Wie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer wirkt

Wir wollen wissen, wie unsere Kinderdorfkinder und Teilnehmer an unseren Familienstärkungsprogrammen später in ihrem Leben zurechtkommen. Nur durch genaue und stetige Evaluierung unserer Programme können wir die Arbeit der SOS-Kinderdörfer nachhaltig verbessern – und unseren Spendern versichern, dass ihre Unterstützung bei uns gut angelegt ist.

In Österreich und Deutschland befragen wir daher periodisch Kinder und Jugendliche, die in unseren Einrichtungen betreut wurden. Welche Herausforderungen haben sie und wie können wir diesen möglichst gerecht werden? Zusätzlich zu diesen Befragungen sowie zum Programm "Tracking Footprints", über das die Erfahrungen von ehemaligen SOS-Kindern ausgewertet werden, haben wir im Jahr 2014 ein weiteres Projekt gestartet – das "Social Impact Assessment".

Wirksamkeitsstudie "Social Impact Assessment"

Unabhängige Wissenschaftler haben in der Studie "Social Impact Assessment" erforscht, wie es den Menschen, die wir unterstützt haben, Jahre später geht. Berücksichtigt wurden acht Kriterien Einkommen, Versorgung mit Lebensmitteln, sichere Unterkunft, stabiles soziales Umfeld, körperliche Gesundheit, soziales und emotionales Wohlbefinden, Bildung und Ausbildung, Schutz.

2014 wurde mit der Pilotstudie in Äthiopien (Standort Hawassa) und Swasiland (Mbabane) begonnen, 2015 kamen weitere Länder dazu: Elfenbeinküste (Abobo-Gare), Nepal (Surkhet), Tansania (Sansibar), Senegal (Dakar). Es zeigte sich, dass es etwa 80 Prozent der Menschen, die durch SOS unterstützt wurden, in mindestens sechs der acht Bereiche gut bis sehr gut geht.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die SOS-Familienhilfe verhindert laut Studie erfolgreich, dass Kinder von ihren Familien verlassen werden. Sie trägt dazu bei, dass sich Eltern besser um ihre Kinder kümmern, und erhöht das emotionale und soziale Wohlbefinden der Kinder. Jungen und Mädchen, die in einem Kinderdorf aufgewachsen sind, nehmen, wenn sie selbst Eltern werden, diese Aufgabe zum größten Teil verantwortungsvoll wahr und üben einen positiven Einfluss auf zukünftige Generationen aus. In Gemeinden, in denen die SOS-Kinderdörfer aktiv sind, erhöht sich das Bewusstsein für die Kinderrechte; die Netzwerke zum Schutz der Kinder sind stabiler.

Besonders prägnant waren auch die Ergebnisse zu den finanziellen Auswirkungen. Gemessen wurde hier der "Social Return Of Investment": Die Forscher stellten fest, dass das lebenslange Einkommen der ehemaligen Programmteilnehmer deutlich höher ist, ebenso die Bereitschaft zu geben und sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Gemeinden, in denen wir tätig waren, mussten weniger Geld für Sozialleistungen ausgeben. Selbst bei zurückhaltender Berechnung haben die SOS-Programme bei einer Investition von einem Euro zu einem „Social Return“ von 14 Euro geführt.