Ein kleiner Rucksack voller Hoffnung

Viel konnte Daniel nicht mitnehmen auf seiner Flucht. In einem kleinen Rucksack hat er alles verstaut, was ihm wichtig ist. Seine Familie flüchtete aus El Salvador, als sie ins Visier der berüchtigten Mara-Banden geriet.

"Die Banditen wollten, dass ich Schmiere stehe, wenn sie ihre Einbrüche machen. Als sie damit gedroht haben, meine Familie umzubringen, weil ich nicht bei ihnen mitmachen wollte, hat mein Vater beschlossen, dass wir gehen."

Mitten in der Nacht haben sie ihre Sachen gepackt. Eine lange und zwei kurze Hosen, fünf T-Shirts, ein Paar Schuhe, ein Paar Sandalen und zwei Spielzeugautos. Dazu noch ein Schulbuch und zwei Hefte. Mehr passte nicht in den Rucksack, den Daniel sich mit seinem kleinen Bruder teilen musste.

Flucht vor den Maras

Tausende von Menschen aus Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua sind auf der Flucht in die USA. In ihrer Heimat sind es neben Hunger und Armut vor allem die Maras, kriminelle Banden, die ihr Leben bedrohen. Vielen von ihnen machen Station in der Grenzstadt Tapachula im Süden Mexikos. 

Auch für Daniel und seine Familie ist Tapachula nur eine Zwischenstation. Daniels Vater will weiterreisen bis in die USA. "Der Arm der Banditen reicht weit", sagt er. Er will um jeden Preis verhindern, dass seiner Familie etwas passiert. Für Daniel bedeutet dass, alles hinter sich zu lassen, was sein Leben bisher ausgemacht hat. Alles, bis auf die wenigen Dinge, die in seinen Rucksack passen.

 

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