Sudan
Warum die SOS-Kinderdörfer im Sudan helfen
Warum die SOS-Kinderdörfer im Sudan helfen
Ein halbes Jahrhundert bewaffnete Konflikte haben dem Sudan stark zugesetzt. Die Folgen sind verheerend. Millionen von Kindern haben ihre Eltern verloren, und die meisten von ihnen sind gezwungen, Kinderarbeit zu verrichten – ohne Schutz und Fürsorge. Die Menschen leiden zudem unter häufigen Dürren oder Überflutungen während der Regenzeit. Und durch die Abspaltung des Südsudans ist der Staat in eine noch schlimmere wirtschaftliche Lage geraten als zuvor. Es herrscht große Not im Sudan, einem der unterentwickeltsten Länder der Welt.
Bewaffnete Konflikte haben alle Aspekte des Lebens betroffen
Die Bevölkerung Sudans umfasst etwa 35.4 Millionen (Juli 2014, Schätzung). Die Hauptstadt Khartum hat fünf Millionen Einwohner.
Die jüngsten bewaffneten Konflikte haben alle Bereiche des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens im Sudan in Mitleidenschaft gezogen. Die Kämpfe der vergangenen 50 Jahre haben mehr als 1,5 Millionen Menschenleben gefordert. Hunderttausende von Menschen sind ums Leben gekommen und etwa zwei Millionen sind infolge der Kämpfe in Darfur zu Vertriebenen geworden.
Der Sudan hat eine der weltweit höchsten Raten an Binnenflüchtlingen zu verzeichnen - etwa vier Millionen Menschen mussten bisher ihr Zuhause verlassen. Andere haben Zuflucht in den Nachbarländern gesucht; viele Menschen aus Darfur sind in den Tschad geflohen, andere aus dem Staat Blue Nile in das benachbarte Eritrea.
Eine Gesellschaft steht vor großen zukünftigen Herausforderungen
Im Sudan gibt es große Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Landesteilen. Während die nördlichen Staaten tendenziell wohlhabender, urbanisierter und in geringerem Maße von der Landwirtschaft abhängig sind, sind andere Gebiete wie Darfur, Süd-Kordofan und der Staat Blue Nile State deutlich ärmer. Diese Staaten weisen höhere Säuglingssterblichkeitsraten und eine wachsende Zahl von Haushalten auf, die an Nahrungsmittelknappheit leiden. 31-40 Prozent der Haushalte in Kordofan haben nicht genügend zu essen, und auch die Einwohner der kriegsgeschüttelten Darfur-Region sind dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Kinder in diesen Gebieten haben nur selten die Möglichkeit, eine Grundschulausbildung zu absolvieren - in Darfur und Kordofan schließen weniger als fünf Prozent der Kinder die Grundschule ab. Im Gegensatz dazu sind es im wohlhabenderen Norden fünfzig Prozent.
Kinder sind aufgrund der Instabilität gefährdet.
Demographisch gesehen ist der Sudan ein sehr junges Land - etwa 41 Prozent der Bevölkerung sind Kinder unter 14 Jahren. In diesem Land, das unter bewaffneten Konflikten und den Folgen von Naturkatastrophen leidet, gehören die Kinder zu der am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppe. Familien sind gewaltsam voneinander getrennt und Gemeinden zerstört worden, und schätzungsweise 3,5 Millionen Kinder wachsen ohne elterliche Fürsorge auf. Darüber hinaus verlieren viele Kinder aufgrund der Armut den Schutz der Familie.
Die Kinderarbeit ist weit verbreitet. Kinder müssen in Fabriken oder auf dem informellen Sektor arbeiten, putzen Schuhe, waschen Autos oder verkaufen Kleinwaren auf der Straße; andere müssen betteln gehen. In den ländlichen Gebieten arbeiten Kinder in der Landwirtschaft und der Viehzucht. Der Kinderhandel zum Zwecke der Prostitution oder sexuellen Ausbeutung ist ebenfalls ein weit verbreitetes Phänomen. In den Kampfgebieten werden viele Kinder als Kindersoldaten rekrutiert.
Mädchen sind besonders benachteiligt, da sie noch seltener eine Schule besuchen können und häufig in jungen Jahren zwangsverheiratet werden.
SOS-Kinderdorf im Sudan
Das SOS-Familienstärkungsprogramm setzt sich in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden dafür ein, vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern das Aufwachsen in einer liebevollen familiären Umgebung zu ermöglichen. Wenn Kinder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, werden sie von SOS-Müttern in einer der SOS-Familien betreut. Junge Menschen können in speziellen Unterkünften auf ihrem Weg in die Selbständigkeit von ausgebildeten Fachkräften betreut werden.
Jede Spende hilft
Mit Ihrer Spende schenken Sie verlassenen Kindern ein liebevolles Zuhause und helfen Familien in Not.Anzahl der Standorte
1
Familien und Bildung für
604
Kinder und Erwachsene
Seit
1975
im Land aktiv
Familie für elternlose Kinder
- SOS-Kinderdörfer: Dort finden 78 elternlose und verlassene Kinder ein liebevolles Zuhause. Die Mädchen und Jungen wachsen in einer Familie zusammen mit Geschwistern auf und werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut.
- Jugendbetreuung: Wenn Jugendliche aus unseren SOS-Kinderdörfern eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen, ziehen sie in Jugendwohngruppen um. Dort betreuen und begleiten wir 62 junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.
Hilfe für Familien in Not
Die SOS-Kinderdörfer unterstützen und beraten Familien in Not, um sie vor dem Zerbrechen zu bewahren und gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. Unsere Familienhilfe gibt so 464 Kindern und Eltern eine Perspektive. Das Hilfsangebot umfasst z.B.:
- Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen, z.B. durch Unterstützung für Schulgebühren, Schuluniformen und Lernmaterialien oder Förderunterricht.
- Gesundheitsversorgung
- Erziehungs- und Familienberatung, psychologische Unterstützung
- Fortbildung und Berufsberatung