Jobs für junge Menschen in Somaliland

Das Next-Economy-Programm der SOS-Kinderdörfer leistet Starthilfe für Berufseinsteiger und Jungunternehmer

Wie finde ich Arbeit, wenn es kaum Jobs gibt? In Somaliland liegt die Arbeitslosigkeit bei 70 Prozent, ein Großteil der Menschen in der Hauptstadt Hargeisa schlägt sich mit Gelegenheitsjobs oder als Straßenhändler:innen durch. Gerade Schulabgänger, aber auch Hochschulabsolventen, haben schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die SOS-Kinderdörfer in Somaliland geben jungen Berufseinsteigern eine Perspektive.

Next Economy

Das Next-Economy-Programm der SOS-Kinderdörfer macht junge Menschen in Somaliland fit für die Arbeitswelt: Nach einem Basiskurs zur Karriereplanung entscheiden sich die die Teilnehmer:innen, ob sie eine berufliche Karriere als Angestellte oder als Unternehmer:innen anstreben.

Bessere Jobchancen: Wie finde ich meinen Traumjob? Der Kurs reicht von Softskills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit über Zeitmanagement bis hin zu Bewerbungstraining. Durch Praktika und On-the-job-Training in einem Partnerunternehmen des Programms sammeln die Teilnehmer:innen erste Berufserfahrung.

Selbständigkeit: Wie verwirkliche ich meine Geschäftsidee und gründe ein eigenes Startup-Unternehmen? Die Teilnehmer:innen lernen, wie sie einen Businessplan entwickeln, Crowdfunding für ihr Startkapital betreiben und ihre Kund:innen durch Marketing gewinnen. Business Mentoren beraten die angehenden Jungunternehmer:innen beim Aufbau ihres Startups.

Jungunternehmerin trotzt Covid-Krise

Badra Muse Kasim (26) betreibt eine Boutique in Hargeisa. Foto: Florian Staudt

"In meiner Boutique in Hargeisa biete ich Kleidung und Schuhe, Haushaltsartikel sowie Schulsachen an. Zuvor habe ich in der Landwirtschaft gearbeitet, das wurde von mir traditionell erwartet, aber das lag mir nicht. Mit Anfang 20 habe ich daher meine Boutique eröffnet. Ich war noch sehr jung, aber ich wollte meine Idee unbedingt verwirklichen. Die ersten drei Jahre lief das Geschäft gut an. Doch als die Corona-Krise kam, blieben die Kunden aus und ich musste mein Budget immer weiter zusammenstreichen. Ich habe mich dann für das Next-Economy-Programm der SOS-Kinderdörfer beworben. Dort habe ich gelernt, wie man in Marketing investiert und Werbung in den sozialen Medien macht, auf Instagram und Facebook. Eines meiner größten Ziele ist es, mein Geschäft, um eine eigene Schneiderei zu erweitern, um maßgeschneiderte Kleidung anbieten zu können. Das ist etwas, was meine Kunden wünschen, und würde mir helfen viele Herausforderungen zu überwinden, die ich jetzt noch sehe. Heute beschäftige ich bereits vier Mitarbeiter."

Badra Muse Kasim (26)

Der erste Job

Daahir Ahmed (25) hat eine Anstellung als Schulkassierer gefunden. Foto: Florian Staudt

"Die SOS-Kinderdörfer haben mir meine Ausbildung ermöglicht, denn ich bin Waise und meine Verwandtschaft ist arm. Ich konnte so Statistik studieren und habe meinen Bachelor gemacht. Aber wenn man die Universität abschließt, hat man keine Berufserfahrung und man tut sich sehr schwer einen Job zu finden. Ein Problem ist hier auch Vetternwirtschaft, ohne Beziehungen hat man als Berufseinsteiger kaum eine Chance. Ich habe mich deshalb für das Next-Economy-Programm beworben. Dort habe ich zum Beispiel gelernt, wie man einen Lebenslauf schreibt oder wie man professionell kommuniziert. Danach absolvierte ich ein Praktikum. Schließlich fand ich eine Anstellung als Schulkassierer. Für die Zukunft plane ich, mein Studium fortzusetzen und Masterkurse zu nehmen, um meine Karrierechancen weiter zu verbessern."

Daahir Ahmed (25)

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