Ein kleines Mädchen landet auf der Straße

Lakshmi war sechs Jahre alt, als ihre Eltern schwer krank wurden. Das Mädchen musste mitansehen, wie ihre Mutter und ihr Vater immer schwächer wurden. Doch weil die Familie bitterarm war, hatten Lakshmis Eltern kein Geld, um sich im örtlichen Krankenhaus behandeln zu lassen. Sie starben kurz nacheinander.

Misshandelt und gequält


"Ich musste betteln": Lakshmi lebte zwei Jahre auf der Straße. Unser Foto zeigt ein anderes indisches Mädchen - Foto: Dominic Sansoni
Nach dem Tod der Eltern kamen Lakshmi sowie ihre kleine Schwester und ihr älterer Bruder bei Verwandten unter. Nach der indischen Tradition waren sie als Angehörige verpflichtet, für die Waisen zu sorgen. Doch die Familie war ebenfalls arm und die drei zusätzlichen Esser waren eine große Belastung. So wollte die Verwandtschaft Lakshmi und ihre Geschwister schnell wieder loswerden. Die Kinder wurden misshandelt und gequält. Zuerst lief der ältere Bruder weg, weil er es nicht mehr aushielt. Dann flüchtete auch Lakshmi und nahm ihre kleine Schwester mit.

Straßenkinder

Zwei Jahre lebten die beiden kleinen Mädchen auf der Straße - und kämpften ums Überleben. "Ich tat alles, damit wir etwas zu essen hatten, ich bettelte", erzählt Lakshmi mit Tränen in den Augen.

Eine Tante verusuchte ihre Nichten ausfindig zu machen. Nach langer Suche fand sie beiden völlig verwahrlosten Kinder und nahm sie bei sich auf. Die alleinstehende Frau kümmerte sich aufopferungsvoll um Lakshmi und ihre Schwester, doch auch sie lebte in extremer Armut. Sie arbeitete in Schuldknechtschaft, durch die in Indien - trotz aller Gesetze - nach wie vor Millionen Menschen ausgebeutet werden. Ihr geringes Einkommen reichte einfach nicht, um die beiden Mädchen zu ernähren. Hilfesuchend wandte sie sich an das neu eröffnete SOS-Kinderdorf Tirupati, von dem sie gehört hatte. Was sie dort erfuhr und sah, überzeugte sie.

"Ein eigenes Bett? Spielsachen? Für uns?"


"Immer hilfsbereit und sehr verantwortungsbewusst": Lakshmi hilft ihrer SOS-Mutter beim Kochen.
"Ich hatte große Angst, als unsere Tante uns erklärte, dass wir woanders hin sollen", sagt Lashimi. "Aber sie versicherte uns, dass wir es dort besser haben würden." Als die Schwestern ins SOS-Kinderdorf kamen, wurden sie von ihrer SOS-Mutter herzlich aufgenommen. Sie umarmte die Mädchen und stellte sie ihren Geschwistern vor. Dann nahm sie die Mädchen bei der Hand und führten sie ihr durch ihr neues Zuhause. Die beiden machten große Augen. Ein eigenes Bett! Mit sauberen Laken! Und es gab sogar Spielsachen! Ungläubiges Staunen. Für uns? Die Mädchen konnten ihr Glück kaum fassen. Lakshmi griff nach einer Puppe, drückte sie an sich und flüsterte ihrer SOS-Mutter zu: "Das ist mein erstes Spielzeug."

Lakshmi kann wieder lächeln

Lakshmi und ihre Schwester fühlten sich von Beginn an wohl in ihrem neuen Zuhause. Sie fassten Vertrauen zu ihrer SOS-Mutter und schlossen ihre SOS-Geschwister in ihr Herz. Die beiden Mädchen blühten auf.


Aufgeblüht: Lakshmi singt und tanzt gerne.
In der Schule fand Lakshmi schnell Anschluss. Die Achtjährige war zwar keinen Tag zur Schule gegangen, bevor sie im SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause fand. Doch sie erhielt Förderunterricht und konnte so den Lernrückstand aufholen.

 

Heute ist Lakshmi ein fröhliches Kind. "Sie singt und tanzt gerne, ist immer hilfsbereit und sehr verantwortungsbewusst", sagt ihre SOS-Mutter. "Wo sie kann, geht sie mir im Haushalt zur Hand, sie kümmert sich um die kleineren Geschwister, badet sie oder macht mit ihnen Schularbeiten." Nach dem Abendessen, wenn der Abwasch erledigt ist, fragt Lakshmi stets, ob sie noch etwas tun kann. Erst wenn ihre SOS-Mutter ihr dann versichert, dass sie nun wirklich genug geholfen hat, geht das Mädchen hinaus zu ihren Freunden: um mit ihnen Badminton zu spielen, zu lachen und herumzualbern.

 

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