70 Jahre, 70 Geschichten

Von 1949 bis heute: Hier stellen wir Ihnen Menschen hinter der weltweiten Arbeit der SOS-Kinderdörfer vor

Die SOS-Kinderdörfer feiern ihren 70. Geburtstag: 1949 legte Hermann Gmeiner den Grundstein für das erste SOS-Kinderdorf im österreichischen Imst. Dank der Unterstützung von Menschen wie IHNEN sind wir heute weltweit aktiv, um Kindern in Not ein Zuhause und eine Zukunft zu geben. Unsere Fotostrecke erzählt 70 Geschichten, die von unseren Anfängen ins Jetzt führen, von Österreich nach Syrien, Kolumbien, Kenia oder Bangladesch. Jeden Monat stellen wir Ihnen hier weitere Gesichter vor: Kinder, Mütter, Lehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Gehen Sie mit uns auf eine Reise durch die SOS-Welt!
Lehrerin aus Simbabwe
Simbabwe: Pauline – mehr als eine Lehrerin
Pauline Mhako ist glücklich, seit sieben Jahren als Lehrerin für die Hermann-Gmeiner-Grundschule Maizelands in Simbabwe zu arbeiten. Sie unterrichtet 35 Kinder und bereitet sie auf die Anforderungen des Lebens vor. Pauline hat in den vergangenen Jahren viele Situationen erlebt, die ihr immer wieder vor Augen führen, wie wichtig es ist, einen Mentor zu haben. Jemanden, der einen jungen Menschen an der Hand nimmt und an ihn glaubt. "Runako, eine Schülerin von mir, war so schüchtern und verschreckt, dass sie sich komplett von allen anderen Kindern absonderte", erzählt Pauline. "Als wir dieses Problem bei den Eltern ansprachen, fanden wir heraus, dass Runako von ihren Stiefgeschwistern gemobbt wurde. Eine von uns initiierte Familientherapie löste das Problem. Seitdem blüht Runako auf und nimmt mit Begeisterung am Unterricht teil." Foto: Tom Maruko

Die Kinder und Jugendlichen im Dorf "El Dos" im kolumbianischen Chigorodó teilen eine Leidenschaft, die sie zusammengeschweißt hat: ihre Liebe zu Batucada, eine Art von Samba, die hauptsächlich mit Percussion-Instrumenten gespielt wird. "Eines Tages kam einer der SOS-Sozialarbeiter auf uns zu und motivierte uns, Batucada zu lernen", sagt die 16-jährige Martina, "und sofort war ich begeistert von der Idee." Martina wurde von ihrem Lehrer zur Batucada-Leiterin erkoren wurde, die den Takt vorgibt und dafür sorgt, dass ihre Geschwister und Freunde im Rhythmus bleiben. Eine Aufgabe, die sie mit Stolz und Freude erfüllt: "Ich habe viel über mich selbst gelernt, meine eigenen Stärken erkannt und kann mich besser konzentrieren." Die Freude und der Spaß dürfen bei der Percussion-Gruppe natürlich auch nicht zu kurz kommen. "Durch die Musik verbringe ich mehr Zeit mit meinen Freunden. Ich bin aufgeschlossener geworden und gehe jetzt leichter auf neue Menschen zu."
Foto: José Gallo

Seit vier Jahren ist Aliya aus Aserbaidschan bereits in der Obhut ihrer SOS-Mutter Naiba. Für beide war es Liebe auf den ersten Blick. Naiba erinnert sich: "Als ich das erste mal in Aliyas Augen sah, wusste ich, was meine Bestimmung war. Dieses kleine Mädchen brauchte meine Liebe und Fürsorge. Und die bekommt sie heute noch von mir. Ich bin dankbar, SOS-Mutter zu sein." Aus Naiba spricht Begeisterung, die auf Gegenseitigkeit beruht. Denn Aliya hat einen Traum, an den sie fest glaubt: "Wenn ich groß bin, möchte ich mich um meine SOS-Mutter kümmern und ihr das zurückgeben, was ich von ihr bekommen habe: Wärme und Geborgenheit." Naiba und Aliya haben sich gefunden, sind eine Familie geworden. "Jeden Morgen küsse ich meine Tochter auf die Stirn und fühle unendliche Dankbarkeit für die Aufgabe, die mir zuteil wurde."

Wenn Ali (33) ruft, spuren die Jungs. "Wir haben unsere heranwachsenden Jungs hier im Kinderdorf Saboura in Syrien nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Das wurde zum echten Problem. Sie brauchten ein männliches Vorbild – auch um sich die Hörner abzustoßen", sagt Kinderdorfleiterin Ghufran Awera. "Als nichts mehr ging, beschlossen wir ein Pilotprojekt zu starten und einen Kinderdorfvater für die Jungs einzustellen." "Mama Ali", wie alle ihn hier liebevoll nennen, ist großartig. Im Kinderdorf Saboura ist Ali voll integriert. Die Mütter helfen "Mama Ali" beim Kochen, dafür nimmt er die Kids mit raus ins Schwimmbad, geht Wandern, Fußballspielen oder sie erleben Abenteuer. "Ali muss regelmäßig raus", lacht eine junge SOS Mutter. "Neulich kam er vom Markt und schleppte Kisten und Tüten voll Gemüse heim. Sein einziger Kommentar als er unsere belustigten Blicke sah: "Ich brauche das, um mich an meine Männlichkeit zu erinnern." Aber Männlichkeit hin oder her: Wenn "Mama Ali" am Muttertag auch Geschenke von seinen Jungs bekommt, dann ist er sehr gerne "Mama". Und für die SOS-Mütter ist klar: "Wir brauchen mehr von seiner Sorte!" Foto: Lur Katt

 
1972 trafen einander der Dalai Lama und Hermann Gmeiner und beschlossen die Errichtung eines SOS-Kinderdorfs für 800 tibetische Flüchtlingskinder in Indien. Ein Jahr später fand die Einweihung der ersten Häuser statt. Heute gibt es neun Dörfer für tibetische Flüchtlingskinder, die auf die Initiative des Dalai Lama zurückgehen. "Vor allem zeigen die SOS-Kinderdörfer, dass es möglich ist, Kinder aller Ethnien, Nationen und Religionen in einer Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern zusammenzuführen", meint der Friedensnobelpreisträger. "Die SOS-Kinderdörfer sind groß und hilfreich, nicht nur für die Tibeter, sondern für alle Menschen. Dieses Kinderhilfswerk kennt keine Rassen und Ideologien, nur Menschen." Foto: Alexander Gabriel

 
Familie in Cochabamba, Bolivien
Carla (12) aus Cochabamba in Bolivien hat drei jüngere Geschwister. “Meine Eltern haben uns oft angeschrien und manchmal hatten wir tagelang nichts zu essen. Ich habe schon gefürchtet, dass es nie besser werden würde”, erzählt Carla. Dann wurde die Familie auf das SOS-Familienhilfsprogramm in Cochabamba aufmerksam und beschloss, daran teilzunehmen. Die Eltern von Carla besuchten mehrere Monate lang Workshops und lernten, wie man Konflikte in der Familie friedlich löst. Außerdem arbeiten beide jetzt selbstständig von Zuhause aus. Die Familie hat so genug zu Essen und kann viel Zeit miteinander verbringen. “Wir fühlen uns als Familie so eng verbunden wie nie zuvor”, erzählt Carla. Foto: SOS Bolivien


 

Agustín ist 10 Jahre alt und hat einen ganz besonderen Freund: Sein Huhn. Ein Freund hat ihm das Tier geschenkt, doch niemand weiß, was für ein Huhn es ist und ob es männlich oder weiblich ist. Doch jeder im mexikanischen SOS-Kinderdorf Comitán weiß: Es ist Agustíns Haustier und es hat seinen eigenen Platz im Haus. Und dass der Junge sich mit viel Liebe darum kümmert. "Mir ist es egal, ob es in ein paar Monaten eine Henne oder ein Hahn wird, ich will nur für immer sein Freund sein", sagt Agustín. Foto: Ariel Armenta

Julia (10) lebt im neuen SOS-Kinderdorf Saboura bei Damaskus. Ihre Eltern sind arm und krank und schafften es nicht, Julia und ihre Geschwister zu versorgen. So musste sich das Mädchen um alle kümmern - eine viel zu große Last für das Kind. "Für mich war das Leben immer düster und traurig, und ich rannte oft zum Tagträumen davon", erzählt Julia. Anfang 2018 fanden sie und ihre Geschwister dann im SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause. "Ich habe entdeckt, dass Träume wahr werden können. Ich bin wirklich glücklich hier und habe nicht geweint, seit ich hierher gekommen bin", sagt Julia.

Fortsetzung folgt: Jeden Monat stellen wir Ihnen hier weitere Menschen aus der Welt der SOS-Kinderdörfer vor.

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