Fall in Russland

Kürzlich wurden wir über sehr ernst zu nehmende Vorgänge bei SOS-Kinderdorf Russland in Kenntnis gesetzt: Wir wissen, dass derzeit 13 Kinder aus der Oblast Donezk an zwei Programmstandorten in Russland betreut werden. Dies wurde von der russischen Regierung veranlasst und auch von dieser finanziert. SOS-Kinderdorf Russland bietet den Kindern und ihren Pflegefamilien eine Unterkunft und psychosoziale Unterstützung.

In krisengeprägten Regionen werden Kinder, vor allem solche ohne angemessene elterliche Fürsorge, in eine akut gefährdete Situation gebracht. Es ist dementsprechend wichtig, alle verfügbaren Ressourcen zu nutzen, um diesen Kindern ein förderliches Umfeld zu ermöglichen. Deshalb haben wir in Konflikten auf der ganzen Welt Kinder auf allen Seiten betreut, auch in Russland und der Ukraine. Das ist ein wichtiges, aber komplexes Unterfangen. In allen Fällen liegt unser Schwerpunkt darauf, dass die Kinder jene individuelle, fürsorgliche Betreuung erhalten, auf die sie ein Recht haben. Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle.

Bisher konnte SOS-Kinderdorf Russland die Herkunft der Kinder nicht bestätigen, was uns zu großer Beunruhigung veranlasst. SOS-Kinderdorf International prüft den Vorfall aktuell genau, um ausschließen zu können, dass hier ein Zusammenhang zu Zwangsumsiedlungen von ukrainischen Kindern in die Russische Föderation besteht. Wir tun alles in unserer Macht stehende, um absolute Transparenz über die Vorgänge zu erhalten und die Sicherheit der Kinder garantieren zu können.

Zum derzeitigen Zeitpunkt liegen uns leider noch keine genaueren Informationen bezüglich der Herkunft der Kinder vor. Aufgrund der aktuellen politischen Situation ist eine Anfrage bezüglich der Herkunft der Kinder derzeit nicht möglich. Das Generalsekretariat von SOS-Kinderdorf International verfolgt die Situation genau und wird zeitnah über weitere Maßnahmen entscheiden. Wir haben uns dazu entschieden, Zahlungen, die nicht direkt Patenkinder betreffen, vorübergehend einzufrieren, bis wir volle Transparenz über die Situation haben. Über weitere Entwicklungen und Maßnahmen werden wir proaktiv informieren.  

Die SOS-Kinderdörfer arbeiten weltweit, um Kindern das Aufwachsen mit den Bindungen zu ermöglichen, die sie brauchen, um sich bestmöglich zu entwickeln. Wenn ein Kind nicht bei seiner Herkunftsfamilie bleiben kann, versuchen wir immer sicherzustellen, dass die angebotene Unterstützung im besten Interesse des Kindes ist. Unsere Arbeit orientiert sich an der UN-Konvention über die Rechte des Kindes und den UN-Leitlinien für die alternative Betreuung von Kindern. Deshalb sind wir zutiefst betroffen in Angesicht der Möglichkeit, dass es sich hierbei um einen Verstoß gegen die oben genannten Konventionen handelt, und setzen alles daran, die Situation schnellstmöglich aufzuklären.

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