09. September 2021 | PRESSEMITTEILUNG

Kleinkredite gegen Kinderarbeit

"Am Ende zählt, was man für andere getan hat!" In der neuesten Podcast-Folge der SOS-Kinderdörfer spricht Frank Pöpsel, der Chefredakteur von "Focus Money", über den Sinn von Spenden

Im Steinbruch schuften, statt in der Schule zu lernen: Das war für die achtjährige Sanyu trauriger Alltag, nachdem ihr Vater die Familie verlassen hatte und ihre Mutter es nicht alleine schaffte, die Kinder zu versorgen. In ihrer Heimat Uganda muss etwa jedes vierte Kind zwischen fünf und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten, weltweit ist es etwa jedes zehnte.

Spendengelder können solch perspektivlose Schicksale verhindern. Bereits kleine Beträge sind oft schon ein ausreichendes Mittel, um armen Menschen zu einem eigenverantwortlichen Leben zu verhelfen. Das weiß auch Frank Pöpsel. Der Chefredakteur von "Focus Money" hält Spenden für sehr wichtig: "Am Ende des Lebens zählt doch, was man für andere getan hat. Der Gedanke, dass man die Welt vielleicht einen Nanomillimeter verbessert hat, ist doch ein schöner. Dann hat man vernünftig gelebt!"

Kleine Kredite, große Wirkung

Gerade Menschen, die gutes Geld verdienen, sollten nach Ansicht des Wirtschaftsjournalisten spenden – und das nicht nur, weil diese steuerlich absetzbar seien. "Geld nimmt man nicht mit ins Grab!" Deswegen sei ein Teil davon gut angelegt in Spenden, zum Beispiel in Mikrokrediten, so Pöpsel: "Die Idee der Kleinkredite stammt von einem Inder, der beispielsweise zehn Frauen in einem Dorf Geld gab, damit diese sich eine Nähmaschine kaufen konnten.“ Von den erwirtschafteten Einnahmen durch die Reparatur und den Verkauf von Kleidung konnten die Frauen dann zeitnah und zuverlässig die Kleinkredite zurückzahlen. "Um die Sicherheit von diesem Kreditkonzept zu erhöhen, gab es auch ein Modell, bei dem die Kredite erst dann auf andere Dorfbewohnerinnen ausgeweitet wurden, wenn die ersten zehn Frauen den Kredit zurückbezahlt hatten. So trug jeder einen Teil der Verantwortung, dass mit den Geldern gewissenhaft umgegangen wird", erläutert Pöpsel.

Eigenverantwortung zeigt Wirkung

Stichwort Verantwortung: "Hilfe wird noch wirksamer, wenn du dem Menschen Verantwortung überträgst", meint der Finanzexperte. Auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen auch die SOS-Kinderdörfer. 331.900 Kinder profitieren weltweit von den Familienstärkungsprogrammen, die nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch durch Beratungen und Fortbildungen den Begünstigten zu einem eigenverantwortlichen Leben verhelfen.

So auch im Fall von Sanyu. Sie sitzt heute – zwei Jahre später – im Schulunterricht. Ein Kleinkredit der SOS-Kinderdörfer hatte dafür gesorgt, dass Sanyus Mutter einen Friseursalon eröffnen konnte. Dank der Einnahmen war sie nicht mehr auf die Mitarbeit ihrer Kinder angewiesen und kann mittlerweile selbstständig für die Familie sorgen. Auch den Mikrokredit konnte sie schnell zurückzahlen.

Wirksamkeit von Spenden

Dies ist ein Beispiel für die Wirksamkeit von Spenden. Auf diese legen die SOS-Kinderdörfer großen Wert: Das "Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen" (DZI) bescheinigt den SOS-Kinderdörfern jährlich die nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Mittel. In einer Langzeitstudie wurde darüber hinaus belegt, dass jeder gespendete Euro vor Ort in der jeweiligen Gemeinde einen Mehrwert von fünf Euro, in Afrika sogar 14 Euro erzielt. Wer spendet, vervielfacht also Geld und Glück. Hier geht es zum Wirksamkeitsbericht der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Podcast der SOS-Kinderdörfer

Sie möchten die ganze Geschichte von Sanyu aus Uganda hören und erfahren, was der Wirtschaftsjournalist Frank Pöpsel zum Thema Nachhaltigkeit und Initiativen gegen Kinderarbeit zu sagen hat? Dann hören Sie sich hier die neueste Folge des Podcasts der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen" an.

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