Leena steht mit ihren drei Enkeln vor dem Haus.

Leenas Mut: Eine Oma kämpft für ihre Enkel

Eine Familientragödie in Sri Lanka veränderte alles: Wie Großmutter Leena ihre drei Enkel aus dem Kinderheim rettete und mit ihnen ein neues Zuhause aufbaute.

Im Westen Sri Lankas treffen wir Leena – in einem Haus, das voller Leben und Liebe steckt. Die 59-jährige Witwe erzählt uns mit verschmitztem Lächeln von ihren drei Enkelsöhnen: "Der Jüngste ist ziemlich frech. Die anderen beiden sind ruhig und konzentrieren sich aufs Lernen."

Die Jungen helfen beim Putzen, spielen Cricket, fahren Rad und gehen zur Schule. Sie wirken unbeschwert – doch das war nicht immer so.

Eine Tat mit Folgen

Vor sieben Jahren brachte eine Tragödie die Jungen zu ihrer Großmutter. Nachdem ihre leibliche Mutter vom Vater verlassen worden war und die Kinder vernachlässigt hatte, kam es zu einem Schock: "Eines Tages mischte sie Gift in die Milch und gab es den Kindern", erzählt Leena unter Tränen.

Drei Wochen blieben die Kinder im Krankenhaus, der Älteste schwebte in Lebensgefahr. Bis heute weiß niemand, was die Mutter zu dieser Tat bewegt hat. Der Kontakt zu ihr ist seitdem abgebrochen.

Nach ihrer Genesung wurden die Kinder von den Behörden in einem Heim untergebracht – für die traumatisierten Jungen eine erneute Tortur. Sie litten unter den harschen Bedingungen und weinten jeden Tag. Leena kämpfte verzweifelt für das Sorgerecht. Vergebens.

Schließlich wendete sie sich hilfesuchend an die SOS-Kinderdörfer. "Den Gerichtsakten zufolge sollten die drei Geschwister auf verschiedene Kinderheime verteilt werden", erinnert sich Sozialarbeiter Crishantha Perera.

"Wir gingen für Leena vor Gericht und konnten die Familie wieder vereinen."

Crishantha Perera, Sozialarbeiter der SOS-Kinderdörfer in Sri Lanka
Großmutter Leena knüpft Teppiche. Foto: Martin Hanebeck
Leena lernte in einem Berufsbildungskurs der SOS-Kinderdörfer, wie man Teppiche knüpft. So kann sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Neustart an einem sicheren Ort

Die SOS-Kinderdörfer mieteten ein Haus für die vier, boten therapeutische Unterstützung. Und langsam zog auch das Lachen in ihrem neuen Zuhause ein. 

"Unsere oberste Priorität war es, einen sicheren Ort zu schaffen, an dem sie zusammenleben konnten."

Crishantha

In Workshops und Einzelberatungen lernte Leena, wie sie ihre Enkel bestmöglich unterstützen kann. "Leena schenkt ihnen die Geborgenheit einer echten Mutter. Das spürt man in allem, was sie tut", sagt Crishantha.

Jungen spielen Cricket zwischen Bäumen. Foto: Martin Hanebeck
Ein Herz und eine Seele: Die Jungen spielen in ihrer Freizeit Cricket in der Einfahrt.

Der Sozialarbeiter ist zuversichtlich, dass die Kinder sich zu verantwortungsbewussten Menschen entwickeln werden, die einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Einer möchte Polizist werden, ein anderer Arzt.

Auch Leena hat ein klares Ziel vor Augen: "Ich wohne hier kostenlos und knüpfe seit einem Training der SOS-Kinderdörfer Teppiche, um über die Runden zu kommen. Aber mehr als alles andere wünsche ich mir ein eigenes Zuhause, in dem meine Kinder sich eine sichere Zukunft aufbauen können. Das ist mein Traum."

Bis Leena und ihre Enkel sich diesen Traum aus eigener Kraft erfüllen können, werden sie weiterhin von den SOS-Kinderdörfern auf ihrem Weg begleitet.

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