Mexiko - Kinder vor Gewalt schützen

Das Schicksal eines schwer misshandelten Mädchens hat den beruflichen Weg von Karina Cruz geprägt. Heute setzt sich die SOS-Sozialarbeiterin für Gewaltprävention ein.

Kinder sind im Mexiko auf vielen Ebenen der Gefahr von sexueller und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Foto: José Gallo

Mexiko ist ein Land extremer Gegensätze: Obwohl es eine der größten Volkswirtschaften in der Region ist, lebt knapp die Hälfte der Bevölkerung in Armut. Die größte Gefahr für die innere Sicherheit geht vom organisierten Verbrechen aus, insbesondere von den Drogenkartellen. Zwei Drittel der mexikanischen Mädchen und Frauen sind zudem nicht nur zu Hause, sondern auch in der Öffentlichkeit sexueller und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Laut einer UN-Studie von 2018 hält Mexiko hier einen traurigen Rekord. Frauen sind indessen nicht nur Opfer, sie sind mitunter auch Täterinnen oder zumindest Mitwisserinnen.

In seiner SOS-Familie erfährt
jedes Kind Geborgenheit. Foto: SOS-Archiv

SOS engagiert sich für die betroffenen Kinder

Karina Cruz ist Sozialarbeiterin bei den SOS-Kinderdörfern in Mexiko. Sie erzählt: "Vor fünf Jahren arbeitete ich noch bei der Staatsanwaltschaft. Einer der schlimmsten Fälle, die ich betreute, war der von Luisa. Bei ihrer Geburt war sie kerngesund gewesen; mit sechs Monaten wurde sie dann nach Schlägen auf den Kopf zum Pflegefall. Und es waren Luisas Eltern, die ihr das angetan hatten! Monatelang lag sie im Krankenhaus und es war lange nicht klar, ob sie durchkommen würde. Verzweifelt suchten wir nach einem Zuhause für die Kleine. Kurz nach ihrem ersten Geburtstag hatten wir es gefunden: Luisa kam ins SOS-Kinderdorf Tuxtla Gutiérrez." 

Niemand soll das durchmachen, was Luisa passiert ist

"Als ich zwei Jahre später eine Stellenanzeige von dort las, habe ich mich beworben. Gleich an meinem ersten Arbeitstag besuchte ich Luisa: Sie konnte jetzt, mit drei Jahren, zumindest ihre Arme bewegen, was die Ärzte lange nicht für möglich gehalten hatten. Sprechen oder laufen wird sie allerdings nie können. Luisas Geschichte hat in mir den Wunsch geweckt, langfristig mit Kindern zu arbeiten, Kindern, die ich zuvor immer nur kurz betreut hatte. Und mich als Beraterin in der Gewaltprävention zu engagieren, um zu verhindern, dass andere Kinder das durchmachen müssen, was Luisa passiert ist."

SOS in Mexiko

  • seit 1971 vor Ort
  • 5 SOS-Kinderdörfer
  • SOS-Familienstärkung: Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und der Gemeinde, damit gefährdete Familien Zugang zu Grundversorgung und Dienstleistungen wie medizinischer Versorgung und Bildung haben. Kooperation mit anderen Betreuungsorganisationen und den öffentlichen Behörden, um das Bewusstsein für Kinderrechte zu stärken.

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