15. Oktober 2026 |  PRESSEMITTEILUNG

Klimaschocks verstärken die weltweite Kinderarmut

SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut am 17. Oktober

München – Die Klimakrise verstärkt die weltweite Kinderarmut. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut am 17. Oktober hin. Drei von zehn armutsbetroffenen Kindern leben in Regionen, in denen sowohl die Kinderarmut wie die Gefahr von Extremwetterereignissen überproportional hoch sind. In diesen Regionen haben Kinder wegen ihres niedrigen sozioökonomischen Status ungenügenden Zugang zu Gesundheitsdiensten und sozialen Dienstleistungen. Das schwächt ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen von Extremwettern und potenziert ihre Not. »Kinder treffen die Folgen des Klimawandels härter, weil sie noch in der Entwicklung sind und sich selbst weniger schützen können.

Das gilt besonders für armutsbetroffene Kinder. Die Gefahren, denen sie bei Klimakatastrophen ausgesetzt sind, zeigen auf grausame Weise, wie schlecht es um die Klimagerechtigkeit steht. Wir im globalen Norden tragen die Hauptverantwortung für die Klimakrise. Zum Schutz der Kinder müssen wir in Ländern des globalen Südens gezielt in krisenfeste Gesundheitssysteme und widerstandsfähige Gemeinden investieren«, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. 

Auswirkungen von Klimakatastrophen 

  • Die Folgen von Dürren bedrohen die Lebensgrundlage von 1,8 Milliarden Kindern. Dürren vernichten Ernten, führen zu Nahrungsmittelknappheit und -teuerung. 2025 waren 35,5 Millionen Kinder akut unterernährt. Besonders betroffen: Kinder im Sudan und Südsudan. Bewaffnete Konflikte und langanhaltende Dürren erhöhen dort massiv das Sterberisiko von unterernährten Kindern. Laut Weltwetterorganisation könnte das Klimaphänomen El Niño das Ausmaß von Dürren in den Regionen in den kommenden Monaten noch vergrößern.
  • Gemäß UN sind rund 370 Millionen Kinder an Flüssen und in Küstenregionen der Gefahr von Überschwemmungen ausgesetzt. Armutsbetroffene Kinder und ihre Familien leben häufig in Gebieten mit mangelhafter Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung. 2024 etwa hatten 634 Millionen Kinder keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Damit steigt das Risiko, dass Kinder Trinkwasser aus Wasserquellen beziehen, die aufgrund der Überschwemmungen mit Krankheitserregern verunreinigt sind. Das erhöht ihr Risiko, zum Beispiel an Cholera zu erkranken. Zugleich laufen viele der Kinder wegen ihres mangelnden Zugangs zu Gesundheitsdiensten im Krankheitsfall Gefahr, nicht ausreichend medizinisch versorgt zu werden. 
  • 205 Millionen Kinder leben in Regionen, in denen es vermehrt zu großen Bränden kommen kann. Klimabedingte Auslöser sind etwa Hitzewellen und Dürren, auch Entwaldung erhöht das Brandrisiko. Eine Folge von Flächenbränden wie auch von Dürren und Überschwemmungen ist die Vertreibung von Kindern. Insgesamt sind zwischen 2016 und 2023 über 62 Millionen Kinder wegen Klimaschocks innerhalb ihres Landes vertrieben worden. Armutsbetroffene Familien verfügen zumeist kaum über Sozialschutz. Aus Existenznot sehen sie daher den einzigen Ausweg in negativen Bewältigungsstrategien. Dazu gehören etwa die Frühverheiratung von Töchtern und die Billigung von Kinderarbeit. 

 

So helfen die SOS-Kinderdörfer

Für die SOS-Kinderdörfer weltweit sind Klimaschutz, Kinderschutz und die Armutsbekämpfung eng miteinander verbunden. Damit Kinder und ihre Familien aufgrund der Klimakrise nicht aus ihrer Heimat vertrieben werden, führt die Hilfsorganisation etwa Programme zu klimaresistenten Anbaumethoden durch. Auch erhalten alleinerziehende Mütter Mikro-Kredite für Unternehmensgründungen. Die SOS-Kinderdörfer fördern die Schul- und Weiterbildung von armutsbetroffenen Kindern sowie das Umweltwissen von Kindern und Jugendlichen. 

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