Digitale Bildung in Dschibuti

E-Learning-Zentrum der SOS-Kinderdörfer gibt jungen Menschen eine Perspektive

01.02.2019 - Die Digitialisierung schreitet in Afrika mit rasantem Tempo voran. Das Mobil-Telefon bietet immer mehr Menschen Internetzugang, Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent. Die SOS-Kinderdörfer verstärken daher ihr Engagement für digitale Bildung, um die Job-Perspektiven von Jugendlichen zu verbessern. Ein Beispiel ist das E-Learning-Center in Dschibuti.
Lernen am Computer: Jugendliche im E-Learning-Zentrum in Dschibuti. Foto: Ralph Gladitz
Lernen am Computer: Jugendliche im E-Learning-Zentrum in Dschibuti. Foto: Ralph Gladitz

Das E-Learning-Zentrum in Balbala in der ostafrikanischen Republik bietet knapp 200 Schülern, davon 56 Prozent Mädchen und junge Frauen, die Möglichkeit, jeweils mehrmonatige Kurse in Bereichen wie ICT, EDV, Sprachen, Allgemeinbildung und Geschäftsgründung zu besuchen. Der Lehrplan orientiert sich eng an den Erfordernissen des lokalen Arbeitsmarktes und der allgemeinen Berufspraxis in Dschibuti.

Hohe Arbeitslosigkeit in Dschibuti

EDV, Sprachen, Allgemeinbildung und Geschäftsgründung: Das E-Learning-Zentrum in Dschibuti bietet ein breites Kursangebot. Foto: Ralph Gladitz

"Das Projekt gibt vielen sehr armen jungen Menschen die Möglichkeit, einen Job in ihrem Land zu finden", sagt SOS-Pressesprecher Louay Yassin. "Über 50 Prozent der Menschen in Dschibuti sind unter 25 Jahre alt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent, jeder vierte Bewohner hat weniger als 1,25 Dollar pro Tag zum Leben. Daher wollen viele junge Menschen emigrieren."

Entwicklungschancen für Jugend und Gesellschaft

Bildung befähigt benachteiligte junge Menschen zu einem selbstbestimmten Leben und zu gesellschaftlicher Teilhabe. Dabei geht es nicht nur um Schulbildung, sondern um Schlüsselqualifikationen für lebenslanges Lernen, die Förderung von Begabungen und die Entfaltung der Persönlichkeit. Stabile und geschützte familiäre Bindungen, die verlassene und elternlose Kinder in den SOS-Kinderdörfern erfahren, sind die Basis für einen erfolgreichen Bildungsweg. Gut ausgebildete junge Menschen, die diese Bindung erlebt haben, haben die Motivation und das Vermögen, ihr eigenes Leben, ihr Umfeld und die Gesellschaft positiv zu verändern. Die SOS-Kinderdörfer haben die Wirksamkeit ihrer Arbeit untersucht und können diese belegen.

Bildungs-Chancen-Lotterie fördert E-Learning-Zentrum

Das E-Learing-Center der SOS-Kinderdörfer wird nun durch die Bildungs-Chancen-Lotterie, Deutschlands einzige Soziallotterie mit dem Fokus auf Bildungsförderung, gefördert. Die Bildungs-Chancen-Lotterie vergibt finanzielle Mittel an ausgewählte Bildungsprojekte. Nutznießer sind Projekte, die dort tätig werden, wo sich staatliche Bildungsangebote traditionell schwer tun: in der pragmatischen Förderung individueller Talente und Begabungen vor Ort, dort wo gemeinnützige Bildungsangebote gerade dringend finanzielle Unterstützung benötigen. Die Fördermittel stammen aus den Losverkäufen der Lotterie: 30 Prozent jedes gekauften Loses fließen in die Bildungsförderung. Neben dem Projekt in Dschibuti werden zwei weitere Projekte unterschiedlicher Bildungsträger in Deutschland unterstützt.