08. März 2021 | NEWS

DOK.fest: Wenn die Pandemie auf Armut trifft

SOS-Kinderdörfer weltweit verleihen Dokumentarfilmpreis beim DOK.fest München

Heranwachsende brauchen Geborgenheit, Schutz und Bildung, um sich gesund entwickeln zu können. Für viele Kinder in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Bis die Pandemie unsere aller Leben verändert hat.

Denn auch hierzulande fühlen sich Jungen und Mädchen in der Corona-Krise überfordert, sind verängstigt, hilflos, gelangweilt. Millionen Kinder rund um den Globus aber, die in armen Ländern aufwachsen, verlieren mehr als den Anschluss an die Klasse oder ein Jahr Unterricht. Sie kehren vermutlich nie wieder in die Schule zurück: zum Beispiel, weil Mädchen während der Pandemie schwanger geworden sind, oder Jungen und Mädchen nun arbeiten müssen, weil ihre Eltern durch die Krise ihren Job verloren haben und sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Die Folgen sind dramatisch: Ihnen verschließt sich für immer der Weg aus der Armut. Aber bereits vor der Verbreitung des Coronavirus lebten Kinder in armen Regionen oder Krisengebieten in ganz anderen Realitäten. Ihre Kindheit endete nicht selten von einer auf die nächste Sekunde. Sie mussten ansehen, wie Eltern, Verwandte oder Freunde vor ihren Augen getötet wurden. Sie hungerten und wuchsen ohne Geborgenheit und Schutz auf. Sie wurden geschlagen, missbraucht und mussten Kinderarbeit verrichten.

Zum 8. Mal SOS-Dokumentarfilmpreis

Die SOS-Kinderdörfer weltweit wollen in dieser schwierigen Zeit auf die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Kinder unserer Welt aufmerksam machen und zeichnen auch in diesem Jahr Filmemacher aus, die diese Geschichten in ihren Dokumentarfilmen erzählen. Nicht alle Filme beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Corona auf das Leben von Kindern. Viele sind hoffnungsfroh und erzählen von der erstaunlichen Widerstandskraft, die Kinder innehaben. 2021 wird der SOS-Dokumentarfilmpreis beim DOK.fest München bereits zum 8. Mal verliehen. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert und wird von B.O.A. Videofilmkunst gestiftet.

Hilfe der SOS-Kinderdörfer für Familien in Ecuador. Foto: Faham Foorodi

"Auch für Kinder und ihre Eltern in Deutschland ist die Pandemie eine gigantische Herausforderung", sagt der Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation, Dr. Wilfried Vyslozil, in seinem Appell. "Wir dürfen dabei jedoch nicht die vielen Kinder weltweit aus den Augen verlieren, denen es schon vor der Pandemie unendlich schlecht ging. Wir dürfen sie gerade jetzt nicht im Stich lassen", sagt Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit in München. "Umso mehr freuen wir uns, dass wir engagierte Filmemacher auch dieses Jahr wieder mit dem SOS-Dokumentarfilmpreis auszeichnen können. Die Dokumentarfilme bringen uns kindliche Lebenswelten aus anderen Ländern nahe."

Hochkarätige Jury verleiht SOS-Filmpreis

Die Jury des SOS-Dokumentarfilmpreises ist hochkarätig besetzt. Im Gremium sitzen Prof. Dr. Heribert Prantl (Ehem. Mitglied der Chefredaktion, nun Kolumnist und Autor der Süddeutschen Zeitung), Michaela May (Schauspielerin), Andre Lentzen (Senior Manager Programm Planning für die Sender Disney Channel, National Geographic, FOX), Thomas Sessner (Programmdirektion Kultur | Leitung Mediathek - Digitale Entwicklung beim BR), Sabine Bubeck-Paaz (Redakteurin in der Redaktion "ZDF/ARTE Kultur und Musik"), Michaela Braun (Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Personalausschusses der SOS-Kinderdörfer weltweit) und Christine Kehrer (Leitung Bewegtbild der SOS-Kinderdörfer weltweit).

Das DOK.fest in München

Das DOK.fest München zählt zu den großen Filmfestivals in Europa für den internationalen, künstlerisch anspruchsvollen und gesellschaftlich relevanten Dokumentarfilm. Das Publikumsfestival findet in diesem Jahr vom 5. bis 16. Mai 2021 statt. Der SOS-Dokumentarfilmpreis wird im Rahmen einer großen Abendveranstaltung am 15. Mai 2021 verliehen. Am 16. Mai 2021 wird der SOS-Preisträgerfilm in München noch einmal der Öffentlichkeit präsentiert.

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Aus dem ersten Kinderdorf in Imst in Tirol entstand eine global agierende Hilfsorganisation für Kinder und Familien. Sie ist heute mit über 570 Kinderdörfern und rund 2.500 weiteren SOS-Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekten und der SOS-Familienhilfe in 137 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,5 Millionen Kinder und deren Angehörige.

Terminplan DOK.fest München

  • 5. bis 16. Mai 2021: 36.  DOK.fest München  
  • 15. Mai 2021: Offizielle Preisverleihung
  • 16. Mai 2021, 18 Uhr: Screening des SOS-Preisträgerfilms im Museum "Fünf Kontinente", München

 

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