Das "Digital Village"

Digitale Bildung und Ausbau der ICT-Infrastruktur in SOS-Kinderdörfern

Viele Familien in den SOS-Kinderdörfern haben nur begrenzten Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien. In Zeiten von Corona ist aufgrund der Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen eine Anbindung an die virtuelle Welt noch wichtiger geworden.

Der Zugang zu digitaler Bildung ist für Kinder und Jugendliche in den SOS-Kinderdörfern wichtig und ermöglicht ihnen neue Chancen. Foto: SOS Kinderdörfer Philippinen

Das "Digital Village" als Brücke für eine chancenreiche Zukunft

Das "Digitale SOS-Kinderdorf" ist ein Projekt für technische Fortbildung und den Aufbau von ICT-Infrastruktur (ICT= information & communication technology). Familien in den SOS-Kinderdörfern erhalten dadurch Zugang zu Computern und Internet sowie entsprechende Schulungen. 

  • Die Teilnehmer lernen den Umgang mit Software, Internetrecherche oder E-Mail und erhalten Zugang zu E-Learning und anderen digitalen Plattformen.
  • Zusätzlich werden die Familien zum Thema Cybersicherheit aufgeklärt.
  • Online-Learning, und digitaler Schulunterricht erweitern die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen; Bewerbungstrainings helfen ihnen bei der Jobsuche.

  • Durch Videotelefonie und soziale Plattformen kann der Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht erhalten werden. Online-Beratungsdienste helfen bei psychologische Problemen. 

  • Fortbildung und pädagogische Unterstützung für SOS-Mütter kann zeitlich und örtlich flexibel angeboten werden.

  • Im täglichen Leben erleichtet der Computer vieles, z.B.  Korrespondenz oder eine übersichtliche Buchführung. An Standorten, an denen SOS-Mütter derzeit nur erschwert einkaufen können, sichern beispielsweise gemeinsame Lebensmittelbestellungen die Versorgung der Kinder.

Kinder an der SOS-Schule in Abobo-Gare, Côte d' Ivoire lernen den Umgang mit dem Computer. Foto: Paul Ako

Der Zugang zu Computern, zum Internet und anderen mobilen Geräten gilt heute in vielen Bereichen als selbstverständlich. Gerade in abgelegenen Gebieten öffnet er das Tor zur Welt. Den Kindern und Jugendlichen in unseren SOS-Programmen ermöglicht der ICT-Zugang innovative Lernprogramme und erleichtert den Einstieg in die Arbeitswelt. So können sie den gleichen Wissensstand wie ihre Altersgenossen im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien erreichen und Defizite abbauen. 

 

Digitale Bildung - nur eingeschränkt verfügbar

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Bildungseinrichtungen weltweit geschlossen. Unzählige Kinder können nicht an Fernunterricht teilnehmen, sie haben schlicht keinen Computer oder einen funktionierenden Internetzugang. Diese digitale Kluft hat langfristige Auswirkungen auf die Bildungschancen von Kindern weltweit.

  • Laut UNICEF haben von den 1,5 Milliarden Schülerinnen und Schülern, deren Schulen geschlossen wurden, rund 463 Millionen - über 30 Prozent - keine Möglichkeiten, an irgendeiner Form von Unterricht teilzunehmen.
  • Die Zahlen sind besonders alarmierend in Ländern mit niedrigem Einkommen. In Afrika südlich der Sahara beispielsweise haben laut UNESCO fast 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler keinen Zugang zu einem Computer oder Internet.
  • Rund ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler war bereits vor der Coronakrise von der digitalen Welt ausgeschlossen. Die Pandemie verschärft das Problem.
  • Die fehlende Infrastruktur gefährdet in vielen Ländern die Schulbildung von Millionen von Kindern, besonders in armen Familien. Das gilt für die Corona-Zeit, aber auch für die Zeit danach.

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