"Mein Vater ist mein Held"

Sie möchte die bekannteste Kosmetikerin Sri Lankas werden. Eine junge Frau erzählt ihre Geschichte.

Ich heiße Anne, bin 20 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Kosmetikerin. Mein Papa hat mich auf diesem Weg immer unterstützt. Ich liebe es, anderen das Gefühl zu geben, sie sind schön – das macht mich sehr glücklich. Mein Traum ist es, eines Tages meinen eigenen Salon zu eröffnen und in Sri Lanka als professionelle Kosmetikerin bekannt zu sein.

Ich lebe mit meinen Eltern und drei jüngeren Geschwistern. Mein Vater ist meine größte Stütze: Er tut alles für uns. Selbst während der Corona-Zeit, als er keinen Job hatte, fand er immer einen Weg, Essen auf den Tisch zu stellen.  

Schon als Kind habe ich andere gerne geschminkt und darin hat er mich immer unterstützt. Als ich dann für meinen Ausbildungskurs jeden Tag sehr weit mit dem Bus nach Colombo reisen musste, hat er mich sogar begleitet. 

Ein Weg, der sich lohnt 

Finanzielle Schwierigkeiten begleiteten mich schon lange, aber ich habe nie aufgegeben. Manchmal hatte ich anfangs nicht einmal die Materialien für die praktischen Übungen, doch ich ging trotzdem zu meinen Kursen, beobachtete und lernte.

Ich habe niemals aufgegeben und heute bin ich meinen Träumen einen Schritt näher. Deshalb weiß ich, dass ich eine starke Frau bin.

Die SOS-Kinderdörfer unterstützten mich schließlich mit einem Stipendium, übernahmen die Kurskosten und stellten die Ausstattung zur Verfügung, die ich für die Ausbildung und meine Arbeit brauche. Sie waren immer für mich da – und sind es bis heute. Durch den Kurs habe ich Fachwissen und Selbstvertrauen gewonnen. Ich kann inzwischen auch Haare schneiden und stylen.

Eine junge Frau hebt ihren kleinen Bruder hoch, beide lächeln fröhlich. Foto: Martin Hanebeck
Anne möchte ein gutes Vorbild sein für ihren kleinen Bruder. Foto: Martin Hanebeck

Endlich durchstarten 

Neben der Ausbildung im Salon habe ich auch schon eigene Kund:innen: Sie vereinbaren Termine und kommen zu mir nach Hause. Im Durchschnitt sind es vier bis fünf Termine, an manchen Tagen nur zwei. 

Mein Vater ist Koch und der einzige mit einem festen Gehalt, doch wir haben viele Ausgaben. Deshalb möchte ich in Zukunft meine Familie finanziell unterstützen und mich um meine Eltern kümmern. Ich weiß, einfach "Danke" zu sagen, ist nicht genug.

Auch den SOS-Kinderdörfern bin ich sehr dankbar, weil sie meinen Traum unterstützt haben. Eines Tages will ich erfolgreich sein und anderen helfen – so wie auch ihr mir geholfen habt.

Mein Rat für junge Menschen: Glaubt an eure Träume und gebt niemals auf. Wenn ihr etwas liebt, haltet daran fest, sucht nach Möglichkeiten und nehmt jede Hilfe an.

Erfahren Sie mehr über Anne im Video


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