25. März 2021 | PRESSEMITTEILUNG

Eine der größten vergessenen Krisen weltweit

SOS-Kinderdörfer verurteilen Terrorangriffe in Niger aufs Schärfste

Niamey - Die SOS-Kinderdörfer weltweit sind tief bestürzt über die jüngsten terroristischen Angriffe in Niger und verurteilen diese aufs Schärfste. Am Montag sind in dem westafrikanischen Land 137 Menschen bei Massakern gestorben, darunter 22 Kinder und Jugendliche. Seit Beginn des Jahres sind damit bereits über 300 Menschen von Terroristen getötet worden.

"Wir sind in großer Sorge! Niger gehört zu den Ländern mit den weltweit schwächsten Strukturen, egal, ob es um Bildung, Ernährung, medizinische Versorgung oder Sicherheit geht", sagt Madougou Mamoudou, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Niger. Die Angriffe erschütterten ein Land, das sich – vergessen von der Weltbevölkerung – seit Jahren in einer massiven humanitären Krise befände.

Niger steht auf dem letzten Platz des "Index der menschlichen Entwicklung" der Vereinten Nationen. Der Klimawandel und die zunehmende Wüstenbildung machen das Leben hier immer schwerer. 3,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter zwei Millionen Kinder. Experten befürchten, dass im Jahr 2021 457.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Unterernährung leiden werden. Über die Hälfte aller Kinder zwischen sieben und 16 Jahren gehen nicht zur Schule. "Die Corona-Pandemie hat das Land in sämtlichen Bereichen zusätzlich geschwächt", sagt Mamoudou. Für viele Kinder und Jugendliche gehe es ums Überleben.

Mamoudou sagt: "Die Kinder in Niger brauchen dringend Unterstützung. Nur mit umfassender, koordinierter humanitärer Hilfe kann sich das Land stabilisieren und hat dauerhaft eine Chance!" Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Niger seit Jahrzehnten.

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben – im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Mexiko, Venezuela, Zentralafrika, Madagaskar, Syrien, dem Jemen, Niger, Burkina Faso und Bangladesch.

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