Ihr Digitaler Nachlass - Warum das Thema wichtig ist

Die Digitalisierung hat unser Leben verändert: Wir kommunizieren per E-Mail, speichern Fotos in der Cloud, schließen Verträge online ab, nutzen Online-Banking, soziale Netzwerke oder digitale Währungen wie Bitcoin. Doch: Was passiert mit Ihren digitalen Spuren, Konten und Verträgen, wenn Sie einmal nicht mehr da sind? Für Ihre Angehörigen kann es schwierig sein, ohne Zugangsdaten an wichtige Informationen zu kommen, Verträge zu kündigen oder Profile zu löschen.

 

Was gehört zum digitalen Nachlass?

  • Online-Banking und Konten bei Banken
  • E-Mail- und Messenger-Konten (z. B. WhatsApp)
  • Online-Abos, Mitgliedschaften, Verträge und Streaming-Dienste
  • Profile auf sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, X, LinkedIn)
  • Cloud-Dienste (z. B. Google Drive, Dropbox)
  • Digitale Währungen (z. B. Bitcoin)
  • Geräte wie Computer, Smartphone, Tablet, Smart-Home
  • Digitale Dokumente und Fotos
  • Passwortmanager und Sicherheits-Apps

 

Wichtig: Viele Verträge laufen nach dem Tod weiter – sofern sie nicht aktiv gekündigt werden. Auch auf gespeicherte Daten und Inhalte haben die Erben Anspruch. Doch häufig sind Zugangsdaten und die Übersicht über die digitalen Aktivitäten nicht vorhanden.

 

Ihr digitales Leben regeln: Der erste Schritt ist der Überblick

  • Erstellen Sie eine Liste Ihrer digitalen Konten, Geräte und Zugangsdaten: Welche E-Mail-Adressen, Social-Media-Profile, Banking-Apps oder digitalen Verträge besitzen Sie? Notieren Sie wichtige Zugangsdaten, wie Benutzername, Passwort, ggf. PIN oder zusätzliche Sicherheitscodes (2-Faktor-Authentifizierung). Speichern Sie diese Aufstellung an einem geschützten Ort oder verwahren Sie den Ausdruck an sicherer Stelle z. B. in einem Safe und informieren Sie eine Vertrauensperson über den gewählten Weg.
  • Löschen Sie nicht genutzte Konten: Weniger ist mehr – entfernen Sie alles, was Sie nicht mehr benötigen, bevor es im Ernstfall kompliziert wird.

Empfehlung: Nutzen Sie zum Beispiel ein Online-Tool der Verbraucherzentrale oder einen einfachen Vordruck, um Ihre Konten zu erfassen. Den Beispiel-Vordruck der Verbraucherzentrale finden Sie hier.

 

Passwort-Manager & Authentifizierungs-Apps

Wenn Sie einen Passwort-Manager benutzen, denken Sie daran, das Masterpasswort sowie den Zugang zur Sicherheits-App bzw. den Aufbewahrungsort dieser Zugangsdaten einer Vertrauensperson mitzuteilen. Ohne diese Daten ist kein Zugriff möglich.

 

Digitale Währungen (z. B. Bitcoin)

  • Erben benötigen „Private Keys“ oder die „Seed-Phrase“, um auf Ihre Wallets zugreifen zu können.
  • Notieren Sie Zugangsdaten und Anleitungen zu Ihren digitalen Währungen in einem gesicherten Verzeichnis, z. B. auf einem verschlüsselten USB-Stick.
  • Bewahren Sie dieses Verzeichnis an einem geschützten Ort auf und informieren Sie ausschließlich eine Person Ihres Vertrauens.

Organisation & Vollmacht - So regeln Sie Ihren digitalen Nachlass richtig

Vollmacht und Vertrauensperson

  • Bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die über Ihr digitales Leben Bescheid weiß.
  • Verfassen Sie eine handschriftliche Vollmacht – mit Datum, Unterschrift und dem Hinweis, dass sie „über den Tod hinaus“ gilt. Ein Beispiel für die Vollmacht finden Sie bei der Verbraucherzentrale 
  • Legen Sie fest, was mit jedem einzelnen Konto und Ihren Daten passieren soll: Löschen, Archivieren, Profile in Gedenkzustand versetzen.

Aufbewahrung und Aktualisierung

  • Bewahren Sie die Liste und Vollmacht an einem sicheren Ort auf, z. B. im Tresor, bei einer Notarin/einem Notar oder auf einem verschlüsselten USB-Stick.
  • Ihre Vertrauensperson sollte wissen, wo sich alles befindet.
  • Aktualisieren Sie Ihre Übersicht regelmäßig alle 12 Monate bzw. fortlaufend bei Änderungen. Fügen Sie neue Konten hinzu und streichen Sie nicht mehr genutzte Zugänge.

Soziale Netzwerke: Regelungen nutzen!

  • Facebook: Benennen Sie einen Nachlasskontakt oder legen Sie fest, ob Ihr Konto gelöscht oder in Gedenkzustand versetzt werden soll.
  • Google: Nutzen Sie den Kontoinaktivitätsmanager, um zu bestimmen, wer im Ernstfall Zugriff erhält.
  • Instagram und andere: Informieren Sie sich über die Möglichkeiten zur Nachlassregelung beim jeweiligen Anbieter.

Smart-Home und Geräte

Bestimmen Sie einen weiteren Administrator oder sorgen Sie dafür, dass Ihre Vertrauensperson Zugang zu den Geräten und Apps erhält, wenn Sie nicht mehr selbst handeln können.

Tipp: Nehmen Sie auch die Zugänge zu Ihrem Smartphone, Laptop oder Tablet in die Liste mit auf – vor allem, wenn Sie damit Ihre Sicherheitscodes und Authentifizierungs-Apps steuern.

 

Unsere Tipps für Ihre digitale Vorsorge

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre digitalen Aktivitäten
  • Notieren Sie Konten und Zugangsdaten in einer Liste und verwahren Sie diese sicher
  • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie Ihre Liste fortlaufend bei Änderungen bzw. einmal im Jahr auf Aktualität
  • Ergänzen Sie neue Konten bzw. löschen Sie nicht genutzte bzw. gekündigte Konten und Abos konsequent
  • Legen Sie eine Vertrauensperson fest und erteilen Sie dieser eine Vollmacht
  • Nutzen Sie Anbieterfunktionen z.B. für Facebook Konten
  • Überlegen Sie, ob Sie einen kommerziellen Nachlassdienst nutzen, der Ihren digitalen Nachlass regelt – achten Sie dabei auf Datenschutz und Seriosität!

 

SOS-Kinderdörfer weltweit als Erbe

Wenn Sie die SOS-Kinderdörfer weltweit in Ihrem Testament bedenken, kümmern wir uns um Ihren gesamten Nachlass – auch um Ihren digitalen Nachlass, sofern uns die entsprechenden Angaben und Zugänge vorliegen. Am besten, Sie nehmen mit uns Kontakt auf, damit wir in Ihrem Sinne tätig werden können.

 

Quellen: 

Stand: 06/2026

 

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