25. Mai 2022 | NEWS

Digital fit für die Zukunft

Jugendliche sind dank Stipendien von Bertelsmann auf Weiterbildungskurs

Bertelsmann und SOS-Kinderdörfer weltweit verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Um jungen Erwachsenen, die in Programmen der SOS-Kinderdörfer unterstützt werden, Zugang zu digitaler Bildung zu verschaffen, stiftete Bertelsmann 60 Stipendien für Nanodegree-Kurse der Online-Weiterbildungsplattform Udacity. Die jungen Stipendiaten erhalten damit die Chance, zur fachlichen Weiterentwicklung in relevanten Zukunftstechnologien aus den Bereichen Cloud, Datenmanagement und Künstliche Intelligenz. Eine gute Qualifikation in diesen Themenfeldern verbessert die Chancen der SOS-Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt deutlich.

Das Stipendium besteht aus zwei Phasen: In der ersten Phase erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zugang zu einem einführenden, zweimonatigen 'Challenge-Kurs'. Nach dem sie diesen erfolgreich absolviert haben, schließt sich direkt die zweite Phase an: das Nanodegree-Programm im jeweils gewählten Fachgebiet. Die Kursteilnehmenden erhalten intensive Unterstützung durch Expertengespräche, Mentoring und den Austausch in ihrer Community.

Drei der Stipendiatinnen und Stipendiaten geben einen ersten Einblick, welche Erfahrung sie bisher gemacht haben und welche Erwartungen sie mit dem Kurs verbinden.

Aleks aus Serbien spezialisiert sich in seinem Kurs auf 'Machine Learning'.

Aleks lernt 'Machine Learning'

Aleks (22) lebt in Serbien. In Workshops der Initiative YouthCan! der SOS-Kinderdörfer konnte er bereits wichtige Kompetenzen für das Berufsleben erwerben und sein Selbstvertrauen stärken. Nun bildet er sich im Fachgebiet 'Machine Learning', einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, weiter. Er bewarb sich für diesen Kurs, da er in seinem jetzigen Job keine Entwicklungsmöglichkeiten sah. In seiner Freizeit lernt Alex zusätzlich Webdesign und liest gerne Literatur aus den Bereichen Philosophie, Psychologie oder Physik.

"Als ich das Angebot zu einem Kurs über 'Machine Learning' bekam, sagte ich sofort 'ja'. Es ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, meine Kenntnisse in dem IT-Bereich zu erweitern, in dem ich später arbeiten möchte. Mir gefällt die Plattform, all ihre verfügbaren Tools sowie die Tatsache, dass ich mir meine Lernzeit selbst aussuchen kann", berichtet Aleks.

Ich möchte ein 'ethischer Hacker' werden. Das ist mein Traumberuf. Denn es ist mir wichtig, mit meinem Wissen Sicherheitslücken in Systemen zu finden, um Firmen und Organisationen zu schützen.

Aleks

"Ich weiß, dass ich hart arbeiten und die dafür notwendigen Fähigkeiten entwickeln muss, um mein Ziel zu erreichen", räumt er ein. Aber Aleks findet den gesamten Lernprozess angenehm und einfach, auch wenn er viele mathematische Kenntnisse voraussetzt. Mentoren stehen jederzeit zur Verfügung, was er als großen Vorteil sieht. Zwar brauchte er ihre Hilfe bisher nicht, doch im Fortsetzungskurs, wenn die Inhalte komplexer werden, wird er vielleicht auf sie zugehen müssen, vermutet er. "Ich glaube, dass die Kenntnisse, die ich hier erwerbe, für meine Zukunft wichtig sein werden und dass ich das Gelernte später in der Praxis anwenden kann. Nach Abschluss des Kurses hoffe ich, dass ich dank des Zertifikats leichter einen guten Job in der IT-Branche finden werde“.

Nicholas - mit künstlicher Intelligenz zum Ziel

Nicholas (21) aus Simbabwe studiert derzeit in Ghana und liebt alles, was mit Computern zu tun hat. Wenn er am Bildschirm arbeitet, fliegen seine Hände über die Tastatur. Sein Wunsch ist es, als Softwareingenieur zu arbeiten und bei der Entwicklung von Grenztechnologien und künstlicher Intelligenz dabei zu sein.

Es ist faszinierend, wie effizient Computer mit großen Datenmengen umgehen können. Mich interessiert, was hinter dieser Funktionalität steckt. Mein Traum ist es, eines Tages selbst in der KI-Sparte mitzuarbeiten.

NICHOLAS
Nicholas ist an allem rund um Computer interessiert und bringt erstes Wissen sogar Grundschulkindern bei.

"Am Anfang des Kurses wurden nochmals meine bisherigen IT-Kenntnisse auf den Punkt gebracht, erzählt Nicholas. "Spannend und völliges Neuland waren die ersten Erfahrungen mit Conda und Anaconda", erklärt der Student. Das plattformunabhängige Tool Anaconda (mit dem so genannten 'Paketmanager Conda') ist für die Analyse von großen Datenmengen und dem Verarbeiten von wissenschaftlichen Daten ausgelegt.

In ein bis zwei Jahren möchte Nicholas selbst in einem IT-Team von Spezialisten arbeiten und dazu beitragen, Problemlösungen durch maschinengestütztes Lernen zu entwickeln. Aktuell nimmt er bereits am Nanodegree-Programm des Stipendiums teil. "Während ich in der ersten Phase überwiegend alleine gelernt habe, bin ich jetzt in der zweiten Phase im Austausch und Verbindung mit Menschen aus der ganzen Welt. Dadurch erfahre ich zusätzlich viel Neues, das ist eine große Bereicherung", berichtet Nicholas begeistert.

Als persönlichen Ausgleich engagiert sich Nicholas in Entwicklungsinitiativen. In einer davon vermittelt er benachteiligte Grundschulkinder erstes Computerwissen. In seiner Freizeit spielt der sportliche Student Tennis und hält sich dabei fit.

Ngoc mag Zahlen und Geschäftsanalysen

Auch Ngoc aus Vietam möchte aktiv ihre Zukunft mitgestalten und hat sich mit viel Engagement auf die zweite Phase des Stipendiums vorbereitet. Ngoc interessiert sich weniger für die Programmierung von Algorithmen, sondern mehr für Geschäftsanalysen. Während eines Praktikums arbeitete sie in der Logistikbranche im kaufmännischen Bereich – das hat ihre Entscheidung für den Kurs mitbeeinflusst.

 

Ich mag kritisches Denken, welches auf der Grundlage von Fakten basiert, besonders im wirtschaftlichen Bereich. Der 'Challenge-Kurs' bot mir einen guten Einblick in Statistik und bereitete mich auf den Kurs in Business Analytics vor. Ich bin gespannt darauf, noch viel mehr über Business Analytics zu lernen.

Ngoc

Die Kurse finden ausschließlich online statt und werden begleitend zu Beruf, Studium oder Praktika absolviert. Alle drei Stipendiatinnen und Stipendiaten können stolz auf ihre Leistung sein. Nach erfolgreich bestandenem 'Challenge-Programm' steuern sie nun auf ihren Nanodegree-Abschluß zu. Dieser ist mittlerweile von vielen globalen Tech-Unternehmen anerkannt und kann ihnen die Türen in ein erfolgreiches Berufsleben öffnen.

Autorin: Sofia Delgado

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