Issam macht Fortschritte

Mitten in einem der leidvollsten Gebiete der Welt, dem kriegszerstörten Gaza-Streifen, bekommt ein Junge mit einer Sehbehinderung eine Chance – und träumt von einer Zukunft, in der er in Frieden leben und als Augenarzt anderen helfen kann.

Eine glückliche, unbeschwerte Kindheit sieht anders aus. Statt zu spielen, zu lachen und zur Schule zu gehen, wurden Issam und seine Familie gezwungen, ihr Zuhause und alles, was sie kennen, zu verlassen. Seit die Gewalt in Gaza eskaliert ist, leben sie in einem beengten Flüchtlingslager mit Tausenden anderen, die ebenfalls geflohen sind. Die Hoffnung und Zukunftsträume vieler Kinder sind seither wie weggeblasen.

Aufgrund seiner Sehbehinderung ist Issam besonders verletzlich. Ein Wendepunkt kam, als die SOS-Kinderdörfer in diesem Zeltlager eine Schule eröffneten. Dort hatte Issam mit einigen anderen Kindern die Möglichkeit, dem Krieg zumindest für eine Weile zu entkommen.

„Erst dachte ich, Issam sei ein leistungsschwacher Schüler. Nachdem ich ihn näher an die Tafel setzte, und die Eltern über digitale Kommunikation beim Lernen zuhause einbezog, machte Issam erhebliche Fortschritte.“

Issams Englischlehrerin

Der geschützte Raum und die Lernatmosphäre schenken den traumatisierten Kindern ein Stück Normalität. Für Issam war es jedoch schwierig, dem Unterricht zu folgen: Eine Augenerkrankung macht es ihm unmöglich, seine Augen bei Sonnenlicht vollständig zu öffnen, und seine Weitsichtigkeit erfordert zusätzliche Sorgfalt beim Lernen.

Wieder wurden die SOS-Kinderdörfer aktiv und produzierten angepasste Schulmaterialien. Sie stellten Issam größere Druckvorlagen zur Verfügung, damit er besser lesen kann, und für Aufgaben erhält er im Vergleich zu seinen Mitschüler:innen mehr Zeit. Zudem stimmen sich die Mitarbeitenden regelmäßig mit seiner Familie ab, um sicherzustellen, dass er sowohl von den Lehrkräften als auch von seinen Eltern die passende Unterstützung erhält.

Dieser integrierte Ansatz hat Issams Selbstvertrauen und seine Lernmotivation erheblich gestärkt. Auch wenn ein friedvolles und sorgenfreies Leben für die Menschen im Gaza-Streifen noch in weiter Ferne liegt, treten in Issams Kindheit wieder kleine Momente der Unbeschwertheit auf: Wenn er in der Schule etwas weiß, eine Aufgabe richtig gelöst hat oder für ein paar Momente in das Ausmalen eines Bildes versunken ist, erhellt ein Lächeln sein Gesicht. Auch einen Wunsch für seine Zukunft hat Issam inzwischen. Er möchte Augenarzt werden, um Kindern mit ähnlichen Augenproblemen helfen zu können.

 

Kind aus Gaza. Foto: Hosny Salah

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