Ein Rückschlag für Anju

Viele Nepales:innen verlieren durch die Corona-Krise ihre Lebensgrundlage. Auch ehemalige Schützlinge der SOS-Kinderdörfer leiden: Eine von ihnen ist die 25-jährige Anju.

Eigentlich hatte Anju nach ihrem Auszug aus dem SOS-Kinderdorf schon viel erreicht: Mit einer kleinen Farm hatte sich die 25-Jährige mit ihrem Mann selbstständig gemacht. Gemeinsam kümmerten sich die beiden hier um 100 Hühner, elf Schweine, zwei Enten und ein Kalb. Die Farm lief so gut, dass Anju sich, ihren Mann, ihre zweijährige Tochter und ihre Schwiegermutter versorgen konnte und trotzdem noch Geld übrigblieb. Das wollten Anju und ihr Mann in den Ausbau der Farm investieren: Ein Teich für eine Fischzucht war schon geplant.

Doch dann erreichte die Corona-Pandemie Nepal, und auf einmal änderte sich alles: "Durch den Lockdown ist der Transport von Viehfutter komplett zum Erliegen gekommen. Jeden Tag wurde es schwieriger, unsere Tiere zu füttern. Außerdem sind wir nicht mehr in der Lage, unsere Produkte auf den Märkten in der Gegend zu verkaufen", erzählt Anju.

Die Tiere sind die Lebensgrundlage von Anju und ihrer Familie. Doch sie zu versorgen, wird in der Pandemie immer schwieriger.

Schnell waren die Reserven der Familie aufgebraucht, doch dann rettete ein Anruf aus dem SOS-Kinderdorf sie in letzter Minute vor dem finanziellen Ruin. Ein Sozialarbeiter, der Anju schon im Kinderdorf betreut hatte, erkundigte sich nach der jungen Frau. Als sie ihm von ihrer Not berichtete, halfen die SOS-Kinderdörfer sofort mit einem kleinen Geldbetrag für Lebensmittel und die Versorgung der Tiere.

Anjus Situation ist kein Einzelfall. Die SOS-Kinderdörfer Nepal helfen derzeit mehr als einhundert ehemaligen Schützlingen durch die Krise. Sie alle haben durch die Pandemie ihre Jobs und Lebensgrundlagen verloren. Den meisten von ihnen fehlt ein stabiles familiäres Netz, und ohne Hilfe wären sie auf sich alleine gestellt. 

So dankbar Anju für die Hilfe ist, so sehr hofft sie bald schon wieder auf eigenen Beinen stehen zu können: "Ich bete zu Gott, dass diese Krise bald vorbei ist und wir zu unserem Alltag zurückkehren können. Mein Mann und ich sind fest entschlossen, hart zu arbeiten und das Geschäft weiterzuführen."

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