lila Grafik mit Aufschrift "Kinderschutz-Blog" und "Licht an!"
25. September 2026 |  NEWS

Kinderschutz basiert auf einer Kultur des Hinsehens

Wenn wir den Kinderschutz als zentralen Maßstab anlegen, müssen sich auch unsere Organisationskultur, unsere Strukturen und Prozesse daran messen lassen. Im neuen Beitrag der Blogserie spricht Vorständin Dr. Sabina Schutter über Transparenz, Verantwortung und eine offene Fehlerkultur.

Natürlich geht es bei einer Aufarbeitung um Kinderschutz und darum, Vorfälle zu untersuchen: Gewalt gegen Kinder, sexualisierte Gewalt, Grenzverletzungen. 

Doch diese Vorfälle sind nicht im luftleeren Raum geschehen. Sie sind in einem Umfeld geschehen, das Risiken nicht erkannt oder sie ignoriert hat. Manchmal hat das Umfeld sogar die Grenzverletzungen begünstigt.  

Aufarbeitung setzt genau hier an. Wenn wir den Schutz und das Wohlergehen der Kinder als zentralen Maßstab anlegen, wird deutlich, wo es bei einer Organisation Schwachstellen gibt: in der Organisationskultur, den Strukturen und Prozessabläufen.   

Das erklärt auch, warum Kinderschutz so oft mit Fragen zu Verantwortung und Rechenschaftspflicht einhergeht. Wo Regeln nicht ernst genommen werden, wo Fehler nicht angesprochen werden dürfen, entsteht ein Klima, in dem keine gegenseitige Kontrolle möglich ist.

Unter einem solchen Klima leiden am Ende die Schwächsten. 
 

Kultur der Transparenz

Daraus folgt etwas, das mir besonders wichtig ist: Gerade Führungskräfte müssen sich überprüfbar machen. Sie müssen die Einhaltung von Regeln und Vereinbarungen einfordern und sich selbst daran messen lassen.

In einer Kultur der Transparenz, in der Beschwerden ohne Angst vor Konsequenzen geäußert werden können, sind Grenzverletzungen weniger wahrscheinlich. Und wenn sie geschehen, werden sie schneller beendet. Kinderschutz ist deshalb nie nur eine Frage einzelner Vorfälle.

Er ist auch eine Frage unserer gelebten Kultur.

Verantwortung übernehmen – der Kinderschutz-Blog der SOS-Kinderdörfer 

Die SOS-Kinderdörfer stellen sich ihrer Vergangenheit. Wir benennen Fehler, arbeiten Kinderschutzvorfälle auf und drehen an allen Stellschrauben, damit Kinder in unseren Programmen den Schutz erfahren, der ihnen zusteht. Kompromisslos. Damit dies gelingt, braucht es Achtsamkeit, Expertise und fundierte Antworten auf schwierige Fragen: Wie kann ich das Interesse der Öffentlichkeit an Transparenz bedienen – und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Betroffener schützen? Wie brechen wir mit der Glorifizierung von Gründerpersönlichkeiten? Wo braucht es Kontrolle – und wo besser Schulung und Selbstregulation? Diesen und weiteren Fragen geht Sabina Schutter, Kinderschutz-Expertin und Vorständin der SOS-Kinderdörfer in ihrem Blog nach. Fundiert und oft sehr persönlich.

Dr. Sabina Schutter, Vorständin der SOS-Kinderdörfer, in Interaktion
Dr. Sabina Schutter, Vorständin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Foto: Max Baudrexl
Grafik mit der Aufschrift "Licht an!"

Licht an! heißt: genau hinsehen. Hier berichten wir über Kinderschutz bei den SOS-Kinderdörfern, Aufarbeitung und die Wirkung unserer Arbeit. Wir holen ans Licht, wo wir gescheitert sind. Wir beleuchten, wie wir heute handeln – und wir machen sichtbar, wie es weitergeht: Schritt für Schritt, überprüfbar, öffentlich. Dabei geben wir Einblick in unsere Arbeit und zeigen konkrete Ergebnisse.

Geschenkekorb
weitere Geschenke