"Ich möchte zurück in meine Heimat"
Sadia lebt mit ihrer Großmutter im Flüchtlingscamp der Rohingya in Bangladesch
Sadias Vater verschwand nach seiner Verhaftung spurlos, ihre Mutter starb kurze Zeit später. Da war Sadia gerade mal zwei Jahre alt. Seitdem lebte das Rohingya-Mädchen zusammen mit ihrem Bruder bei ihrer Großmutter in Myanmar. Bis zu dem Tag, an dem die Armee in ihr Dorf kam.
"Alle Häuser in meinem Dorf haben gebrannt. Die Soldaten haben geschossen. Ich wusste nicht, was da passiert. Ich habe jetzt nur noch meine Großmutter."
Sadia (7) verstummt. Die Erinnerung schmerzt das Mädchen zu sehr. Vor zweieinhalb Jahren stürmte die Armee von Myanmar ihr Dorf und steckte alle Häuser in Brand. Überall wurde geschossen, Helikopter warfen Bomben. Sadias Bruder wurde getötet, ihrer Großmutter und ihr blieb nur noch die Flucht.
Drei Tage lang liefen sie, über die Grenze nach Bangladesch, ohne etwas zu essen, mit nichts dabei außer der Kleidung, die sie trugen. Schließlich erreichten sie das riesige Rohingya-Flüchtlingscamp, in dem sie seit diesem Tag in einer kleinen Hütte leben.
Sadia findet wieder Halt
Sie geht jeden Tag zum Kinderschutzzentrum der SOS-Kinderdörfer, besucht dort den Unterricht, bekommt dort zu Essen und spielt mit ihren Freunden. Am liebsten spielt sie "Pot Play", dabei muss sie mit einem Ball einen kleinen Eimer umwerfen. Der geregelte Tagesablauf gibt dem Mädchen Halt. Doch sie und ihre Großmutter leben bereits seit über zwei Jahren in dem Camp. Wie soll es weitergehen?
"Ich sehe hier für Sadia und mich keine Zukunft", erzählt ihre Großmutter. "Ich möchte zurück in meine Heimat, aber das wird wohl nicht mehr möglich sein."