Mukades: Veränderung mit Wirkung

Stolz hat Mukades ihre allererste Arbeitsstelle angetreten – mit 32 Jahren. "Wenn ich als Roma-Frau einen Job haben und Geld verdienen wollte, haben viele auf mich herabgeschaut. Die Leute von SOS haben mir Hoffnung gegeben", erzählt die Mutter aus Nordmazedonien.

Mukades kann stolz auf sich sein! Sie kämpft für Ihre Familie und trägt mit ihrem ersten  Job nun auch zum Familieneinkommen bei. Foto: Joost Vandebrug

Vor sechs Jahren ging es nicht mehr weiter. Mukades musste um Hilfe bitten. Für Essen und Kleider, aber vor allem für die Medikamente, die ihre jüngste Tochter dringend benötigte, war einfach kein Geld mehr da. Dabei lebte die Roma-Familie schon sehr sparsam und wohnte zu viert in einer feuchten Einzimmerwohnung. Die Mitarbeiter der SOS-Familienhilfe, bei denen die verzweifelte Mutter anfragte, reagierten sofort. Hier war eine Familie, die schon lange Zeit kämpfte, in großer Not.

Bildungsbewusstsein fördern

Schnell war für das Nötigste gesorgt, gleichzeitig fiel den SOS-Mitarbeitern etwas Außergewöhnliches auf: In dieser Familie wurde Bildung großgeschrieben. Das ist nicht selbstverständlich unter Roma in der Umgebung von Skopje in Nordmazedonien. Es gibt viele Schulabbrecher. Etwa weil die Kinder arbeiten müssen oder die Situation der Familien so desolat ist, dass der Glaube an den Sinn von Bildung verloren ging.

Mukades und ihr Mann Ferdi sahen das anders. Selbst in den schwersten Zeiten kam es nicht infrage, dass eines der Kinder zu Hause blieb. Das beeindruckte die SOS-Sozialarbeiter, und sie schlugen den Eltern Schulungsmaßnahmen im Rahmen des Ausbildungsprogramms vor. Ferdi bekam Know how und Materialien, um mit Malerarbeiten ein Zubrot zu seinen unsicheren und schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs zu verdienen.

Jeder kann etwas!

Leben auf engstem Raum. Fünf Menschen teilen sich eine winzige Küche und einen Wohnraum, die Wohnung ist feucht. Bald kann die Familie in eine bessere Wohnung umziehen. Foto: Joost Vandebrug

Mukades nahm zunächst an einem Orientierungsworkshop teil. Welche Arbeit macht Spaß, wo liegen ihre Fertigkeiten – das galt es herauszufinden. Nie hätte die Hausfrau und Mutter gedacht, etwas zu können, für das andere bereit sind, etwas zu bezahlen. Aber weit gefehlt, schließlich konnte sie doch einen Haushalt führen! Mit Hilfe der SOS-Trainer wurde ein Lebenslauf erstellt, geübt, wie man sich bei einem Bewerbungsgespräch verhält und ganz generell am Auftreten gefeilt. Dann kam der Tag, an dem Mukades die Gelegenheit bekam, sich bei einer Reinigungsfirma vorzustellen. Und: Nach drei Tagen Probearbeiten bekam sie die Zusage. Anfangs konnte Sie es nicht fassen. Mukades hatte das erste Mal in ihrem Leben eine feste Anstellung mit Sozialleistungen.

Veränderung mit Wirkung

Mukades Veränderung hat eine positive Wirkung auf die ganze Familie. Foto: Joost Vandebrug

Diese Veränderung hatte einen enormen Einfluss auf die gesamte Familie. Die Kinder waren nicht nur stolz auf ihre Mutter, sie übernahmen nun auch selbst mehr Verantwortung. Heute steht die Familie auf eigenen Beinen und benötigt keine Unterstützung mehr. Der Umzug in eine bessere Wohnung, die der Familie ein bisschen mehr Behaglichkeit und Sicherheit bietet, lässt diese Familie mit neuem Selbstvertrauen in die Zukunft blicken.

 

Hilfe für junge Menschen auf dem Balkan

Mukades ist nur eine von rund 1.600 jungen Erwachsenen, die im Rahmen eines SOS-Ausbildungsprogramms die Chance bekommen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Erfahren Sie mehr über dieses länderübergreifende Projekt.

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