Aufarbeitung von Unrecht: Wir stehen für Aufklärung und Transparenz
Auf dieser Seite informieren wir Sie über Kinderschutz-Vorfälle, unsere Haltung und ergriffene Maßnahmen.
Als weltweit agierende Kinderrechtsorganisation tragen wir große Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Ihnen ein sicheres und vertrauensvolles Aufwachsen zu ermöglichen, ist unsere absolute Priorität.
Heute müssen wir klar erkennen, dass uns dies in der Vergangenheit nicht in allen Fällen gelungen ist. Kinder und Jugendliche in unseren Programmen haben schweres Leid erfahren. Dies ist durch nichts zu rechtfertigen. Unser Mitgefühl gehört allen Betroffenen und wir setzen alles daran, die Vorfälle vollständig aufzuklären, Maßnahmen zu ergreifen, um den Kinderschutz in unseren weltweiten Einrichtungen dauerhaft zu stärken und Betroffene zu unterstützen. Dies ist ein Prozess, mit dem wir bereits vor vielen Jahren begonnen haben und den wir insbesondere ab 2021 intensiviert haben. So haben wir einen 25 Punkte umfassenden Kinderschutz-Aktionsplan umgesetzt. Wir werden diesen Weg unbeirrbar weiterführen.
SOS-Kinderdorf-Vereine in über 135 Ländern sind seit ihrer Gründung dem Kinderschutz weltweit verpflichtet und arbeiten kontinuierlich daran, den Kinderschutz konsequent zu verbessern. Die international verbindliche Kinderschutzrichtlinie der SOS-Kinderdörfer enthält unter anderem ein Meldesystem, über das Betroffene oder Mitarbeitende Verdachtsfälle und aktuelle oder auch lang zurückliegende Vorwürfe weitergeben können.
Bereits 2016 war die unabhängige Kinderschutzorganisation "Keeping Children Safe" in London von den SOS-Kinderdörfern damit beauftragt worden, solchen Verdachtsfällen nachzugehen und vergangene Kinderschutzverletzungen aufzuarbeiten. Die Untersuchung förderte in einzelnen Ländern teils massive Verstöße gegen den Kinderschutz zutage, über die auch die SOS-Kinderdörfer weltweit die Öffentlichkeit informiert haben. Der Abschlussbericht ist hier einsehbar.
Wir müssen offen feststellen, dass unsere Maßnahmen für den Kinderschutz in der Vergangenheit nicht ausgereicht haben, um einen lückenlosen Kinderschutz in allen Fällen zu gewährleisten. Wir arbeiten die Vorkommnisse umfassend auf und hinterfragen kritisch, wie unsere Struktur diese Missstände zulassen konnte. Hierbei gehen wir schonungslos offen und transparent vor. Wir stellen uns den Versäumnissen ehrlich und haben bereits Schritte eingeleitet, um diese zu beheben und sind dabei, Strukturen zu schaffen, die einen lückenlosen Kinderschutz gewährleisten.
Kommissionen zur Aufarbeitung
Um die Geschehnisse umfassend aufzuarbeiten, haben wir eine unabhängige Expertenkommission (Independent Special Commission, ISC) aus international anerkannten Rechtsexpert:innen damit beauftragt, jedem einzelnen Vorfall der Vergangenheit nachzugehen. Der Abschlussbericht wurde im Juni 2023 veröffentlicht. Die ISC spricht zudem für die betroffenen Länder konkrete Empfehlungen für eine verbesserte Struktur der nationalen Aufsicht, eine kritische Prüfung der Arbeitsbedingungen und verbesserte Methoden bei der Einstellung von Mitarbeitenden aus. Wir sind intensiv dabei, diese konsequent umzusetzen.
Auch in Deutschland gab es in Einrichtungen des SOS-Kinderdorf Deutschland e.V. Vorwurfsfälle zu wiederholt kindeswohlgefährdenden Grenzverletzungen, die unser Schwesterverein von unabhängigen Experten untersuchen ließ. Weitere Informationen zur "Unabhängigen Kommission zur Anerkennung und Aufarbeitung erlittenen Unrechts" finden Sie hier.