Ihr seid nicht alleine!

Zanana leitet eine Selbsthilfegruppe für HIV-Infizierte

'Wir helfen uns gegenseitig!' Zanana ist Leiterin einer Selbsthilfegruppe - Fotos: B. Dimbleby

Zanana wirkt für ihre 26 Jahre ungewöhnlich reif. Die junge Frau hat lernen müssen, damit zu leben, HIV-infiziert zu sein. Sie wird deshalb von vielen gemieden: Nachbarn, alte Freunde, auch Verwandte gehen ihr aus dem Weg. Trotzdem umarmt sie das Leben. Und ihre Kraft gibt sie an andere weiter. Sie betreut als ehrenamtliche Mitarbeiterin eine Selbsthilfegruppe für HIV-Infizierte, die sich regelmäßig im SOS-Sozialzentrum in Umtata/Südafrika treffen.

"Als ich die Diagnose erhielt, wusste ich überhaupt nicht, was ich tun sollte und was das bedeutet" - ein Satz, den Zanana immer wieder hört. Jede Woche organisiert sie die zwei- bis dreistündigen Treffen der Selbsthilfegruppe. 30 HIV-infizierte Männer und Frauen kommen dort zusammen, um über ihre Probleme und Ängste zu reden. Sie sprechen darüber, wie man Kinder großzieht und sie gleichzeitig mit dem Wissen vertraut macht, dass die Mutter oder der Vater bald sterben könnten; welche körperlichen Symptome mit der Aids-Erkrankung einhergehen, wie man finanzielle Unterstützung beantragt und wie man Begräbnisse organisiert; wie man damit umgeht, ein Ausgestoßener in der Gesellschaft oder sogar in der eigenen Familie zu sein. Und vor allem: wie man den Lebensmut nicht verliert.

Ehrenamtliche Helfer im Kampf gegen HIV/Aids

"Als meine Familie von meiner Erkrankung erfuhr, kauften sie mir einen eigenen Löffel und ein eigenes Geschirr, damit sie mit mir nicht in Berührung kommen. Ich bin stigmatisiert und isoliert, gemeinsam mit meiner achtjährigen Tochter", erzählt eine Frau. Zanana weiß, wie wichtig die Gruppentreffen und die gegenseitige Unterstützung und Beratung im SOS-Sozialzentrum für die Betroffenen ist. "Wegen der Angst vor Stigmatisierung wollen viele ihre HIV-Infektion vor der Familie geheim halten.Die Gruppe kann ihnen da wirklich helfen. Wir sagen ihnen: Ihr seid nicht alleine. Wir sind alle HIV-positiv, also helfen wir uns gegenseitig."

Einige Gruppenmitglieder wohnen viele Kilometer vom SOS-Kinderdorf entfernt, aber sie versuchen alles, um kein Treffen zu verpassen. "Für einige ist es wirklich schwierig, hierher zu kommen. Manchmal gehen sie mehr als eine Stunde zu Fuß zum Treffen", sagt Zanana. Gemeinsam mit der SOS-Krankenschwester Olive macht Zanana auch regelmäßig Hausbesuche bei Kranken. Sie waschen sie, bringen ihnen Essen, machen ihnen Mut. Auch in Krankenhäusern versucht sie, Aids-Patienten Kraft zu geben. Zanana klärt außerdem SOS-Kinder, Jugendliche, SOS-Mütter und Lehrer über HIV/Aids auf und erklärt ihnen, wie man sich schützen kann.

Unermüdlich kämpft Zanana ihren Kampf gegen die todbringende Krankheit, die sie selbst in sich trägt. Woher sie die Kraft und ihren Lebensmut nimmt? "HIV-positiv zu sein und eine positive Lebenseinstellung zu haben, schließt sich nicht aus!"

 

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