„Ihr seid jung, ihr könnt etwas verändern!“

Youth Power: Jugendliche verbessern mit Projekten ihre Welt

Youth Power – unter diesem Motto steht eine Reihe an Projekten, die von Kindern und Jugendlichen ins Leben gerufen wurden. Alle eint ein Ziel: Sie wollen nachhaltig etwas verbessern. Sei es in ihrer Gemeinde, für benachteiligte Kinder oder für die Umwelt.

Youth Power ist eine Initiative der SOS-Kinderdörfer, wir unterstützen die Jugendlichen durch Mentoren-Programm und mehreren digitalen Workshops. Hier stellen wir vier Projekte vor, in denen es vor allem um Bildung geht.

Fanta’s Charitable and Awareness Foundation (FCA) – Gambia

Fanta will, dass alle die gleichen Chancen bekommen.

„Menschen, die im ländlichen Teil von Gambia leben und arbeiten, werden zurückgelassen. Sie haben keinen Zugang zu einem qualitativen Gesundheitssystem, zu Bildung und anderen Einrichtungen, wie ihn die Menschen in urbanen Räumen haben“, sagt die 19-jährige Fanta Sillah Dawda aus Gambia. „Und das ist schlecht! Ich finde, wir sollten alle die gleichen Möglichkeiten haben!“

Deswegen hat sie die FCA-Stiftung ins Leben gerufen, um allen Kindern den gleichen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten zu verschaffen – unabhängig von Geschlecht, sozioökonomischem Hintergrund oder Herkunft. Fanta engagiert sich mit den anderen Freiwilligen der FCA für Hygiene und Umweltaktionen in der Gemeinde. Bisher konnten sie 350 Kinder unterstützen: durch öffentliche Debatten über Kinderrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz; aber auch durch Mitmachaktivitäten und Awareness-Kampagnen. Die Jugendlichen wollen die Beschäftigungsmöglichkeiten für Mädchen verbessern – aber sie setzen sich auch dafür ein, Zugang zu sauberem Trinkwasser und Müllentsorgung sicherzustellen. Dabei arbeiten sie mit Behörden und Sozialorganisationen zusammen.

Fanta ist sich sicher: Kinder können die Welt verändern! „Ihr seid jung, ihr könnt etwas verändern“, sagt sie. „Junge Menschen haben einen Einfluss in der Gesellschaft, den andere nicht haben. Ihr müsst nur damit anfangen und wissen, was ihr verändern wollt und einfach loslegen.”

Blooming Birds – Bangladesch

Shoab hilft 1000 unterprivilegierten Kindern durch Bildung.

Shoab Alam hat sich ein Ziel gesetzt: Er will unterprivilegierten Kindern helfen, eine Grundausbildung zu bekommen. Gemeinsam mit seinem Freund Yasin Arafat gründete der 22-Jährige bereits 2013 das Projekt "Blooming Birds". Damals unterstützten sie 22 Kinder in der bengalischen Hauptstadt Dhaka – heute sind es mehr als 1000. Die Schüler:innen erhalten kostenlose Schulmaterialien, Unterricht und besonders benachteiligte Kinder erhalten Schulstipendien. Shoab fiel auf, dass viele Kinder in Bangladesch die Schule vorzeitig abbrechen, weil sie ihre Familien unterstützen müssen, um Geld für Essen zu verdienen.

Deshalb bietet "Blooming Birds" den Kindern auch Mahlzeiten. Ein besonderes Anliegen des Projekts ist es, Räume zu schaffen, die behinderten-freundlich, geschlechtersensibel und gewaltfrei sind.

Shoab hat drei wichtige Tipps an andere Jugendliche, die gerne ein eigenes Projekt auf die Beine stellen wollen: „Erstens: Finde heraus, wie du in deiner Gesellschaft Verantwortung übernehmen kannst. Zweitens: Mach in einer freiwilligen Organisation mit, sobald es geht. Dort habe ich gelernt, wie man miteinander kommuniziert und wie man anderen Mut macht. Und drittens: Startet eure eigene Initiative! Wenn ihr auf Schwierigkeiten und Herausforderungen stoßt – gebt niemals auf! Ihr seid der Steuermann, der das Boot sowohl stromaufwärts als auch abwärts lenken kann. Immer wenn ich mal die Hoffnung aufgebe, erinnere ich mich an die Worte Hermann Gmeiners, des Gründervaters der SOS-Kinderdörfer: „Alles Gute auf der Welt geschieht nur, wenn einer mehr tut, als er tun muss.”

Jugendclub des SOS-Kinderdorfes Tela – Honduras

Maria Luz und Brayan arbeiten immer im Team.

„Die Arbeit im Jugendclub hat mir viel Selbstvertrauen gegeben“, sagt die 16-jährige Nicolle Reyes. „Vor allem dadurch, dass wir unsere Aktivitäten gemeinsam entwickeln.“ Der Teamgeist ist für die 14 Mitglieder des Jugendclubs des SOS-Kinderdorfs Tela in Honduras am wichtigsten.  

Auch bei den verschiedenen Trainingsworkshops, an denen die Jugendlichen seit 2018 teilnehmen, geht es darum, gemeinsam zu lernen: in Informatik, der Entwicklung von Apps und Graphikdesign. Auch im Softskillbereich besuchten sie Workshops zur Selbstwertsteigerung, Training in Führungsstrategien und nachhaltige Entwicklung. Sie richteten außerdem Vorlese- und Schreibwettbewerbe aus. All ihr Wissen gaben sie im Anschluss an 50 andere Jugendliche der Gemeinde weiter. Vor Beginn der Corona-Pandemie unterstützten die Jugendlichen auch ein lokales Altenpflegeheim – etwa beim Bingo-Abend mit den Bewohner:innen.  

Der 16-jährigen Maria Luz Rodriguez ist dabei besonders wichtig, die Dinge gemeinsam anzupacken: „Arbeitet als Team. Behaltet eure guten Ideen nicht für euch, sondern teilt sie mit den anderen“, rät sie für den Erfolg eines Projekts. Dieses Jahr haben die Jugendlichen weitere Projekte angefangen, um ein besseres Bewusstsein für den Klimawandel in ihrer Gemeinde zu schaffen. „Unser Ziel ist es, noch mehr zu lernen und damit mehr jungen Menschen in unserer Gemeinde zu helfen“, sagt Cesar Folgar. „Wir wollen unser Wissen teilen und unsere Unterstützung gegen verschiedene Umweltprobleme leisten, ganz besonders diejenigen, die vom Klimawandel ausgelöst werden.“

Youth2B – Usbekistan

Azizbek und Oksana nutzen ihre Chance: Sie helfen Jugendlichen, einen Job zu finden.

„Wir wollen es anderen Jugendlichen ermöglichen, nachhaltige und produktive Berufe zu finden“, sagt Oksana Frolova. Die 19-Jährige hat gemeinsam mit dem 20-jährigen Azizbek Jumaboev das Projekt "Youth2B" gegründet. Sie wollen Jugendlichen helfen, unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln und zu verbessern.

Sie bieten Trainingskurse an, in denen es um verschiedenste Themen geht: Selbstverwirklichung, emotionale Stabilität, Berufsqualifikation und Marktanalysen. Das nächste Projekt von "Youth2B" ist es, eine Smartphone-App zu entwickeln und eine Hotline einzurichten. Diese soll es Jugendlichen erleichtern, Zugang zu Berufsmöglichkeiten, psychologischer und sozialer Unterstützung sowie rechtlicher und finanzieller Beratung zu bekommen.

Wie wichtig solche Dinge für Kinder und Jugendliche sein können, wissen Oksana und Azizbek aus eigener Erfahrung. „Dieses Projekt bedeutet, gehört zu werden und die Chance anderen Kindern zu helfen, die unter den gleichen Umständen aufwachsen wie wir“, sagt Azizbek.

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