Venezuela
Warum die SOS-Kinderdörfer in Venezuela helfen
Warum die SOS-Kinderdörfer in Venezuela helfen
Die Menschen in Venezuela leiden unter einer dramatischen Wirtschaftskrise. Die Lebensverhältnisse verschlechtern sich immer weiter und die Inflation steigt stetig. Mehr und mehr bricht die Grundversorgung zusammen, es mangelt an Nahrungsmitteln und Medikamenten, auf den Straßen macht sich Gewalt breit. Für die Kinder bedeutet dies große Unsicherheit. Armut und Not wachsen, die Bildung ist nicht mehr garantiert. Zahlreiche Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.
Venezolaner durchleben schwierige Zeiten
Die Entdeckung großer Erdölvorkommen am Maracaibo-See zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Wirtschaft Venezuelas verändert und erhebliche Auswirkungen auf den Reichtum des Landes und seinen Einfluss auf der weltpolitischen Ebene.
In letzter Zeit hat Venezuela jedoch viele wirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen durchgemacht.
Zahlreiche Familien durchleben schwierige Zeiten. Die Bereitstellung von Grunddienstleistungen wie z.B. Strom, Trinkwasser und öffentlichen Transportmitteln hat sich zunehmend verschlechtert. Gleichzeitig sind die Kosten für Grundnahrungsmittel und Basisgüter so sehr gestiegen, dass sich viele venezolanische Familien ihren Erwerb nicht mehr so häufig leisten können wie in der Vergangenheit.
Laut jüngsten Berichten der Vereinten Nationen sind schätzungsweise sieben Millionen Venezolaner auf humanitäre Hilfe angewiesen. Als Folge der wirtschaftlichen und politischen Situation haben geschätzte 3,7 Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen.
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SOS-Kinderdorf unterstützt weiterhin die am stärksten gefährdeten Menschen
Trotz dieser schwierigen Umstände betreut SOS-Kinderdorf weiterhin Kinder und junge Menschen, die die elterliche Fürsorge verloren haben oder Gefahr laufen, sie zu verlieren. Wir unterstützen auch gefährdete Familien in den Gemeinden, in denen wir tätig sind.
Darüber hinaus unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder und Familien, die Venezuela verlassen haben und jetzt in anderen Ländern der Region leben.
Als Nichtregierungs-Organisation sind wir den Grundsätzen der Neutralität und Unparteilichkeit verpflichtet und ebenso dem Schutz der Kinderrechte, damit sie in einem sicheren und fürsorglichen Umfeld aufwachsen können.
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Kinder und junge Menschen sind gefährdet
Die derzeitige Lage stellt die über 10 Millionen Venezolaner, die unter 18 Jahre alt sind, auf eine harte Probe. Gefährdete Kinder und junge Menschen leiden ganz besonders unter den jüngsten Herausforderungen.
Laut UNICEF ist jedes dritte Kind auf Unterstützung angewiesen – das sind 3,2 Millionen Kinder, die Hilfe brauchen, damit sie einen Arzt besuchen, zur Schule gehen oder genug zu essen bekommen können.
Die Verfügbarkeit von Arzneimitteln und medizinischem Personal nimmt stetig ab, was besorgniserregende Folgen hat. Die Zahl der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Ebenso sind ansteckende Krankheiten auf dem Vormarsch.
Zahlreiche Familien sind aus Venezuela in benachbarte Länder ausgewandert. Laut UNICEF sind 1,1 Millionen Kinder in der Region auf Hilfe angewiesen. Unbegleitete Kinder sind ganz besonders gefährdet und auf zusätzlichen Schutz angewiesen.
SOS-Kinderdorf in Venezuela
In Venezuela unterstützen wir Familien, die vom Zerfall bedroht sind, und geben Kindern ohne elterliche Fürsorge ein liebevolles Zuhause.
Familienstärkung: Die SOS-Familienstärkungsprogramme nahmen 2002 ihre Tätigkeit auf. Wir arbeiten direkt mit Gemeinden, um sie zu befähigen, ihre Kinder zu schützen und für sie zu sorgen. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen bietet jedes Familienstärkungsprogramm unterschiedliche Dienstleistungen, darunter Tagesbetreuung für Kleinkinder, Schulungen für Eltern, damit sie kleine Betriebe gründen können, und Workshops zu den Themen Kinderschutz und Gesundheitsversorgung.
Betreuung in Familien: Kinder ohne elterliche Fürsorge können in SOS-Familien in den SOS-Kinderdörfern Ciudad Ojeda, La Cañada und Maracay ein neues Zuhause finden. Geschwister wachsen gemeinsam auf und erhalten die Unterstützung, die sie für ihre gesunde Entwicklung brauchen. In jüngster Zeit haben wir versucht, das Leben für Kinder, junge Menschen und gefährdete Familien so normal wie möglich zu gestalten. Wann immer die Möglichkeit besteht, besuchen die Kinder weiter die lokalen Schulen und nehmen an bürgernahen Aktivitäten teil, damit sie gut in ihre Gemeinden integriert werden. Wenn Kinder nicht zur Schule gehen können, werden sie zuhause unterrichtet. Wir haben darüber hinaus Maßnahmen ergriffen, um für die Sicherheit und das Wohl der Kinder und ihrer Betreuer/innen zu sorgen.
Unterstützung für junge Erwachsene: Unsere SOS-Jugendprogramme unterstützen junge Menschen, bis sie selbständig leben können. Wir legen großes Gewicht darauf, dass sie die richtige Bildung und Ausbildung erhalten und anschließend eine Arbeit finden können.
Jede Spende hilft
Mit Ihrer Spende schenken Sie verlassenen Kindern ein liebevolles Zuhause und helfen Familien in Not.Anzahl der Standorte
4
Familien und Bildung für
2.189
Kinder und Erwachsene
Seit
1976
im Land aktiv
Familie für elternlose Kinder
- SOS-Kinderdörfer: Dort finden 114 elternlose und verlassene Kinder ein liebevolles Zuhause. Die Mädchen und Jungen wachsen in einer Familie zusammen mit Geschwistern auf und werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut.
- Jugendbetreuung: Wenn Jugendliche aus unseren SOS-Kinderdörfern eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen, ziehen sie in Jugendwohngruppen um. Dort betreuen und begleiten wir 40 junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.
Hilfe für Familien in Not
Die SOS-Kinderdörfer unterstützen und beraten Familien in Not, um sie vor dem Zerbrechen zu bewahren und gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. Unsere Familienhilfe gibt so 1.694 Kindern und Eltern eine Perspektive. Das Hilfsangebot umfasst z.B.:
- Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen, z.B. durch Unterstützung für Schulgeld und Lernmaterialien oder Förderunterricht.
- Gesundheitsversorgung
- Erziehungs- und Familienberatung, psychologische Unterstützung
- Fortbildung und Berufsberatung
Bildung
- Frühkindliche Bildung: Wir unterstützen Eltern dabei, selbstverwaltete KITAs in ihren Gemeinden einzurichten, oder organisieren Tagesmütter-Angebote. 340 Mädchen und Jungen werden so in einem geschützten Umfeld betreut und in ihrer Entwicklung gefördert.
Flucht aus Venezuela: Hilfe für Familien
Unzählige Venezolaner sind vor dem Elend in ihrer Heimat in die Nachbarländer geflüchtet. Die meisten stranden in Kolumbien. Die SOS-Kinderdörfer leisten dort Nothilfe für Familien.