In Japan werden queere Jugendliche besser unterstützt
Good News der SOS-Kinderdörfer
Es gibt sie: die guten Nachrichten, die positiven Veränderungen und Aufwärtstrends für Kinder und Familien. In einer Welt, die oft reflexartig auf das Negative schaut, berichten die SOS-Kinderdörfer in den Good News über das, was uns aufrichtet.
In Japan erhalten queere Jugendliche in Schulen mehr Unterstützung bei der Selbstfindung und beim Coming-Out. Im Zuge des sogenannten ,Gesetzes zur Förderung des Verständnisses für sexuelle Minderheiten‘ ist ein Maßnahmenplan auf den Weg gebracht worden. Er beinhaltet auch den Ausbau von schulischen Aufklärungs- und Beratungsangeboten. Zum Beispiel bekommen Schulpsychologen und pädagogische Fachkräfte themenspezifische Schulungen, auch werden altersgerechte Lehrmaterialien zum Thema in den Lehrplan integriert.
In der Pubertät durchleben viele Jugendliche den Prozess ihrer sexuellen und geschlechtlichen Selbstfindung. Das kann zu Verunsicherung und Leidensdruck führen. Umso mehr, wenn offen gelebte Homosexualität in ihrem Alltag ansonsten kaum vorkommt und es etwa für LGBTQ-Personen keinen ausreichenden Diskriminierungsschutz gibt. In Japan ist beides der Fall.
Für die Sichtbarkeit queerer Menschen ist deshalb mit der Verabschiedung des neuen Maßnahmenplans zur Förderung der Vielfalt sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ein kleiner Meilenstein erreicht. Für die rund 12 Millionen Kindern und Jugendlichen, die in Japan zur Schule gehen, können die neuen Unterstützungsangebote bei ihrer Selbstfindung sehr hilfreich sein. Bestenfalls wächst dadurch auch eine Generation heran, die Vielfalt als etwas Selbstverständliches versteht. In Zeiten, in denen sich das politische und gesellschaftliche Klima für die LGBTQ-Community in vielen Weltregionen zunehmend wieder verschlechtert, eine hoffnungsvolle Aussicht.