Eine Familie wächst zusammen

Lupita und Rafael leben mit ihren Kindern in Comitán, einer Stadt im südlichsten und ärmsten Bundesstaat Mexikos. Wie bei vielen anderen Familien in der Region war ihr Leben lange Zeit von finanzieller Unsicherheit, familiären Konflikten und fehlenden Perspektiven geprägt. Durch die Unterstützung der SOS-Kinderdörfer konnten sie ihren Alltag und das Miteinander grundlegend verändern. Heute blickt die Familie gestärkt in die Zukunft und engagiert sich aktiv für ein besseres Leben ihrer Kinder.

In Comitán leben Lupita und Rafael gemeinsam mit ihren zwei Töchtern (11 und 13), und ihrem kleinen Sohn (3). Lange war ihr Alltag geprägt von finanziellen Sorgen und Unsicherheit. Rafael verdiente den Lebensunterhalt der Familie mit der Pflege von Pferden, war jedoch häufig unterwegs und trank viel. Statt mit dem verdienten Geld die Familie zu unterstützen, gab er es für Alkohol und Glücksspiel aus. Der Familienalltag zuhause war von Streit und Distanz geprägt, auch Gewalt kam vor.

Ein Unfall von Rafael nahm der Familie dann endgültig die Existenzgrundlage: Die beiden Töchter fielen zwei Schuljahre zurück, an regelmäßigen Schulbesuch war kaum zu denken – sogar an einfachen Dingen wie Schuhen und Schulmaterial fehlte es.

Neue Perspektiven für die Familie

Der Wendepunkt kam, als Lupita sich hilfesuchend an die SOS-Kinderdörfer wandte. Die Familie wurde in das Familienstärkungsprogramm vor Ort aufgenommen und erhielt neben finanzieller Unterstützung auch gezielte Beratung durch Sozialarbeiterin Yenkly.

Dadurch gelang es, die familiären Beziehungen neu zu strukturieren: Lupita lernte, wie sie ihre Kinder stärken und sie gemeinsam als Familie wachsen können, Rafael begann, emotionale Barrieren abzubauen und sich mehr einzubringen. „Die Workshops haben mir geholfen, den Wert der Familie zu erkennen“, berichtet Rafael. Kommunikation wurde wichtiger, gemeinsame Entscheidungen zum neuen Fundament des Familienlebens.

Mit Hilfe der SOS-Kinderdörfer wagte Lupita außerdem den Schritt in die Selbstständigkeit: Sie begann ein kleines Geschäft mit paniertem Hähnchen und Snacks. Die Familie arbeitet gemeinsam – an den Wochenenden im Geschäft, in der Woche in der Nachbarschaft. Das Einkommen hilft dabei, die Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken. Die Familie genießt inzwischen auch gemeinsame Ausflüge, Picknicks im Grünen oder sie spielen Basketball auf dem nahe gelegenen Hügel mit den beiden Töchtern.

Familie sitzt mit Sozialarbeiterin am TischDie Sozialarbeiterin der SOS-Kinderdörfer, Yenkly, besucht die Familie regelmäßig.

Zusammenhalt als Fundament für die Zukunft

Rafael ließ alte Gewohnheiten hinter sich und entschied sich bewusst für seine Familie. „Nach meinem Unfall wurde mir klar, dass das Glück nicht im Alkohol liegt, sondern bei meiner Familie“, sagt er. Heute bringt er sich aktiv in den Familienalltag ein: er spielt morgens mit den Kindern, fragt abends nach ihrem Tag und genießt die Zeit zuhause. Gemeinsame Entscheidungen, Ausflüge und Zusammenhalt prägen das neue Miteinander. „Jetzt sprechen wir als Familie über alles, unsere Kommunikation hat sich sehr verändert – das gibt mir Kraft“, so Lupita.

Lupitas und Rafaels Ziele für die Zukunft sind groß: Sie möchten ihr Haus weiter renovieren, ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen und ihnen Werte und Vertrauen mitgeben. Lupita wünscht sich, ihre Kinder durch die Herausforderungen des Lebens zu begleiten. „Was mich motiviert, sind meine Kinder“, betont sie.  „Ich bin stolz, dass sie mir vertrauen und dass wir gemeinsam alles schaffen können.“ Das Paar ist nun ein Vorbild in ihrer Gemeinde: ihr Weg zeigt, dass eine Familie gemeinsam über sich hinauswachsen kann.

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