehalts. Für den Einzelnen sind das nur wenige Cent, aber da so viele Mitarbeitende mitmachen, kommt jedes Jahr eine beachtliche Summe zusammen. Das zeigt sehr schön, wie aus vielen kleinen Beiträgen verlässliche Wirkung wird.

Was motiviert Sie persönlich, die Partnerschaft schon über so viele Jahre zu begleiten?

Mich motiviert, dass wir Verantwortung nicht nur benennen, sondern mit dem, was wir als Unternehmen leisten, auch wirklich etwas bewegen können. Und ich finde es beeindruckend zu sehen, was passiert, wenn Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten: Technik, Projektpraxis, lokales Engagement. Wer einmal erlebt hat, wie schnell aus einer Idee echte Unterstützung für Kinder werden kann, der möchte diesen Weg weitergehen.

Was war rückblickend der Gamechanger in der Partnerschaft und was fasziniert Sie an der Zusammenarbeit am meisten?

Für mich war der Gamechanger, die Machart des ersten Projekts 2011 konsequent international zu skalieren und dabei klare Prinzipien festzulegen: strategisch nah am Kerngeschäft, flankiert durch soziale Projekte und getragen von einer gemeinsamen kommunikativen Klammer. So wurde aus einer Einzelinitiative ein tragfähiges Modell, das auch über Länder und Jahre hinweg funktioniert. An der Kooperation fasziniert mich bis heute, wie viel Energie entsteht, wenn man ohnehin motivierte Menschen wirklich aktiviert. Über die authentische Kommunikation wirksamer Projekte und den wertvollen Beitrag, den jeder einzelne auf beiden Seiten der Partnerschaft leistet. Weil jedes Kind ein warmes Zuhause braucht.

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