In immer mehr Ländern sind Kinder vor der häufigsten Augenerkrankung geschützt
Good News der SOS-Kinderdörfer
Es gibt sie: die guten Nachrichten, die positiven Veränderungen und Aufwärtstrends für Kinder und Familien. In einer Welt, die oft reflexartig auf das Negative schaut, berichten die SOS-Kinderdörfer in den Good News über das, was uns aufrichtet.
Das Trachom ist eine ansteckende Augenerkrankung, die vornehmlich in Regionen mit mangelndem Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen auftritt. Die Erstinfektion erfolgt meist bei Kindern im Vorschulalter, sie sind auch die Hauptübertragenden. In Ägypten, Burundi, Fidschi, Libyen, Mauretanien, Papua-Neuguinea und im Senegal gilt die Verbreitung des Trachoms jetzt als beseitigt. Damit hat sich die Zahl der Trachom-freien Länder auf 28 erhöht.
2025 lebten 103 Millionen Menschen in Trachom-Endemiegebieten, in denen etwa aufgrund einer schwachen Infrastruktur, Naturkatastrophen und kriegerischen Konflikten mangelhafte Hygienestandards vorherrschen. Die weltweit häufigste Augenerkrankung wird durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Der Erstinfektion können weitere Ansteckungen folgen, die dann zumeist im Erwachsenenalter zu einer Sehbehinderung und schlimmstenfalls zur Erblindung führen. Vielfach stecken sich auch die Mütter bei erkrankten Kindern an. Wegen ihrer höheren Infektionsrate und ihres in vielen Ländern eingeschränkteren Zugangs zu Gesundheitsdiensten erblinden Frauen vier Mal häufiger als Männer.
2025 lag die Zahl der behandlungsbedürftigen Menschen bei rund 97 Millionen, im Vergleich zu 2002 handelt es sich dabei um einen Rückgang von 94 Prozent. Ein großer Erfolg. Dazu beigetragen haben Maßnahmen wie die Verbesserung von Umweltbedingungen und eine effizientere Gesundheitsversorgung, und insbesondere Aufklärungskampagnen zur Gesichtshygiene. Auch wenn die Antibiotika-Versorgung längst noch nicht flächendeckend ist, konnten 2024 immerhin 44,4 Millionen Betroffene damit behandelt werden. Der vermehrten Antibiotika-Gabe sowie chirurgischen Eingriffen ist es zu danken, dass auch das Ausmaß der Erkrankung immer mehr eingedämmt wird.