26. Oktober 2020 | NEWS

SOS-Kinderdörfer starten Jugendprogramm "Youth Power"

Insgesamt sind 36 Jugendliche aus 18 Ländern mit dabei

Die SOS-Kinderdörfer haben zusammen mit Jugendlichen aus 18 Ländern – darunter Bangladesch, Weißrussland, Benin und Brasilien – vergangene Woche das neue Jugendförderprogramm "Youth Power" gestartet.

Die Jugendlichen wurden für das Projekt ausgewählt, da sie sich in gemeinnützigen Initiativen für einen Missstand in ihrer Region einsetzen. Die SOS-Kinderdörfer fördern diese Jugendlichen mit mehreren digitalen Workshops und einem Mentorenprogramm.

Die 36 Jugendlichen setzen sich beispielsweise für die Rechte von Frauen und Mädchen ein, haben eine Software entwickelt, mit der es möglich ist, dass in Äthiopien sehr viel mehr Menschen demokratisch und sicher wählen können oder haben es geschafft, dass 20 arbeitslose Frauen sich mit einem Mikrokredit selbstständig machen konnten.

Vergangene Woche fand das erste digitale Workshopevent des neuen Förderprogramms statt. Die Jugendlichen konnten an mehreren Seminaren teilnehmen und bekamen dort viel Insiderwissen von Experten. "Mir hat das Storytelling-Seminar sehr gut gefallen. Ich weiß jetzt, wie ich meine Jugendinitiative gut erklären kann, um noch mehr Menschen davon zu begeistern. Außerdem habe ich gelernt, wie ich mir ein großes Netzwerk aufbaue, um noch mehr Leute zu erreichen", erzählt die 18-jährige Yayra Akosua Sosu, die Studentin am SOS-Hermann Gmeiner International College in Ghana ist.

Digital-Event mit Jugendlichen aus 18 Ländern 

Über Zoom tauschten sich die Jugendlichen untereinander und mit ihren Mentor*innen darüber aus, wie sie ihre Projekte noch erfolgreicher gestalten können.

Neben den Seminaren konnten die Jugendlichen vor allem von dem Austausch mit den anderen Jugendlichen profitieren. "Was mir an der Veranstaltung am Besten gefallen hat, ist, dass ich viel über die Themen und Probleme aus den anderen Ländern gelernt habe. Ich war erstaunt über die Leidenschaft und die Energie der anderen Jugendlichen, wie sie Probleme anpacken und versuchen diese zu lösen", erzählt Jeremy Jimenez von den Philippinen.

Yayra aus Ghana ergänzt: "Jeder der teilnehmenden Jugendlichen war daran interessiert, von den anderen Jugendlichen zu lernen. Ich habe viele nützliche Ratschläge und Ideen erhalten, wie unsere Initiative noch besser wird." Zusammen mit einigen ihrer Mitstudenten hat Yayra eine Initiative gegründet, die arbeitslosen Frauen Mikrokredite vermittelt. Mit dem Geld konnten sich die Frauen als Farmerinnen selbstständig machen. Die Initiative hat schon über 20 Frauen den Weg in die Selbstständigkeit geebnet. ​​​​​​​

Mikrokredit-Projekt aus Ghana

Präsentation vor Experten

Höhepunkt des Workshops war, dass die Jugendlichen ihre Initiative vor Experten präsentieren durften. Anwesend in der Expertenrunde waren u. a. Dr. Wilfried Vyslozil (Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer weltweit), Siddhartha Kaul (Präsident der SOS-Kinderdörfer Föderation) und Vertreter der Deutsche Post DHL und Allianz.

Yayra aus Ghana durfte zusammen mit ihrem Mitstudent Nicholas das Mikokredite-Projekt vor Vertretern der Allianz vorstellen. Nicholas konnte einiges aus der Präsentation mitnehmen. "Dadurch habe ich eine ganze Menge gelernt. Besonders, dass ich jetzt die Projekte immer aus mehreren Perspektiven von verschiedenen Zielgruppen betrachte. Diese Methode will ich jetzt öfters anwenden."

Weitere Jugendinitiativen:

Auch Ronalyn und Jeremy von den Philippinen haben ihr Projekt "Let’s talk, be active and plant joy!" vorgestellt. Die beiden engagieren sich dafür, dass Kinder und Jugendliche durch Bewegung, Spaß und Gespräche lernen, mit depressiven Stimmungen und Depressionen umzugehen.

Auch Michael und Richard aus dem Libanon waren bei "Youth Power" dabei. Sie haben die Jugendinitiative „SOS go green“ gegründet. "Wir wollen nicht die gleichen Fehler machen, wie unsere Eltern. Wir tun etwas für unsere Umwelt", sagen die beiden. Mit "SOS go green" haben sie es geschafft, dass im SOS-Kinderdorf Bhersaf im Libanon die Mülltrennung eingeführt wurde. Sie organisierten außerdem Mülltrennungskurse für Mütter und Kinder im Kinderdorf. 

Mentorenprogramme starten bald

Youth Power ist ein gemeinsames Projekt der SOS-Kinderdörfer mit der Allianz, Deutsche Post DHL und der Organisation Ashoka. Die Mentorenprogramme für die Jugendinitativen starten im November.

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