17. September 2026 |  PRESSEMITTEILUNG

Verstärkter Einsatz von Landminen fordert immer mehr Opfer unter Kindern

Zum Weltkindertag am 20. September fordern die SOS-Kinderdörfer die strikte Einhaltung des Landminenverbots

Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Weltkindertags am 20. September hin. “Landminen lauern oft jahrzehntelang im Boden. Millionen Kinder wachsen heute in einem explosiven Umfeld auf und laufen Gefahr, getötet oder schwer verletzt zu werden. Die internationale Gemeinschaft muss sich der weiteren Aushöhlung des Verbotsvertrags entschieden entgegenstellen und dafür sorgen, dass die Opfer langfristig die Hilfe bekommen, die sie brauchen“, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer. 

 

Kinder stellen häufig die Mehrheit der Opfer 

Rund 90 Prozent aller Landminen-Opfer sind Zivilisten und Zivilistinnen. Die Waffen liegen auf Straßen und Feldern, in Schulen und in Wohnhäusern. Sie erschweren den Zugang zu Nahrungsmitteln und Wasser und gefährden den Transitverkehr. 2024 erreichte die Zahl der registrierten Opfer mit 6279 getöteten oder verletzten Menschen den höchsten Stand seit 2020. In vielen Ländern machen Kinder einen erheblichen Anteil der Opfer aus, teils stellen sie die Mehrheit. Gemäß dem ,Landmine and Cluster Munition Monitor‘ gibt es weit mehr Verletzte als Tote. Betroffene Kinder und Erwachsene sind oft ihr Leben lang auf medizinische Versorgung, Hilfsmittel und psychosoziale Unterstützung angewiesen. Die internationale Opferhilfe belief sich 2024 auf 31,3 Millionen Euro, innerhalb eines Jahres ist sie um 23 Prozent gekürzt worden. 

Landminen machen den Alltag für Kinder lebensgefährlich 

  • In keiner anderen Region waren im letzten Jahr so viele Länder von Kontamination betroffen wie in Subsahara-Afrika. Eines der 14 Länder ist der Südsudan, nirgends sonst sind so viele Jungen und Mädchen durch Landminen und Munitionsreste verstümmelt oder getötet worden. Gemäß dem ,Landmine and Cluster Munition Monitor‘ lag ihr Anteil bei 90 Prozent. In Nachbarland Sudan waren es 66 Prozent.
  • Afghanistan ist weltweit eines der am meisten von Landminen und Munitionsresten kontaminierten Länder. 2025 machten Kinder mit 66 Prozent den Großteil der Landminen-Opfer aus. Das afghanische Gesundheitssystem ist durch den jahrelangen Krisenmodus extrem instabil, so dass die überlebenden Kinder kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Rehabilitationsmaßnahmen und psychosozialer Unterstützung haben. 
  • Laut Handicap International ist die Ukraine mit dem weitreichendsten Einsatz von Antipersonen-Minen seit Jahrzehnten konfrontiert. In den ersten drei Kriegsjahren sind über 1150 Zivilisten und Zivilistinnen durch Minen getötet oder verletzt worden, darunter viele Kinder. Insgesamt wurden mindestens 3946 Kinder seit Februar 2022 getötet oder verletzt. Laut Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Minen-Räumung auf 30 Milliarden Euro.

 

So helfen die SOS-Kinderdörfer

Die SOS-Kinderdörfer machen sich weltweit für die Einhaltung der Kinderrechte stark. In Krisengebieten leistet die Hilfsorganisation humanitäre Hilfe, dazu gehört etwa auch die medizinische und psychosoziale Erstversorgung von verletzten und kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen. Speziell in der Ukraine führen die SOS-Kinderdörfer für Kinder und Studierende Minen-Sicherheitstrainings durch. 

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