Sieben Jahre Syrienkrieg: Leiden und Sterben geht weiter

Schlimmstes Jahr für Kinder seit Ausbruch des Bürgerkriegs

13.03.2018 - Sieben Jahre nach Beginn des Konflikts in Syrien ist die Not der Kinder entsetzlicher denn je. 8,6 Millionen Kinder sind aktuell auf Hilfe angewiesen, weit über fünf Millionen Mädchen und Jungen sind im Bürgerkriegsland und in der Region auf der Flucht. Darunter rund 2,8 Millionen schulpflichtige Kinder, die keinen Zugang zu Bildung haben.
Gewalt und Angst haben tiefe Spuren in den Seelen der Kinder hinterlassen: Weit über fünf Millionen Mädchen und Jungen sind in Syrien und in der Region auf der Flucht vor dem Krieg. Foto: Michel Koreman

Die Gefechte in der Region Ost-Ghouta, aber auch an anderen Orten Syriens zählen zu den blutigsten seit Ausbruch des Bürgerkriegs und gehen unvermindert heftig weiter. "Obwohl sie nichts für diesen Krieg können, sind Millionen syrische Kinder seine hilflosen Opfer. Sie durften nie Kind sein, kennen nur Gewalt, Flucht und Vertreibung, Hunger und Not", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, zum 7. Jahrestag des Kriegsausbruches am 15.März.

Die SOS-Kinderdörfer fordern die Konfliktparteien deshalb dringlich dazu auf, die UN-Resolution für eine sofortige Waffenruhe in ganz Syrien einzuhalten und Hilfsorganisationen dauerhaft die Möglichkeit einzuräumen, den Notleidenden zu helfen.

Einzug im neuen Zuhause: 2017 öffnete ein weiteres syrisches SOS-Kinderdorf bei Damaskus seine Pforten. Kriegswaisen wachsen dort in einer SOS-Familie auf. Seit Jahren leistet SOS im Bürgerkriegsland Nothilfe. Foto: Fares Haj Ebrahim

Trauma des Krieges: Kinder brauchen langfristig Hilfe

Neben der Versorgung mit dem Notwendigsten, gehe es auch darum, rasch einen Plan für flächendeckende psychologische Betreuung zu schmieden. „Syrische Kinder sind ohne Schutz und ohne Bildung, zwischen Elend und Krieg aufgewachsen, ständige Gewalt und Angst haben tiefe Spuren in ihren Seelen hinterlassen“, sagt Yassin.

Die Folgen seien verheerend: „Diese Jungen und Mädchen werden noch Jahrzehnte an den psychologischen Folgen von Terror, Gewalt und Verlust leiden, wenn ihnen nicht verlässlich und langfristig geholfen wird. Wir müssen entschlossen handeln, sonst verlieren wir eine  komplette Generation an den Krieg und den Terror“, so Yassin weiter.

Die SOS-Kinderdörfer in Syrien betreuen Kinder, die Terror und Krieg entkommen konnten. SOS bietet ihnen und ihren Familien Obdach, Essen, medizinische Versorgung  sowie Zugang zu Schul- und Ausbildung. Außerdem wird ihnen die Möglichkeit gegeben, mit Traumatherapeuten die erlebten Gräuel zu verarbeiten und sich eine Chance auf eine Zukunft zu bewahren.