"Wir brauchen ja eine Zukunft"

Viktor sät und erntet Gemüsepflanzen mit niedrigstem Wasserverbrauch

Seit drei Jahren gibt es im Kinderdorf ein spezielles Tröpfchen-Bewässerungssystem, das sehr sparsam mit Wasser umgeht und damit Nachhaltigkeit erlebbar macht.

Vor fünf Jahren haben die Kinder im SOS-Kinderdorf in São Domingos auf den Kapverden das letzte Mal Regen gesehen. Sie wissen, dass das auch an der Klimakrise liegt. "Die ganze Welt ist zu verschmutzt, dabei brauchen wir ja eine Zukunft", sagt der 14-jährige Viktor – und hat deshalb gemeinsam mit seinem Team eine Lösung gefunden, mit der veränderten Umwelt klarzukommen.

Gemeinsames Gärtnern steht im Kinderdorf in São Domingos auf der Tagesordnung. Foto: Alea Horst 

Seit drei Jahren gibt es im Kinderdorf ein spezielles Tröpfchen-Bewässerungssystem, das sehr sparsam mit Wasser umgeht und damit Nachhaltigkeit erlebbar macht. Über ein Kanalsystem wird das Regenwasser der Häuser in einer großen Zisterne gesammelt und mit einer Pumpe einen Berg hinauf und in einen Wassercontainer gepumpt. Dieser Container bewässert das gesamte Kinderdorf, die vielen Pflanzen, die Gemüsebeete und die zwei großen Gewächshäuser. 

Viktor ist mittlerweile ein richtiger Pflanzen-Experte. Der 14-Jährige hat gelernt, wie er Pflanzen sät, wie er sie beschneidet und wann er erntet. Außerdem hat er sich großes Wissen über Saatgut angeeignet. "Das Beste am Gewächshaus ist, dass die Pflanzen weder der Kälte noch dem Wind noch der Hitze ausgeliefert sind. Sie können hier drin deutlich besser wachsen", sagt der Jugendliche, während er Kürbisranken begrenzt, damit diese andere Pflanzen nicht beim Wachsen behindern.

Zum Anbau von Gemüse verwenden die Jung-Landwirt:innen nur alten Kuhdung und Düngepflanzen, die im Kinderdorf selbst angebaut werden. Das heißt: Das eigene Gemüse ist nicht nur besonders schmackhaft, sondern auch frei von chemischen Stoffen und damit zu 100 Prozent biologisch. Außerdem wird penibel darauf geachtet, den Kreislauf nicht zu unterbrechen. Wird eine Gemüsepflanze geerntet, wird an dieser Stelle direkt ein neues Pflänzchen eingesetzt, um kein Wasser aus dem Tröpfchenschlauch zu verschwenden. 

"Das Beste am Gewächshaus ist, dass die Pflanzen weder der Kälte noch dem Wind noch der Hitze ausgeliefert sind. Sie können hier drin deutlich besser wachsen."

Viktor (14)

Viktor hilft wie seine Mitstreiter:innen regelmäßig im Gewächshaus mit und leistet damit einen Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise.

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