Ratgeber

Ratgeber: Wie rede ich mit meinem Kind über Sexualität?

Vorgehensweise bis richtiger Zeitpunkt: Fünf Tipps für ein Aufklärungsgespräch

"Vielen Eltern fällt es schwer, mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen", sagt Corinna Harles, Psychologin der Beratungsstelle "Rat auf Draht" der SOS-Kinderdörfer in Österreich. Oft ist da eine große Unsicherheit: Wie reagiere ich als Mutter oder Vater angemessen, wenn sich Kleinkinder "da unten" berühren? Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Aufklärungsgespräch? Wie kann ich mich vorbereiten? Die SOS-Kinderdörfer geben Tipps:

1. Tipp: Der richtige Zeitpunkt ist immer

Warten Sie nicht auf den passenden Moment, sondern versuchen Sie, Sexualerziehung von Beginn an in den Alltag zu integrieren. So können Sie etwa schon beim Wickeln oder Baden die Körperteile vollständig benennen – also nicht nur Nase, Bauch und Beine, sondern auch Penis und Vulva. 

2. Tipp: Fragen ernst nehmen

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es mit jeder Frage zu Ihnen kommen kann. Sie müssen nicht auf alles sofort eine Antwort haben. Entweder Sie informieren sich gleich gemeinsam mit Ihrem Kind oder Sie erklären, dass Sie selbst erst überlegen müssen. Wichtig ist, dass Sie die Antwort dann auch wirklich nachliefern. So lernt Ihr Kind, dass es sich weiterhin zuverlässig an Sie wenden kann. 

3. Tipp: Mut zur Selbstreflexion haben

Nutzen Sie einen ruhigen Moment, um sich mit Ihren eigenen Gefühlen zum Thema Sexualität auseinanderzusetzen. Welche Themen können Sie gut ansprechen, bei welchen fällt es Ihnen schwerer? Wie können Sie Ihre Grenzen wahren und Ihr Kind trotzdem gut informieren?

4. Tipp: Gefühle ansprechen

Sexualität ist nicht nur etwas Körperliches. Um zu wissen, was wir mögen, und was nicht, müssen wir unseren Körper, aber auch unsere Gefühle gut spüren. Alle Gefühle – auch Wut oder Ärger – sind wichtig. Nehmen Sie darum alle Gefühle Ihres Kindes ernst, etwa indem Sie den Ärger Ihres Kindes nicht abtun, sondern ihm helfen, einen guten Umgang damit zu finden. Wie Sie als Elternteil mit Ihren eigenen Gefühlen umgehen, hat dabei eine wichtige Vorbildfunktion. 

5. Tipp: Offen für Vielfalt sein

Es gibt verschiedene sexuelle Orientierungen, es gibt Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zuordenbar sind und solche, die sich nicht dem Geschlecht zugehörig fühlen, das bei ihrer Geburt eingetragen worden ist. Nehmen Sie Ihr Kind so an, wie es ist. So schaffen Sie ein Umfeld, in dem Ihr Kind genug Sicherheit verspürt, sich so zu entwickeln, wie es ihm entspricht.

Bücher zum Thema

Wenn Sie einen Gesprächseinstieg suchen, können Bücher unterstützen. Für Kinder ab circa drei Jahren gibt es zum Beispiel das Bilderbuch "Lina, die Entdeckerin" von Katharina Schönborn-Hotter u.a., ab fünf Jahren "Von wegen Bienen und Blümchen" von Carsten Müller u.a. oder für Jugendliche "Make Love" von Marlene Henning. Für alle Bücher gilt: Achten Sie darauf, dass Sie sich mit Sprache und Bildern wohlfühlen.

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