550 Kilometer für Kinder in Not

Von einem, der losradelte, um Gutes zu tun

Michael Biller fuhr auf seinem Rennrad von Hamburg bis nach Flensburg und zurück. Unser Spender des Monats trotzte dabei nicht nur Wind und Wetter und lernte neue Freunde kennen, er sammelte auch für die SOS-Kinderdörfer weltweit, um auf diese Weise Kindern in Not und deren Familien zu helfen.

Weil es Freude bringt, für andere da zu sein

Eine "Helfernatur" sei er, so bezeichnet sich Michael Biller selber. Der in Hamburg lebende 28-jährige Projektmanager hatte schon immer mehr Spaß an Dingen, die er nicht alleine unternimmt und bei denen er andere unterstützen kann. "Ich habe mich schon in der Schule in der Ganztagsbetreuung engagiert und Nachhilfe gegeben", erzählt er, "ich hatte eine wundervolle Kindheit, für die ich überaus dankbar bin. Nun ist es an der Zeit, etwas davon an die Menschen weiterzugeben, denen es nicht so gut geht wie mir." 

Viel Wasser hat Michael Biller auf seiner Radtour erlebt. Manchmal auch kräftig "von oben". Alle Fotos: Privat

Die Spendenaktion, die er im September 2020 veranstaltete, war nicht die erste von Michael Biller. 2014 bereits organisierte der Hobby-Schlagzeuger in seiner Heimatstadt Erding bei München ein Benefiz-Konzert mit dem Titel "Rock'n 'Care", das damals bereits eine hohe dreistellige Summe einbrachte.

Dieses Jahr wollte er seine Leidenschaft, das Radfahren, mit dem guten Zweck verbinden: "Ich habe 2014 bei einem Triathlon in Erding die Liebe zum Radfahren entdeckt. Der Vorteil: Man kommt mit dem Rennrad sehr schnell sehr weit." Ursprünglich war die 5-tägige Radtour als Urlaub geplant, doch dann hatte Michael die Idee, seine Freizeit zu nutzen, um Gutes zu tun: "Ich dachte, wenn ich mich schon aufs Rad schwinge, dann kann ich doch auch gleich Spenden sammeln."

Eine ganz persönliche "Tour de Norddeutschland"

Michael Biller setzte seine Idee in die Tat um und bewarb vor Antritt der Reise seine Fundraising-Aktion in den sozialen Medien. Für jeden der über 550 gefahrenen Kilometer ließ er sich eine Summe zahlen oder einen festen Betrag – die Wahl überließ er den Spendern. Im September war es dann soweit: Michael fuhr zunächst in Richtung Ostsee, über Lübeck und Kiel bis nach Flensburg und an der Westküste über Sankt Peter-Ording zurück nach Hamburg.

Große Tour mit kleinem Gepäck aber viel Enthusiasmus!

"Meine Sponsoren waren zu Beginn beeindruckt über die beachtliche Kilometeranzahl, die ich in 5 Tagen zurücklegen wollte", sagt Michael Biller, "und ich als Hobby-Radler hatte selbst auch Respekt vor der Tour." Seine Sorge blieb unbegründet, denn letztendlich hatte er über 550 Kilometer geschafft. Die knappe Woche im September wird er wohl nie mehr vergessen.

Zwei Erfahrungen haben ihn nachhaltig geprägt. Zum einen hat Michael Biller gelernt, dass man den eigenen Körper nie unterschätzen darf und in Extremsituationen über sich hinauswachsen kann: "Auf dem Weg von Husum nach Sankt Peter-Ording kam ich in einen Regensturm. Ich dachte, ich werde weggeschwemmt", erinnert er sich, "doch ich hatte noch 70 km vor mir und musste in Bewegung bleiben und weiterfahren, sonst wäre ich, klitschnass, wie ich war, sicherlich krank geworden. Und als ich dann endlich nach vier Stunden ankam, war ich trotz aller vorherigen Bedenken topfit." Michael Biller hat erfahren, dass man zu mehr in der Lage ist als man denkt: "Wenn man will, kann man Berge versetzen!"

Die zweite wertvolle Erfahrung, die ihn bereichert hat, ist die Gastfreundschaft und Nächstenliebe, die ihm auf den verschiedenen Etappen der Radtour entgegenkam: "Da ich auf mein Reisebudget achten wollte, hatte mir eine Freundin eine Website genannt, über die ich umsonst bei Fremden übernachten kann – kostenlos und ohne Gegenleistung." Zunächst reagierte Michael skeptisch, doch jeder einzelne der vier Gastgeber entpuppte sich als eine wahre Bereicherung. "Von der ersten bis zur letzten Nacht habe ich eine unglaubliche Gastfreundschaft erfahren, und mit einer der Hosts habe ich mich tatsächlich angefreundet."

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Eindrucksvolle Stimmung in Husum.

Für Michael Biller war die Benefiz-Radtour zugunsten der SOS-Kinderdörfer weltweit erst der Anfang. Ursprünglich hatte er eine größere Reise geplant, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung: "Eigentlich wollte ich mit meinem Rennrad ja auch nach Dänemark und Schweden, was sich in der Vorbereitung aber als zu kompliziert entpuppte. Doch dieser Trip ist nur aufgeschoben, ich freue mich schon auf den nächsten Sommer und noch mehr Spenden, die ich 'einfahren' kann."

Wir freuen uns auch auf zukünftige Reiseberichte und bedanken uns bei unserem Spender des Monats für diese tolle Aktion!

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