Neue Hoffnung für IS-Opfer

Jesidische Flüchtlinge im Nordirak gründen ein Café - SOS hilft den Frauen bei der Existenzgründung

Im Flüchtlingslager im Nordirak gründen jesidische Frauen ein Café. SOS unterstützt sie, damit sie sich eine eigene Existenz aufbauen können. Es sind die ersten Schritte, damit die Frauen später mit einem eigenen Geschäft ihre Familien ernähren können.

Im Flüchtlingslager Khanke im Nordirak leben gut 18.000 Jesiden. Sie sind alle Opfer der IS-Terrormilizen, welche die Jesiden als Andersgläubige verfolgen und ausrotten wollen. Viele wurden vom IS überfallen, vertrieben und missbraucht. Was sie erlebt haben, hat die meisten schwer traumatisiert. Durch psychologische Begleitung hilft SOS den jesidischen Kindern und Familien, ihre Traumata zu überwinden. Außerdem unterstützt SOS die IS-Opfer dabei, sich eine Existenz aufzubauen, um ihre Familien wieder ernähren zu können. Das ist auch das Ziel des Frauen-Cafés, das von SOS im Flüchtlingslager gegründet wurde. Dort lernen Frauen zu kochen, zu backen und ein Restaurant zu führen.

Jesidinnen lernen alles für ihr eigenes Business

Jesidische Frauen beim Plätzchen backen: In den Kursen lernen sie nicht nur kochen und backen. Sie lernen auch wie sie ein Restaurant führen können. Foto: SOS-Archiv

Die Jesidin Farduz flüchtete mit drei Söhnen und einer Tochter ins Lager im Nordirak. Doch heute ist sie wie in einer anderen Welt. Sie besucht zusammen mit einigen anderen Frauen aus dem Flüchtlingslager ein Café. In “Casey’s Café“ sollen die Frauen lernen, wie man ein Geschäft aufzieht. Der Cafébesitzer Casey vermittelt den Frauen die einfachsten Grundregeln für den Aufbau eines eigenen Restaurants. “Ihr müsst wissen, wie viel ihr für ein Produkt ausgebt. Damit ihr genau wisst, wie viel Gewinn bleibt“, erklärt der Gastronom. All dies ist völliges Neuland für die jesidischen Frauen.

Ein Café der Hoffnung

Die leckeren Plätzchen werden verkauft. Die Kochkurse im Frauencafé sind erst der Anfang. Bald soll es noch weitere berufsbegleitende Förderungen geben. Foto: SOS-Archiv

Wenig später wollen die Frauen das Gelernte im Frauen-Café im Flüchtlingslager ausprobieren. Regelmäßig treffen sie sich dort zum Kochen, zum Lernen und zum Austauschen. So backen sie Plätzchen, die sie später verkaufen können. Die jesidischen Frauen sind hochmotiviert. Sie genießen ihre neue Aufgabe. Viele freuen sich vor allem aus dem eintönigen Flüchtlingsdasein in ihren Zelten rauszukommen. SOS will bald noch mehr Aktionen starten, um den Flüchtlingen zu helfen. Die Kochkurse im Frauencafé sind nur der Anfang. Bald soll es eine berufsbegleitende Förderung für die Frauen geben. Auch Kontakte zu weiteren Unternehmern in Dohuk sind geplant. Farduz träumt schon jetzt von ihrem eigenen kleinen Café.

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