gelbe Grafik mit Aufschrift "Kinderschutz-Blog" und "Licht an!"
17. Juli 2026 |  NEWS

Warum wir ein Glaubwürdigkeitsproblem haben

Die SOS-Kinderdörfer haben jahrelang öffentlich versprochen, dass sie jedem Kind ein liebevolles Zuhause ermöglichen. Unter dem Label SOS-Kinderdörfer arbeiten wir weltweit in über 130 Ländern mit nationalen, eigenständigen SOS-Kinderdorf-Vereinen als Föderation zusammen. Sie alle haben den Anspruch, Kinder sehr gut oder sogar besser als andere zu begleiten. 

Im Herbst 2024 ist im Auftrag unseres deutschen Schwestervereins SOS-Kinderdorf e.V. der Aufarbeitungsbericht "Der Aufarbeitung verpflichtet" einer unabhängigen Expertenkommission erschienen. In dem Bericht wird dieser hohe Anspruch, diese Selbstzuschreibung als ein zentrales Problem beschrieben. Denn das starke Bild, das die SOS-Kinderdörfer nach außen vertreten haben, verhinderte, sich innerhalb der Organisation mit echten Verfehlungen auseinanderzusetzen. Diese Informationen sind seitdem in der Öffentlichkeit und sie kollidieren mit dem makellosen Bild, das die SOS-Kinderdörfer lange Zeit vertreten haben. Wir haben ein Glaubwürdigkeitsproblem. 

Glaubwürdigkeit steht und fällt mit transparenter Aufarbeitung und damit, die Verletzungen von Kindern anzuerkennen. Und: Glaubwürdigkeit verlangt echtes Bedauern und den Versuch, für die Betroffenen Gerechtigkeit zu schaffen. 

Glaubwürdigkeit entsteht aber auch dadurch, dass wir als Organisation aufrichtig von der Ernsthaftigkeit unseres Handelns und der eigenen Verbesserungsfähigkeit überzeugt sind. Vertrauen wirkt von innen nach außen: Es nimmt seinen Anfang innerhalb der Organisation und schafft die Basis dafür, dass Spender und Spenderinnen und die Öffentlichkeit uns wieder vertrauen.  

Das ist einer der Gründe, warum ich die Themen "Aufarbeitung und Aufklärung" so nachhaltig vertrete. Nur durch die ernsthafte Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit können wir glaubwürdig optimistisch in die Zukunft schauen. 

Verantwortung übernehmen – der Kinderschutz-Blog der SOS-Kinderdörfer 

Die SOS-Kinderdörfer stellen sich ihrer Vergangenheit. Wir benennen Fehler, arbeiten Kinderschutzvorfälle auf und drehen an allen Stellschrauben, damit Kinder in unseren Programmen den Schutz erfahren, der ihnen zusteht. Kompromisslos. Damit dies gelingt, braucht es Achtsamkeit, Expertise und fundierte Antworten auf schwierige Fragen: Wie kann ich das Interesse der Öffentlichkeit an Transparenz bedienen – und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Betroffener schützen? Wie brechen wir mit der Glorifizierung von Gründerpersönlichkeiten? Wo braucht es Kontrolle – und wo besser Schulung und Selbstregulation? Diesen und weiteren Fragen geht Sabina Schutter, Kinderschutz-Expertin und Vorständin der SOS-Kinderdörfer in ihrem Blog nach. Fundiert und oft sehr persönlich.

Dr. Sabina Schutter, Vorständin der SOS-Kinderdörfer, in Interaktion
Dr. Sabina Schutter, Vorständin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Foto: Max Baudrexl
Grafik mit der Aufschrift "Licht an!"

Licht an! heißt: genau hinsehen. Hier berichten wir über Kinderschutz bei den SOS-Kinderdörfern, Aufarbeitung und die Wirkung unserer Arbeit. Wir holen ans Licht, wo wir gescheitert sind. Wir beleuchten, wie wir heute handeln – und wir machen sichtbar, wie es weitergeht: Schritt für Schritt, überprüfbar, öffentlich. Dabei geben wir Einblick in unsere Arbeit und zeigen konkrete Ergebnisse.

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