10. Juni 2024 | NEWS

Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni

Zahl der Kinderarbeiter und Kinderarbeiterinnen ist in den letzten Jahren um 8,4 Millionen gestiegen

München – Weltweit verrichten rund 160 Millionen Jungen und Mädchen zwischen 5 und 17 Jahren Kinderarbeit. Seit 2016 ist ihre Zahl um 8,4 Millionen gestiegen. Darauf machen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni aufmerksam. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, sagt: "Die Hauptursache für Kinderarbeit ist Armut. Bildung bewahrt vor Armut. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder zur Schule gehen können. Eine Voraussetzung dafür ist, dass Eltern ohne das Zutun ihrer Kinder für den Familienunterhalt sorgen können und sozial abgesichert sind."

Nigeria Kinderarbeit 2018 Foto: Moshood Raimi

Kinderarbeit und ihre Ursachen

Kinderarbeit gefährdet die körperliche, mentale und soziale Entwicklung, die Gesundheit und die Sicherheit von Kindern. Über die Hälfte der Kinderarbeiter und Kinderarbeiterinnen ist jünger als zwölf Jahre. Mehr als ein Drittel aller arbeitenden Kinder geht nicht zur Schule. Der Mangel an Bildungschancen verringert ihre Aussicht auf eine menschenwürdige, angemessen bezahlte Arbeit als Erwachsene.
Rund zehn Prozent von ihnen arbeiten in der Industrie, etwa 20 Prozent im Dienstleistungsgewerbe. Sie verrichten körperlich schwere Arbeit im Bergbau und in Fabriken, sie arbeiten als Hausangestellte und Drogenkuriere, werden für Kinderprostitution und Kinderpornographie missbraucht. Der Großteil der Kinderarbeiter und Kinderarbeiterinnen ist in der Landwirtschaft tätig, zum Beispiel beim Einbringen der Baumwoll- oder Teeernte. Die Kinderarbeit-Rate ist in ländlichen Gebieten dreimal so hoch wie in Städten. Arbeitende Kinder sind zumeist nicht angestellt. Viele von ihnen arbeiten unbezahlt im Familienverbund oder -betrieb.   
Kinderarbeit kommt in Konflikt- und Krisenregionen häufig vor, weil Kinder ohne elterliche Betreuung selbst für ihren Lebensunterhalt einstehen oder weil ihre Arbeitsleistung das Einkommen ihrer von Armut bedrohten Familien steigert.
Die Corona-Pandemie, die Zunahme bewaffneter Konflikte, die aufgrund des Klimawandels sich immer häufiger ereignenden Naturkatastrophen und eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung sind Faktoren, die die Armut der Bevölkerung in vielen Ländern verstärkt haben. Armut und Kinderarbeit bedingen einander, somit sind die Faktoren auch mitverantwortlich für die steigende Kinderarbeit-Rate. Besonders hoch ist diese in Subsahara-Afrika, wo weltweit auch die Armut am größten ist.

So helfen die SOS-Kinderdörfer weltweit

Die SOS-Kinderdörfer bekämpfen die Armut und die Kinderarbeit mit vielfältigen Maßnahmen: Kinder und Jugendliche ohne elterliche Betreuung erhalten in den SOS-Kinderdörfern eine Schul- und Berufsbildung, Hochschulbesuche etwa werden mit Stipendien unterstützt.
Familienhilfe-Programme zielen darauf ab, das Einkommen der von Armut betroffenen Familien nachhaltig zu sichern, so dass Eltern eigenständig für ihre Familien sorgen und ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen können. Zum Beispiel können Eltern in den Sozial- und Berufsbildungszentren der SOS-Kinderdörfer Ausbildungs- und Fortbildungsangebote nutzen, um sich für den lokalen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Gründung von Klein-Unternehmen unterstützt die Hilfsorganisation mit der Vergabe von Mikrokrediten. Sogenannte ,Elterntrainings‘ sollen Eltern und andere Betreuungspersonen für die Bedürfnisse und Rechte von Kindern sensibilisieren, und für die Notwendigkeit, ihnen Bildungschancen zu schaffen. Die SOS-Kinderdörfer bezuschussen den Schulbesuch von Kindern mittelloser Eltern und statten sie mit Schulmaterialien aus.

Die Hilfsorganisation setzt sich bei lokalen Behörden und Regierungen für Maßnahmen ein, die Kinder vor ausbeuterischer Arbeit schützen.

 

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