Venezuela: Ein Land im freien Fall

Wirtschaftskrise stürzt viele Familien in die Armut

"Es sieht nur so aus, als lebten wir hier auf einer wunderschönen Insel", sagt Zulay Delgado über das SOS Kinderdorf Ciudad Ojeda. "Aber was sich da draußen abspielt, das trifft auch uns."

In den SOS-Kindertagesstätten erhalten die Kinder regelmäßig etwas zu essen. Zuhause mangelt es den Familien oft an allem. Foto: Toni Keppeler

Zulay Delgado ist seit elf Jahren SOS-Mutter in Venezuela, und die Krise im Land trifft auch sie und ihre vier SOS-Kinder mit voller Härte. Der Niedergang Venezuelas begann 2002 mit einem Putschversuch und dauert bis heute an. Die staatlichen Supermärkte sind seit Monaten so gut wie leer. Wenn das Gerücht umgeht, es komme eine Lieferung mit Mehl, Zucker oder gar Hühnchen, bilden sich sofort endlose Warteschlangen. "Da steht man dann viele Stunden in der Sonne, und wenn man vorne ankommt, ist die Ware meistens ausverkauft." Als Mutter von vier Kindern sei sie geradezu gezwungen, auf dem Schwarzmarkt einzukaufen – zu entsprechend hohen Preisen und immer mit der Gefahr verbunden, auf dem Nachhauseweg ausgeraubt zu werden.

Familie im venezolanischen SOS-Kinderdorf La Canada. Foto: Fernando Espinoza

"Wir haben großes Glück, im SOS-Kinderdorf zu leben. Hier sind wir in Sicherheit und wissen, dass unsere Kinder nicht nur versorgt sind, sondern auch zur Schule gehen dürfen. So viele Kinder in Venezuela hungern und gehen nicht mehr zur Schule, weil sie zu schwach sind. Wir, die SOS-Mütter, geben an Lebensmitteln ab, was wir nicht unbedingt selbst brauchen. Aber die Not ist so groß!“

 

Hilfe für Kinder in Venezuela

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Notstand: Lebensmittelknappheit und Gewalt

Die Wirtschaftskrise in Venezuela trifft alle: Die Arbeitslosigkeit stieg zwischen 2015 und 2017 von 7% auf 21%. Trotz riesiger Ölvorkommen kollabiert  die Wirtschaft des Landes, Venezuela befindet sich in einem Notstand. Es fehlt an Lebensmitteln und vielen Dingen des täglichen Bedarfs. Die Kriminalität nimmt stetig zu. "Der Hunger und die Armut haben eine unfassbare Gewalt entfesselt", sagt eine Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer vor Ort. Besonders hart trifft die Krise die Kinder im Land, viele leiden an Unterernährung.

Auch die medizinische Versorgung im Land ist desolat. Es fehlt an Arzneimitteln, Ärzte verlassen das Land. Kinder sterben an behandelbaren Krankheiten, weil sie keine Medikamente bekommen.

SOS steht Kindern und Familien bei

Im Rahmen der SOS-Familienhife unterstützen die SOS-Kinderdörfer an vier Standorten in Venezuela rund 3000 Kinder und junge Erwachsene. Rund 260 Kinder und Jugendliche finden in drei SOS-Kinderdörfern ein dauerhaftes Zuhause.

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