Mit Kronkorken der SOS-Klinik Monrovia helfen

Alexandra Rybarski und ihre Mitstreiter sammeln im großen Stil Kronkorken und verkaufen diese anschließend zur Wiederverwertung. Den Erlös aus dem Weißblech gibt das Projekt "BlechWech" an die SOS-Kinderdörfer für wichtige Impfungen in Liberia.

Alexandra Rybarski hat bereits 1,5 Tonnen Kronkorken gesammelt. Der Erlös des Weißblechs kommt Kindern in Liberia zu Gute. Foto: Privat

Wie sie das alles schafft? Das wird Alexandra Rybarski mittlerweile häufig gefragt. Die 27-Jährige schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit in Biologie. Noch vor ein paar Tagen war sie deshalb auf einer Expedition in Chile, wo sie an Mikroorganismen in Salzseen forscht. Kaum Zuhause fließt gleich wieder ein Großteil ihrer Energie in das Projekt "BlechWech", das sie vor gut neun Monaten ins Leben gerufen hat. Ein Herzensprojekt, wie sie sagt.

Genau genommen begann alles mit der Hochzeit ihres Bruders. Alexandra Rybarski wollte dem Paar eine Schatzkiste mit Kronkorken schenken, in denen jeweils ein Euro steckt. Da sie neben dem Studium auch als Kellnerin arbeitet, kamen bei ihr mehr Kronkorken zusammen, als sie letztendlich für das Geschenk brauchen konnte. Also suchte sie nach Projekten, die das Weißblech wiederverwerten und zu Geld für soziale Zwecke machen. "Ich konnte einfach nicht die Organisation finden, die mich überzeugt hat. Deswegen habe ich mein eigenes Projekt gestartet", erzählt sie. Der Name "BlechWech" stammt von ihrem Freund Burak Özbagci. Gemeinsam mit weiteren Freunden arbeiten die beiden an allem.  

890 Gramm Weißblech ermöglichen eine Impfung

Die gesammelten Kronkorken werden vom Lastwagen in die Sammelbehälter gefüllt. Foto: Privat

Weniger schwierig war es für sie eine Organisation zu finden, an die der Erlös aus den Kronkorken gehen soll. Zusammen mit SOS-Kinderdörfer weltweit wurde ein Projekt in Liberia ausgesucht, wo der Bedarf an medizinischer Hilfe derzeit weltweit mit am größten ist. In der SOS-Klinik in Monrovia erhalten Menschen kostenlose Gesundheits- und Hygieneaufklärung, allgemeine medizinische Versorgung sowie Impfungen. "Ich möchte unser Projekt so konkret und transparent wie möglich halten. Außerdem soll es für die Menschen, die Kronkorken für den guten Zweck sammeln, klar verständlich sein." Dazu hat Alexandra Rybarski diese einfache Rechnung aufgestellt: Ein Kronkorken wiegt 1,9 Gramm. Um ein Kind impfen zu lassen, brauchen wir nur 890 Gramm.

Anfang des Jahres hat das  BlechWech-Team bereits 1,5 Tonnen Kronkorken beim Wertstoffhändler abgegeben. Cateringfirmen, lokale Kneipen, Kioske, Restaurants, Karnevals- und Schützenvereine sowie Privatpersonen haben dafür tausende Kronkorken an die eingerichteten Sammelstellen in und um Köln gebracht. Mit dem Erlös können mehr als 1600 Kinder in Liberia geimpft und medizinisch versorgt werden.

Eine ideale Mischung

Viel zu Schade zum Wegwerfen. Sammeln der Kronkorken hilft nicht nur Kindern sondern hält auch die Umwelt sauber. Foto: Privat

Für Alexandra Rybarski hat "Blech Wech" auch noch einen zusätzlichen guten Effekt auf ihre Heimatstadt Köln. "So entwickelt sich hier auch ein Bewusstsein dafür, dass kein  Kronkorken achtlos in der eigenen Stadt weggeworfen werden soll." Derzeit wird mit Hochdruck für die nächste Tonne Kronkorken gesammelt. "Die Leute, die mitmachen, haben Spaß und tun etwas Gutes. Das ist eine ideale Mischung." Fast täglich kommen neue Sammler dazu.

Zusätzlich zum Projekt hat Alexandra Rybarski auch noch eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Dort kann man "BlechWech" und damit die SOS-Klinik in Monrovia direkt mit einer Spende unterstützen. Bleibt nur noch die Frage offen, wie sie das alles schafft. "Struktur und gute Planung helfen. Aber ganz genau weiß ich's auch nicht", sagt sie und lacht.  

Links zum Thema:

https://www.blechwech.de/
https://de-de.facebook.com/blechwech.kronkorken/
https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/blechwech
 

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