2025 sind 350 humanitär Helfende im Einsatz ums Leben gekommen
Berlin –Während Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, bezahlen hunderte humanitär Helfende ihren Einsatz mit dem Leben. 2025 starben 350 Helfende während ihres Einsatzes für andere Menschen. Damit sind im letzten Jahr nach Informationen der Aid Worker Security Database seit Beginn der Datenerfassung 1997 die zweitmeisten Einsatzkräfte ums Leben gekommen. Boris Breyer, Pressesprecher bei den SOS-Kinderdörfern weltweit sagt zu den Daten: "Auch 2025 waren humanitäre Helferinnen und Helfer in vielen Ländern großen Gefahren ausgesetzt. Sie arbeiten oft unermüdlich und bis an den Rand der Erschöpfung. Das verdient größten Respekt und mehr Schutz."
Nach dem traurigen Rekordjahr 2024 mit 387 verstorbenen humanitären Helfenden blieb die Zahl auch 2025 auf historisch hohem Niveau. Noch vor wenigen Jahren galt 2013 mit 159 Todesopfern als Negativrekord. Besonders gefährlich waren Einsätze in Gaza, wo 186 Helfende ums Leben kamen, sowie im Sudan mit 71 Todesopfern.
Zudem wurden viele Helfende im Einsatz verwundet, verhaftet oder entführt. Insgesamt waren 2025 1187 Helfende von einem größeren Sicherheitsunfall betroffen, so viele wie seit Beginn der Datenerfassung nicht.
Mehr als 99 Prozent der im Einsatz verstorbenen humanitär Helfenden sind lokale Einsatzkräfte. Während sie große Gefahren auf sich nehmen, um anderen Menschen in der Not beizustehen, sind sie oft selbst von der Krise um sie herum direkt betroffen – sei es durch tote Verwandte, den Verlust ihres Zuhauses oder Zukunftsängste.
"Trotz der massiven Belastung halten diese Menschen in schlimmsten Situationen die Fahne der Menschlichkeit hoch. Humanitär Helfende sind eigentlich durch das Humanitäre Völkerrecht geschützt. Doch in der Realität sind diese Menschen immer wieder Angriffen ausgesetzt. Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand, der enden muss", sagt Boris Breyer von den SOS-Kinderdörfern weltweit.
Die Zahlen für die ersten Monate in 2026 geben vorsichtigen Anlass zur Hoffnung. Laut vorläufiger Daten der Aid Worker Security Database sind im aktuellen Jahr bisher 83 Helfende im Einsatz verstorben. "Wir hoffen, dass diese Entwicklung anhält. Denn jeder im Einsatz verstorbene humanitär Helfende ist einer zu viel", sagt Boris Breyer von den SOS-Kinderdörfern weltweit dazu.
Humanitäre Hilfe der SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer leisten in Krisengebieten humanitäre Hilfe für Kinder und Familien. 2025 haben die SOS-Kinderdörfer weltweit 122 humanitäre Hilfsprogramme umgesetzt und damit über 3,8 Millionen Menschen erreicht. Die Maßnahmen zur humanitären Hilfe gehen von den SOS-Kinderdörfern im jeweiligen Land aus. Dies ermöglicht eine schnelle, effiziente und nachhaltige Hilfe: Die lokalen Mitarbeitenden sind häufig unter den ersten Helfenden im Katastrophengebiet und kennen die Gegebenheiten vor Ort. Die Soforthilfe geht oftmals in langfristige Aufbau- und Entwicklungsprojekte über: Wenn andere Hilfsteams längst abgezogen sind, bleiben die SOS-Kinderdörfer vor Ort aktiv, um Kindern und Familien einen Neuanfang zu ermöglichen. Der Nothilfe-Fonds der SOS-Kinderdörfer weltweit sorgt dafür, dass Hilfe genau dann bereitsteht, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.