Jedes fünfte Kind ist wegen Krisen in seinen Spielmöglichkeiten eingeschränkt
SOS-Kinderdörfer zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober
Krieg, Armut, unsichere Lebensumstände und die Zerstörung von Spielräumen schränken die Spielmöglichkeiten für Kinder weltweit immer mehr ein. Jedes fünfte Kind ist beim Spielen limitiert. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober hin. „Kinder haben ein Recht auf Spielen. Spielen ist unverzichtbar für ihre körperliche, soziale, sprachliche und kognitive Entwicklung. Nicht zu unterschätzen ist seine entlastende Wirkung. Im Spiel können Kinder Stabilität und Normalität zurückgewinnen, wenn ihr Alltag durch Bombardierungen und Vertreibung, durch existenzielle Nöte sein Fundament verloren hat”, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Lebensgefährliche Spielsituationen, zerstörte Bildungseinrichtungen
- Laut UN haben über 80 Millionen Kinder bis vier Jahre nicht die Möglichkeit, regelmäßig mit ihren Bezugspersonen zu spielen. Drei von vier leben in Subsahara-Afrika und Südasien, wo Eltern häufig all ihre Ressourcen aufbringen müssen, um das Überleben der Familien sicherzustellen. Das hat Folgen: Fällt das Spiel mit den Eltern, insbesondere bei jüngeren Kindern, weg, kann das die Eltern-Kind-Bindung beeinträchtigen sowie die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes.
- In Krisensituationen fehlen sichere Orte zum Spielen. Während Kriegen wird das Spielen im Freien schnell lebensgefährlich, auch Schulen und Kindergärten stehen oft unter Beschuss. Zum Beispiel wurden in der Ukraine laut ukrainischen Bildungsministerium seit Kriegsausbruch 4706 Bildungseinrichtungen bombardiert. Allein im Frontgebiet Donezk sind 162 Kindergärten beschädigt, 39 zerstört.
- Laut WHO leiden Menschen mit Kriegserfahrungen mehr als dreimal so häufig an Traumata. Kindern gelingt es im Spiel häufig besser als in Worten, ihre Not auszudrücken. Die Humanitäre Hilfe schafft in Krisengebieten oftmals Rückzugsorte, wo Kinder spielen können. In Ländern wie dem Sudan, in Haiti und in den besetzten palästinensischen Gebieten wurde ihnen 2025 der Zugang zu humanitärer Hilfe wegen der angespannten Sicherheitslage aber extrem erschwert.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer errichten in Krisengebieten und entlang Flüchtlingsrouten Kinderschutz-Zentren, die Kindern einen geschützten Raum zum Spielen und Lernen bieten. Zudem erhalten Kinder dort medizinische wie psychologische Ersthilfe. Allein in der Ukraine gibt es 120 Kinderschutzzentren. In den SOS-Kinderdörfern erfahren traumatisierte Kinder unter anderem Hilfe durch Spiel- oder Maltherapie.