31. August 2021 | PRESSEMITTEILUNG

Pakistan: Kinder in Schulen zu Tode geprügelt

Neues Gesetz soll laut SOS-Kinderdörfern Gewalt verbieten

Lahore - Treten, schütteln, ohrfeigen, mit dem Stock schlagen und sogar zu Tode prügeln – all diesen menschenverachtenden Praktiken sind Schüler in Pakistan nach Angaben der SOS-Kinderdörfer bis heute ausgesetzt. "Gewalt wird als Erziehungsmethode verkauft, Millionen Kinder leiden darunter täglich in Schulen, an Arbeitsplätzen und in anderen Einrichtungen. Ihre Rechte werden missachtet, ihre Würde wird wieder und wieder verletzt", sagt Saba Faisal, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Pakistan.

Im Februar dieses Jahres sei ein achtjähriger Junge von einem Lehrer zu Tode geprügelt worden, weil er eine Lektion nicht korrekt wiedergeben konnte. Im Jahr davor sei ein Mädchen im gleichen Alter, das als Haushaltshilfe gearbeitet hatte, erschlagen worden, weil ihm die Papageien seiner Arbeitgeber entflogen waren.

"In einem Land wie Pakistan, das seit Jahrzehnten mit immer neuen Zyklen von Gewalt kämpft, ist auch Gewalt als Erziehungsmethode gesellschaftlich nach wie vor vielerorts akzeptiert", sagt Saba Faisal. Eine aktuelle Studie habe den direkten Zusammenhang zwischen den Schlägen und der Erniedrigung in Schulen und zahlreichen negativen Folgen deutlich gemacht: "Kinder brechen ihren Bildungsweg ab, werden verhaltensauffällig, haben psychische Probleme, lernen schlechter und haben als Erwachsene einen geringeren sozialen Standard", erklärt Faisal.

Sie setzt nun große Hoffnungen auf ein neues Gesetz: Es soll die Gewalt in Schulen verbieten und hat bereits den Pakistanischen Senat passiert. Jetzt sei entscheidend, dass es wirklich umgesetzt wird. "Wir müssen alles daransetzen, dass sich diese schreckliche Praxis sehr schnell ändert! Gewalt gegen Kinder ist nicht tolerierbar", sagt Faisal.

Die SOS-Kinderdörfer sind seit Jahrzehnten in Pakistan aktiv und setzen sich vielfach für die Einhaltung der Kinderrechte und eine gewaltfreie Erziehung ein.

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