Erster Schultag in …

… Syrien, Benin und Vietnam: Drei Kinder kommen in die erste Klasse

Janas Chance

Jana kann endlich zur Schule gehen: Die syrische Kriegswaise wird jetzt mit 14 Jahren eingeschult, nachdem sie im SOS-Kinderdorf Saboura bei Damaskus ein neues Zuhause gefunden hat.

In dem Jahr, als in Syrien der Bürgerkrieg ausbrach, hätte Jana zum ersten Mal in die Schule gehen sollen, aber alles kam anders: Noch im ersten Kriegsjahr starben ihre Eltern. Jana und ihr Bruder wurden bei einer Tante untergebracht, die selbst in so schwierigen Verhältnissen lebte, dass sie die Kinder kaum ernähren konnte. An Schule war nicht mehr zu denken.

Jana erinnert sich: "Oft sah ich, wie die anderen Kinderauf ihrem Schulweg nach Hause liefen. Sie durften lernen und Freundschaften schließen. Ich war traurig und eifersüchtig." Die Geschwister verbrachten auch die nächsten Jahre bei ihrer Tante – bis diese es einfach nicht mehr schaffte, sie zu versorgen.

Die Beiden fanden ein Zuhause im neugegründeten SOS-Kinderdorf Saboura. Hier bekam Jana vieles, was sie furchtbar vermisst hatte: Schutz und Fürsorge, eine liebevolle Familie – und sie wird ab diesem Jahr zur Schule gehen! Eigens für Kinder wie sie wurden spezielle Klassen eingerichtet, die den Stoff von zwei Jahren in einem behandeln.

Shaza Mohammad, die Psychologin des Kinderdorfs, sagt: "Als ich Jana die Nachricht brachte, weinte sie vor Freude. Es ist ihr egal, dass sie mit ihren 14 Jahren erst mit der Schule anfängt, solange sie eine Chance bekommt!"

"Ich bin Ihr neuer Schüler!”

Auf der Schulbank: Junge in der SOS-Schule in Dassa-Zoume, Benin

Da stand er also, Raouls Schulranzen! Bereits gefüllt mit allem, was der Junge brauchen würde: Stifte, Hefte, Bücher, eine kleine Tafel. Raoul, 6 Jahre alt, aufgewachsen im SOS-Kinderdorf Dassa-Zoumé in Benin, Afrika, strahlte. In wenigen Tagen würde er endlich in die Schule kommen.

Begeistert nahm Raoul den neuen Ranzen, setzte ihn auf und lief eine Proberunde um das Haus, in dem er mit seiner Kinderdorf-Mutter und seinen Geschwistern lebte. Seine Kinderdorfmutter erinnert sich: "Er hatte es furchtbar eilig!"

Nachdem Raoul etliche Runden gedreht hatte, beschloss er, schon mal den Weg zur Schule zu testen. Zu seiner Freude traf er dort seinen zukünftigen Lehrer an, der den Klassenraum für den Unterrichtsbeginn vorbereitete. Raoul stellte sich vor: "Ich bin ihr neuer Schüler!" Die Beiden wechselten ein paar Worte, dann ging Raoul wieder nach Hause.

Bis endlich der erste Schultag kam! Raoul war glücklich. Nicht nur, dass er bereits viele der Kinder kannte, sondern sogar schon den Lehrer. Als sie sich schließlich in der Klasse wiederbegegneten, schien es Raoul, als ob der Lehrer ihm vergnügt zulächelte.

Unterricht bei den großen Schwestern

Ein Junge aus dem SOS-Kinderdorf Ca Mau, Vietnam, macht sich auf den Weg zur Schule.

"Mama, ich möchte auch so viele Freunde haben!" und "Mama ich möchte auch Bücher lesen können!" Der sechs-jährige Duc Minh aus dem Kinderdorf Go Vap in Vietnam hatte zwei ältere SOS-Schwestern, die schon einige Jahre zur Schule gingen und alles, was sie von dort mitbrachten, erschien ihm großartig und erstrebenswert.
Noch bevor er selbst in die erste Klasse kam, nahm er deshalb Unterricht bei seinen beiden Schwestern Thao und Nhung.

Den beiden Großen machte das eben so viel Spaß wie ihrem jüngeren SOS-Bruder. Sie brachten ihm Rechnen bei, zeigten ihm die ersten Buchstaben, spielten zwischendurch die strenge Lehrerin.

Kurz vor Schuljahresbeginn wartete noch eine Überraschung auf Duc Minh: SOS-Mutter Lien hatte ihm eine dunkelblaue Hose und ein weißes Hemd gekauft – seine Schuluniform. Duc Minh hatte immer gedacht, dass er sie erst in der weiterführenden Schule bekäme. "Mama, seh ich schön aus?", fragte Duc Minh, nachdem er die neuen Sachen angezogen hatte. "Und ob, mein Sohn!", antwortete Lien.

Ein paar Tage später ging Duc Minh an der Hand seiner Mutter los zur SOS-Hermann-Gmeiner-Schule – aufgeregt, wie die anderen 184 Jungen und Mädchen, für die an diesem Tag das Schulleben beginnen sollte. Lien verabschiedete ihn mit einer festen Umarmung.

 

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