Reibekuchen für den guten Zweck

Nächstenliebe geht durch den Magen

Wenn die Spendenaktion zur Tradition wird: Elisabeth Zündorf veranstaltet jedes Jahr ein Reibekuchenfest, das über die Stadtgrenzen hinweg Berühmtheit erlangt hat. Die Veranstaltung ist nicht nur eine Bereicherung für ihren Ort, sondern auch ein Geschenk für Kinder in Not auf der ganzen Welt.

Eine Geburtstagsfeier der etwas anderen Art

65 ist eine bedeutende Zahl, vor allem, wenn sie für die Lebensjahre eines Menschen steht. Auch Elisabeth Zündorf aus Bornheim-Sechtem durfte dieses Jubiläum ihrer Geburt bereits feiern. "Freunde und Familie einzuladen, um den Spätsommer gebührend zu würdigen, mit Kaffee, Kuchen, Wein und anderen Köstlichkeiten – das können andere", dachte sie sich. Denn unsere Spenderin des Monats hatte für diesen Tag, den 31. August 2017, etwas anderes in petto. "Uns allen geht es gut, wir haben unser Auskommen und genug zu essen, wir besitzen die Mittel, um uns Wünsche zu erfüllen." Und von diesem Reichtum wollte sie etwas abgeben, an Menschen, die von Geburtstagsfeiern oder Geschenken nur träumen können.

Elisabeth Zündorf mit Tochter Andrea und Enkel Felix. Foto: Privat

Elisabeth Zündorf war klar, sie wollte Kinder in Not unterstützen. "Mit den SOS-Kinderdörfern habe ich eine Verbindung, seit ich meine eigene Tochter Andrea zur Welt brachte, und zwar unter großen Schwierigkeiten", erklärt die Spenderin des Monats, "aufgrund der Komplikationen war es mir untersagt, weitere Kinder zu bekommen." Somit war ihr klar, dass sie neben ihrer Tochter noch mehr Kindern zu einem eigenständigen Leben verhelfen wollte. Und da kamen für sie nur die SOS-Kinderdörfer in Frage: "Schon früher habe ich Geld für diese Hilfsorganisation gesammelt, indem ich zur Weihnachtszeit regelmäßig selbstgemachte Adventsgestecke und Kränze verkauft und die Erlöse gespendet hatte. Warum also nicht auch an meinem Geburtstag?"

Ein ganzes Dorf packt mit an

Viele Hände helfen mit: Das Helfer-Team des Reibekuchenfests. Foto: Privat

Unsere Spenderin des Monats lebt noch immer auf dem Bauernhof, den ihre Großeltern 1911 erbaut hatten. Sie lebt Geschichte und macht sich diese auch zunutze: Denn der "Alte Schmitze-Hof" dient als Veranstaltungsort für ihre Spendenaktion. "Ich habe einen wunderschönen Garten, der ideal ist, um Gäste zu bewirten." Als Elisabeth Zündorf die Idee mit dem Reibekuchenfest zugunsten der SOS-Kinderdörfer weltweit hatte und ihre Tochter von der geplanten Aktion ebenfalls begeistert war, wurde ihr klar, dass man das Fest in einem etwas größeren Rahmen aufziehen müsse: "Ich brauchte Helferinnen und Helfer, um meinen Plan zu realisieren. Und wir haben bei uns im Dorf auch ein Vereinsleben, mit lieben Menschen, die einander helfen." Überall stieß der Plan auf offene Ohren. Mehr noch: "Dann ergab ein Telefonat das andere, unter dem Motto 'ich kenne einen, der kennt einen …'. Und binnen eines Tages hatte ich das gesamte Helfer-Team zusammengestellt." Dass sie so schnell eine ehrenamtliche Truppe von 30 Leuten gewinnen konnte, ist nur möglich, wenn ein ganzes Dorf an einem Strang zieht. "Meine Freude über die Hilfsbereitschaft meiner Mitmenschen war riesengroß. Ich habe dann gleich mit der restlichen Planung begonnen, unter anderem wurde ich von meiner Tochter bei der Plakatgestaltung am Computer unterstützt."

Das Reibekuchenfest im Alten Schmitze-Hof

Fröhliche Reibekuchenbäcker an ihren heißen Pfannen. Foto: Privat

Dann endlich kam der Tag – der 65. Geburtstag und das ambitionierte Reibekuchenfest zugunsten der SOS-Kinderdörfer weltweit. Elisabeth Zündorf und ihr Helfer-Team hatten alles vorbereitet und die Tische im Freien liebevoll eingedeckt, mit Stofftischdecken, Kerzen und Blumendeko. All die Mühe wurde belohnt. Die Gäste kamen, speisten, tranken und waren begeistert. Das gesamte Team, unter ihnen auch Tochter Andrea und Enkelsohn Felix, hatten gut zu tun. Die Spendenaktion wurde zum vollen Erfolg. "Wir haben sofort gewusst, das müssen wir wiederholen. Und da uns dieser Donnerstag so viel Glück brachte, haben wir eine Tradition daraus gemacht". Gesagt, getan: Jeden letzten Donnerstag im August wird seit 2017 das Reibekuchenfest als Spendenaktion zugunsten der SOS-Kinderdörfer veranstaltet. Nur 2020 machte Corona ihnen einen Strich durch die Rechnung. Doch 2021 bereits wurde wieder an die alte bzw. junge Tradition angeknüpft, auch wenn es sich dabei Pandemie bedingt um kein Fest, sondern eine Abholaktion ("Rievkooche für mötzenemme") handelte. Doch für 2022 ist wieder ein richtiges Reibekuchenfest im Alten Hof der Familie Schmitz geplant: "Gesellig beisammen zu sitzen und sich auszutauschen, bei Reibekuchen, Wein und Bier, das ist unser inniger Wunsch", bekräftigt unsere Spenderin des Monats, "abgesehen davon generieren wir natürlich auch mehr Umsatz und damit eine höhere Spendensumme für die gute Sache!" Und die Spendensumme, die seit 2017 zugunsten der SOS-Kinderdörfer aufgelaufen ist, spricht für sich selbst – beeindruckende 9.865.- Euro!

Dankbarkeit ist das größte Geschenk

Das Schönste für unsere Spenderin des Monats ist neben der Unterstützung für Kinder in Not und deren Familien das Lächeln auf den Gesichtern ihrer Gäste – die Freude und Dankbarkeit sind der Motor für ihr Handeln. "Wir haben 2019 versucht, die Besucher unseres Reibekuchenfests zu zählen. Und nahezu keiner der rund 300 Gäste hatte an diesem Tag den Hof verlassen, ohne 'Danke' zu sagen. So vielen Menschen eine Freude zu machen und darüber hinaus Kindern in Not zu helfen, das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl."

Wir schließen uns an und sagen "Danke" für diese tolle Spendenaktion!

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