Vorreiterin mit 25 Kindern

Es geht nicht ohne die Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern, sagte Margarita schon vor 26 Jahren, als sie bei den SOS-Kinderdörfern in Peru begann. Ihre Arbeit mit der Ursprungsfamilie war damals revolutionär. Jetzt wurde sie dafür mit dem Helmut-Kutin-Preis geehrt – und dafür, dass sie als SOS-Mutter 25 Kinder groß gezogen hat.

 

Mit viel Liebe und Erfahrung: SOS-Kinderdorf-Mutter Margarita hat 25 Kinder großgezogen
Mama Margarita heißt mit vollem Namen Margarita Maximiana Cusihuaman Sisa und ist die geborene Kinderdorf-Mutter: "Mich füllt der Beruf der SOS-Kinderdorf-Mutter ganz aus", sagt sie mit ruhiger, fester Stimme. "Ich habe eine riesige Familie: Kinder, Enkelkinder. An Weihnachten wirkt mein Haus plötzlich winzig, weil wir alle zusammen sind."

Dabei ist nicht immer alles rosig: Die Kinder machen manchmal ihre Schularbeiten nicht, kommen nicht zu verabredeten Zeit nach Hause oder sind einfach unendlich traurig. Das sind alles Probleme, für die Mama Margerita schon vor vielen Jahren einen sehr modernen Lösungsansatz gefunden hat.

"Gleich zu Beginn meiner Arbeit bei SOS wurde mir klar, dass wir die biologischen Eltern, die Ursprungsfamilie, unbedingt mit einbeziehen müssen." Die Kinder aus ihrer SOS-Familie, die noch Eltern haben, hören nach wie vor auf sie und hängen an ihnen. "Also lud ich die Eltern regelmäßig ein, ihre Kinder zu besuchen. Vor allem dass sie an den Geburtstagen kamen, war mir sehr wichtig."

"Die Eltern akzeptieren uns"

 


"Ich habe eine riesige Familie: SOS-Mutter Margarita mit ihrer SOS-Familie im Kinderdorf in Peru
Die Eltern folgten ihrer Einladung meistens und sie brachten Süßigkeiten für ihr Kind mit. Später erklärte Margerita ihnen, dass die anderen Kinder in der SOS-Familie, die keine Eltern mehr haben,  sich auch über Süßigkeiten freuen würden. Und so brachten die Eltern auch für die anderen Kinder eine Kleinigkeit mit. "Damit wuchsen die Eltern auch in die SOS-Familie hinein und akzeptierten uns als die neue Familie ihrer Kinder."

 

Heute ist für Margerita die Arbeit mit den Eltern sogar eine Bereicherung, eine Unterstützung. "Man kann sich absprechen", sagt sie. "Die Kinder können einen so nicht gegeneinander ausspielen, was sie ja manchmal versuchen." Sie zwinkert und lächelt.

"Das macht mich besonders stolz"

Margarita selbst wuchs in guten Verhältnissen auf: Ihr Vater war Automechaniker, die Mutter Bäuerin. "Als älteste Tochter musste ich natürlich viel im Haushalt helfen, wir waren sechs Kinder, das war nicht immer einfach für mich." Sie träumte davon, Lehrerin zu werden. Doch die Eltern beschlossen, nur ihre Brüder auf die höhere Schule zu schicken und Margarita machte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. "Das war gar nichts für mich", sagt sie heute. "Als ich dann im Sekretariat einer Schule arbeitete, lernte ich einige SOS-Kinder kennen. Als sie mir vom Kinderdorf erzählten, ist bei mir sofort der Funke übergesprungen und ich bewarb mich einfach."

Margarita ist seit ihrem 23. Lebensjahr SOS-Kinderdorf-Mutter. 25 Kinder hat sie in dieser Zeit groß gezogen - und alle haben einen höheren Schulabschluss erreicht. "Das macht mich besonders stolz", lächelt sie, "meine Mädchen können alle studieren."

 

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